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Sieben Fragen zu sieben Jahren Strom.Club

Am Wochenende feiert der Strom.Club seinen siebenten Geburtstag. Im Vorfeld haben sie uns sieben Fragen beantwortet. Mit Drake-Zitaten.
6.3.15

Foto: Julie Brass, ansonsten alle Fotos: Strom.Club

Heiß, stickig, voll, motitiviert. Das sind die Attribute, die man mit dem Strom.Club verbindet. Am Wochenende feiert die Veranstaltungsreihe ihren siebten Geburtstag—zuerst freitags in der Postgarage mit Simian Mobile Disco, am Samstag dann in der Pratersauna mit John Talabot. Wir haben Wendelin sieben Fragen zum siebenten Geburtstag geschickt. Und er hat alle mit einem Drake-Zitat beantwortet.

Ich weiß, du musst die Frage nicht zum ersten Mal beantworten. Aber sind eure Eltern reich? Und wenn nicht, woher kommt dann dieses Gerücht?
Großen Respekt an den Menschen, der das Gerücht verbreitet hat. Das hat er wirklich mit Qualität und Nachhaltigkeit gemacht. Leider leider ist es nur ein Gerücht. Auf der anderen Seite ist es auch toll, dass wir keine reichen Eltern haben, wir beide finanzieren uns seit unserem 18. Lebensjahr völlig unabhängig. Jeder, der das geschafft hat weiß, dass es ein tolles Gefühl ist, seine Eltern nicht um 50 Euro anzuschnorren. Woher das Gerücht kommt ist mir ein Rätsel, aber vielleicht liegt es daran, dass meine Mutter jahrelang die Kassa gemacht hat.

Ich hab mir vorgenommen, jede Frage mit einem Drake Zitat zu beantworten. Die erste ist leicht: Started from the bottom now we are here.

Kannst du dich noch an den ersten Strom.Club erinnern?
Ja, da waren wir beide total gehyped und ich habe einen Schluck zu viel über den Durst getrunken und war dann magentechnisch in einem dezent unglücklichen Zustand. Das war alles sehr aufregend. Ich habe damals noch nicht in Wien gewohnt. Angefangen hat alles am Badeschiff, bis das dann irgendwann nicht mehr so cool war und wir weiter ins Fluc sind. Seit 5 Jahren sind wir jetzt in der Sauna und superhappy. Das Chaos in der Pratersauna passt zu uns.

Drakes Gedanken zu dem Thema: I live for the nights that I can't remember/With the people that I won't forget/Spending all the money I just work my ass off/For the things that I won't regret

Man hört über den Strom.Club in der Wiener Szene manchmal, er sei ein bisschen bieder: angeblich sichere Bookings für ein treues, sehr junges Publikum. Was sagst du dazu? Traut ihr euch zu wenig?
Wirklich? Das hör ich das erste mal. Ich hätte eher gesagt der Strom.Club hat musikalisch kein klares Konzept und entwickelt sich musikalisch, je nachdem was uns gefällt, weiter. Ich glaub kein Club bucht so divers wie wir. Gerade diese permanenten Veränderungen sind für uns die Motivation, nach wie vor schöne und anspruchsvolle Clubs zu veranstalten. Wenn immer alles gleich ist, ists ja langweilig. Für Stillstand sind wir zu umtriebig.

Drake: Worried bout ya followers? You need to get ya dollars up.

Habt ihr in den sieben Jahren mal ein Booking richtig vermasselt?
Es wär jetzt super zu sagen: „Wir? Nie!“ Aber wir vermasseln jedes Jahr mindestens ein Booking komplett. Letztes Jahr war es z.B. XXYYXX. Ich glaub auf der Veranstaltung sind 150 Leute herumgehüpft und der Break Even war irgendwo bei 500. Kann man sich ca. ausrechnen, was das an Verlust bedeutet. Das ist aber nur die finanzielle Seite. Musikalisch und stimmungstechnisch war es für uns beide—und ich glaube auch für das Publikum—sicher eines der Highlights 2014. Es war der letzte wunderschöne Sommertag und dazu die chilligen XXYYXX Beats—herrlich. Das Clubbetreiben ist ja leider keine Goldgrube, deswegen machen wir es auch als etwas professionelleres Hobby. Wie Leistungsschwimmen.

Drakes Gedanken: Who’s hot, who not/ Tell me who rock, who sell out in the stores/ You tell me who flop, who copped the new drop/ Whose jewels got rocks

Welcher Act war im Nachhinein schlechter als ihr es erwartet habt?
Wir wollen hier keine Acts schlecht reden. Natürlich gibts mal besser und schlechter gelaunte DJs und Acts. Musikalisch jetzt keine Glanzleistung und auch nicht zu 100% unseren Ansprüchen entsprochen hat die gute Jessie Andrews. Sie hat mit sehr viel EDM versucht das Publikum anzuheizen—anders als man es von diversen Aufnahmen von ihr gewohnt ist. Das hatten wir aber im Vorhinein auch schon geahnt, aber die Gründe für das Booking waren auch etwas andere. Matthias hat sich in das wirklich süße und unschuldige Mädchen etwas verliebt und war dann auch nicht mehr von ihr wegzubringen. Ich hab zwar bis jetzt keine Produktion von ihr mit ihm gesehen, aber verschwunden sind sie dann wirklich.

Drake dazu: I got my eyes on you, you’re everything that I see. I want your hot love and emotion endlessly. I can’t get over you, you left your mark on me.

Welchen Act habt ihr bisher trotz zahlreicher Versuche nie bekommen? Oder ist Shlohmo jetzt eh das höchste der Gefühle?
Für uns war auf jeden Fall Jamie XX das größte Booking ever. Und Bookings die wir nicht bekommen, gibt's prinzipiell nicht. Das ist alles eine Frage der Geduld. Wenn man nicht in dem Bereich arbeitet unterschätzt man, wie lange es dauert, sehr spezielle Namen nach Wien zu holen. Das liegt jetzt nicht nur daran, dass sie bei uns nicht spielen wollen sondern an einer Kombination aus: zu wenig bekannt bei uns, zu berühmt wo anders—deswegen viel zu hohe Gagenvorstellungen. Nur mal 2 Beispiele—Shlohmo war zwei Jahre Arbeit. Ein Brodinski war damals vier Jahre Arbeit. Der wollte einfach nie mehr in Wien spielen, seit uns hat er glaub ich wieder drei mal gespielt. Das wir jetzt Shlohmo haben ist natürlich ein Traum. Freuen uns schon extrem drauf.

Was sagt Drake dazu? when all is said and done, more is always said than done.

Es gibt ja angeblich in Wien eine „Sieben-Jahres-Regel“, nach der man aus Wien nicht mehr rauskommt, wenn manmal sieben Jahre hier gelebt hat. Werdet ihr ewig weitermachen?
Wien ist leiwand. Ich war schon viel unterwegs—als Traveller—und ich muss ehrlich sagen, Wien ist für mich die schönste Stadt. Eine schöne Kombination aus Tradition und Moderne gemischt mit einem hohen Maß an Lebensqualität. Ich kann mir auf alle Fälle vorstellen, mal ein paar Jahre jobtechnisch weg zu sein, aber nicht für immer. Den Club machen wiir jetzt schon lange das ist richtig :), solangs Spaß macht ist es toll für uns, falls die Luft draußen ist werden wir einfach die Frequenz der Veranstaltungen runterdrehen und uns gemütlich zurückziehen.

Zum Schluss ein Deep Quote von Drake: Sometimes it's the journey that teaches you a lot about your destination.

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