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Crack Ignaz ist der König der Alpen

Crack Ignaz Debüt-Album liefert die geballte Ladung Turn Up und Lean Back.
21.7.15

Es ist wirklich kaum zu glauben, dass „Elvis“ mittlerweile fast drei Jahre alt ist. Crack Ignaz und der Hanuschplatz Flow hatten damit etwas nach Österreich gebracht, mit dem man so sicher nicht gerechnet hatte: Cloud Rap. Mit dem Track landete der junge Salzburger auch mal eben so in den besten Bandcamp-Releases im Fact Mag—das Salzburger-Cloud-Rap nicht zu Unrecht als Beweis für die globalisierte HipHop-Kultur nahm. Im selben Jahr setzte er mit „Herbert Prohaska“ Schneckerl das verdiente Denkmal.

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Springen wir ins Jahr 2015. Crack Ignaz ist ein bisschen älter geworden (eh) und mischt gemeinsam mit seinen Hawis die Deutschrap-Szene auf. Young Krillin, Yung Hurn, Crack Ignaz—alles eine Posse, die gegenseitig in ihren Videos und Features herumschwirrt. Dazu kommen von der Produzentenseite noch Lex Lugner oder Wandl. Die fucking Zukunft, wie das Splash Mag das vor einigen Wochen nannte.

Letzte Woche sind im Leben von Crack Ignaz dann gleich zwei bemerkenswerte Dinge passiert. Zuerst trat er mit seinen Labelkollegen von Melting Pot auf dem splash!—das aktuell unangefochten wichtigste Rap-Festival Deutschlands—auf. Und veröffentlichete letzte Freitag endlich Kirsch, sein Debütalbum.

Man hat in den letzten Wochen einiges vorab hören dürfen. „Ned Gscheid“, „Gwalla“ oder „Gustav Klimt“. Kirsch geht auch in voller Länge in dieselbe Richtung: die Verkörperung des Swag-Raps in 15 triefenden, süßlichen Stücken zwischen Turn Up und Lean Back (Achtung, Wortspiel)-Attitüde. Von den üblichen Auto-Tune-Spielereien über Footwork-Anleihen bis zu komplett funktionierenden Pop-Stücken ist da alles dabei, solange es servierbar bleibt. Die Themen bewegen sich von vielen Drogen bis zu vielen Frauen. So wie es sich gehört also. Die fette Produktion kommt von oben bereits erwähnten üblichen Verdächtigen wie Wandl—den wir vor ein paar Monaten mal in seinem Studio in St. Pölten besucht haben—, Feux, einer Hälfte von Mieux—oder Lex Lugner.

Die deutschen Kollegen springen ziemlich wild auf Crack Iganz an und werfen mit den Begiffen und Labels um sich. Aber was stimmt denn jetzt? Ist das Weirdo-Rap? Ist es Post-Swag? Eigentlich ist das wurscht. Kirsch ist ein fantastisches Sommer-Album mit knackigen Singles und einigen versteckten Hits (unbedingt „Molly2“ anhören!) geworden, das am See funktioniert—solange die Sonne noch scheint—und auch später, wenn man bei Joints und einer Dose Ottakringer irgendwo auf dem heißen Asphalt sitzt. Damit hat Crack Ignaz auf jeden Fall mal einen Anspruch auf den Thron angemeldet.

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