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Der neueste „Streich“ von 50 Cent ist zu bitter, um ihn nicht dafür zu hassen

50 Cent hat einen 19-jährigen Autisten gefilmt und sich über ihn lustig gemacht, ohne das zu wissen. Jetzt hasst ihn das Internet.
03 Mai 2016, 10:31am

50 Cent ist eigentlich immer für einen Lacher gut. Ob er nun auf Instagram Gläubiger trollt, wenn er mit falschen Dollarnoten posiert, stolz seinen bisher unbekannten Sohn präsentiert oder äußerst kreativ seine Rivalen disst, Fiddy ist nichts heilig—auch nicht seine eigene Person. Genau das macht den Rapper so sympathisch und das wiederum ist sein Kapital.

Da er musikalisch leider schon lange nicht mehr unterhalten kann, verlagert 50 sein Talent erfolgreich auf die Socials. Fast 10 Millionen Instagram-Follower, über 38 Millionen Facebook-Likes—der Mann weiß, wie ein P.I.M.P. heutzutage zu Geld kommt. Kein Wunder also, dass Firmen ihn einkaufen, um für ihre Produkte zu werben. Das hat jetzt auch Effen Vodka gemacht. Was kann da schon schiefgehen. Alle lieben 50 Cent und er ist auf Instagram derart aktiv, dass wirklich jeder mitbekommt, welcher Sponsor ihn da gerade um die Welt schickt. Gab sicher ein lautes Raunen, als sein Name im Marketing-Meeting fiel. Dann wurde zu "Candy Shop" wild im Takt geklatscht.

Blöd nur, dass der sich über alles lustig machende 50 jetzt ausgerechnet Andrew F. verarschte. Andrew ist 19, arbeitet am Flughafen Cincinnati/Northern Kentucky als Reinigungskraft und leidet unter einer Sozialphobie und mildem Autismus. Mit fremden Menschen reden? Schwierig. Erst recht, wenn ihn 50 fucking Cent verfolgt, dabei filmt und laut darüber philosophiert, wie zugedröhnt er doch aussehe: "Schau ihn dir an. Was denkst du, wie viel er genommen hat, bevor er zur Arbeit gekommen ist? Er ist high wie ein Motherfucker […] Die neue Generation ist verdammt verrückt, haha."

Wie so Vieles, was 50 erlebt, landete auch dieses Video natürlich auf Instagram—mit der Beschreibung: "The walking Dead, SMH LMAO". Kurz darauf klärte ihn ein ehemaliger Klassenkamerad über Andrews sozialen Ängsten auf. Dann gab der Stiefvater ein Interview, in dem er sich über 50 Cents Verhalten beschwerte: "Du kommst und sprichst ein Kind an, über das du nichts weißt. Das ist nicht fair. Das ist ein Schlag ins Gesicht." Auch für die Mutter war es "herzzerreißend", das Video zu sehen.

Kein Wunder, dass 50s Instagrampost von negativen Kommentaren geflutet wurde. Eine Entschuldigung von 50? Gab es trotzdem keine. Man könnte ihm Zugute halten, dass er ja nichts von der Phobie und dem Autismus wusste. Ganz objektiv könnte man ja tatsächlich denken, dass sich Andrew hart gegönnt hat. Aber selbst dann: Ihn einfach filmen und über ihn lästern, während er nur seinen Job machen will? Das wirkt zu sehr wie ein Mobbingvideo aus der Schule, um es witzig zu finden.

Inzwischen ist der Videopost gelöscht, die negativen Kommentare fluten jetzt aber alle anderen Posts und sogar die Facebookseite. Unter den Kommentaren darf natürlich auch das vernichtende "Kill Yourself" nicht fehlen. Trotzdem keine Reaktion von 50, außer neue Fotos, wo er gutgelaunt für Effen Vodka Werbung macht. Scheint, als wolle er die Sache einfach aussitzen. Das wird dieses Mal aber nicht so einfach. Wir verzeihen 50 Cent fast alles, aber irgendwann muss auch er Fehler eingestehen. Wie auch Effen Vodka. Dort fragt sich bestimmt auch gerade der Vorstand, welcher Idiot die Idee hatte, ausgerechnet 50 Cent als Maskottchen zu engagieren.

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