Popkultur

Definitiv keine Weihnachtsfilme

Wie versprochen habe ich John Carpenters  The Ward geschaut, da ich den leider beim letzten Slash Filmfestival verpasst habe und Snake Plissken Junior heiße. Große Erwartungen wurden bei der mit einem Jahr Verspätung in unsere Kinos kommenden Psychoschreckerei leider direkt von unseren unernsten Kommentaren und Witzeleien zerstört. 

Ein schönes Stück Gruselkultur, das wenig originell in einer Irrenanstalt spielt. Das verlangt nach scharfen Mädels, lästigen Wärtern und einem dicken fetten Mysterium. Zeitweise lassen die Bilder (die Duschszene, per esempio) das Gefühl von so manchen 70er Jahre Trash wieder aufleben.

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Eben, scharf. Das sind tatsächlich die Verkörperungen der Insasseninnen. Die mimem die abgelutschten Klischeerollen von der Künstlerin, der Bitch, der lustigen Irren, der harten Sau und der feigen Maus (Suicidy fehlt noch). Und seht sie euch an. Ab einem gewissen Level von Attraktivität kann ich Schauspielerinnen nicht mehr ernst nehmen. 

Auch die Strickerin, mit der ich The Ward geschaut habe, schwärmte während den Folterszenen nur von der perfekt gecurlten Haarpracht der Hauptfrau. Also: Der Film ist ein schönes Stück Carpenter, aber auch nicht mehr. Viel Spaß mit den unnötigen Flashbacks.

Gerade wenn man glaubt japanisches Kino zu kennen und dass ein bisschen Weird einen nicht mehr schrecken könnte, kommt Underwater Love – A Pink Musical um die Ecke spaziert. Rapid Eye Movies haben Talent für sowas.

Der Kappa ist ein Fabelwesen, das im Tümpel lebt und gleichzeitig ein wiedergeborener Oberschüler, der einst ertrank. Mit lächerlich schlechtem Kostüm-Schnabel und Schuppenhaut frisst er Gurken, nur um dann eine Ex-Freundin zu treffen, die in der heimischen Fischküche hackelt. Ein bunter Todesgott, der aussieht wie Flowin Immo, kann übrigens nur von einer ominösen Analperle (nicht Analp-Erle, wie wir kurz überlegten) gebannt werden. So kippt das ganze trüb-schräge Bildwerk vom gelegentlichen Euphorie-Sing-Sang in softe Sexszenen. 

Noch nie habe Menschen sich grindiger küssen gesehen. Plötzlich wird dann auch der FX-Plastikpenis gelutscht und mal schön der Sonnenbrandbusen massiert. Ich fühlte mich etwas zurückerinnert an LA Zombie, in dem ein untoter Alien schwule Unfallopfer zurück ins Leben fickt. Stereo Total hat jedenfalls die Musik bei Underwater Love gemacht und wie Lebenshilfegruppen tanzen die Irren dazu sehr unpassend Kiddy Contest Choreographien. Ich fand den Film eigentlich gut.

RubbelDieKatz ist passiert. Ich geb euch da einfach mal den Trailer. Ich will und kann nichts dazu schreiben. Wenn in der Regel in Trailern die besten Szenen verpulvert werden, bedeutet das hierbei doch direkt ein Fiasko. Das ist kein Tootise, und Schweighöfer ist kein Dustin Hoffmann, da ändert auch der tausendste Hitlergag nichts dran (warum auch). Wir haben schon bei What a man (der das beinahe idente Dreier-Komödien-Perplex-Fressen-Poster aufweist) über deutsche Unfähigkeit in den amerikanischen Film-Gefilden gesprochen. 

Ich weiß echt nicht warum ich nicht lieber weiter über Mission Impossible 4 schreibe und wie schön ich es finde, dass der mies geworden ist, jedenfalls für Leute die Erwartungen daran hatten. Ich hätte keinen moralischen Konflikt Ethan Hawk von einem hohen Gebäude zu treten, den scheiß Roboter. Ides of March haben wir auch schon in der Viennalen Autopsie besprochen und mein Punsch wird sowieso langsam kalt, ich wünsche euch ein gesittetes “Habemus Satan” und viel Vorfreude auf mein verdammtes Weihnachtsfilm-Special nächste Woche. BOOM

Josef auf Twitter: @theZeffo

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