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Promotion

Lemo schreibt seine Songs auf der Toilette

Wir haben uns am Westbahnhof mit Lemo getroffen und ihn Interviewkarten ziehen lassen.
29.7.14

Freitagmittag, Temperaturen wie in einem Hochofen. Ich spaziere gerade über die Mariahilferstraße, als ich erfahre, dass ich das Interview mit dem Singer-Songwriter Lemo doch schon in einer halben Stunde machen kann und nicht erst am späten Nachmittag. Ja gut, warum eigentlich nicht. Zu Fuß bin ich gleich am Westbahnhof, wo die österreichweite Promotion-Tour von Coca-Cola eröffnet wird. Der Newcomer spielt dort schon den halben Tag als Real-Time Aktion spontan ganz persönliche Songzeilen, die offline von den Menschen am Westbahnhof, aber auch über Social Media über den Hashtag #sagesmiteinemsong beigesteuert werden. Die Darbietungen der spontan entstandenen Emoji-Medleys werden auf sämtlichen Screens im Westbahnhof übertragen. Für die Reisenden gibt’s Coca-Cola in seiner besten Form: Aus der kalten Dose.
Ich entscheide mich dafür, noch schnell Interviewkarten vorzubereiten, die der Gute dann ziehen darf, informiere mich noch schnell über Lemo und #sagesmiteinemsong. Schon treffe ich mich mit Lemo während seiner Mittagspause im Food Court des Westbahnhofs.

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Ich lasse ihn nach und nach ein paar Karten ziehen. Noisey: Eine Textzeile, die du über #sagesmiteinemsong beisteuern würdest.
Lemo: Fischers Fritz fischt frische Fische. Peinlichster Song deiner Mediathek.
Wahrscheinlich „Call Me Maybe“. Ist das peinlich? Ziemlich sogar. Deine erste gebrochene Regel.
Wahrscheinlich, dass ich einen Schokoriegel aus dem Vorratsschrank Zuhause geklaut hab. Bestes Konzert.
Das war Jamie Cullum in Lissabon letztes Jahr. Der Typ ist einfach der Wahnsinn, der kommt einfach auf die Bühne und reißt alles um.

Lieblingskünstler deiner Jugend.
Nirvana, Klassiker. Erfolg.
Ist glaub ich eine ganz coole Sache, damit kenn ich mich aber noch nicht so aus. Man muss halt aufpassen, dass man nicht abhebt. Aber ich glaub, ich hab in meinem Leben genug Misserfolg gehabt, um am Boden bleiben zu können und kein Arsch zu werden. Feiern.
Tu ich gerne. Dann will ich jetzt eine Story hören.
Das weiß ich ja alles nimmer, was da war. So feiere ich … Na, eine hab ich schon. Ich war mal mit einem guten Freund auf einem Surfcamp in Südfrankreich. An einem Abend bin ich eingeschlafen und als ich wieder aufgewacht bin, hatte er auf einmal einen Gipsfuß. Das ist meine Story. Seine war etwas spannender. Er ist am Lagerfeuer gesessen, hat sich mit Bier angeschüttet, sich auf einmal voll erschreckt, was da jetzt eigentlich passiert, und ist einmal straight durch’s Lagerfeuer gelaufen und hat sich halt komplett den Fuß verkohlt dabei. Als er dann gecheckt hat, dass das ganz schön heiß war, ist er ins Meer gerannt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, und ich hab alles verpennt. Songs schreiben.
Ich schreibe meine Songs meistens am Klo. Interessant.
Überhaupt nicht. Ich mach das ja nicht während des Geschäfts, sondern mag einfach den ruhigen, kleinen Raum. Ich setzte mich einfach irrsinnig gerne auf’s Klo einfach nur um Songs zu schreiben. Da fühle ich mich irgendwie geschützt. Da denke ich, dass mir niemand zuhört. Also nicht auf öffentlichen Toiletten, sondern daheim.

Auf sagesmiteinemsong.at könnt ihr den Song zu eurer Message oder aktuellen Gefühlslage finden und an Freunde verschicken.

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Lemos erstes Album erscheint vorraussichtlich im November. Sein nächster Gig mit seinen eigenen Lyrics ist am 16.10. bei Clara Blumes Singer Songwriter Circus im Porgy&Bess.

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