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NOFXs Fat Mike steht hart auf Sadomaso

Wir haben ein Interview, plus einem exklusiven Stream von „Ronnie & Mags“, NOFX neuer Seven-Inch.
2.8.12

Fat Mike unterwirft sich Sama Snakeoil, seiner Domina. Foto von Magdalena Wosinska für this amazing Inked story.

NOFX ist eine Band, die bereits seit 29 Jahren besteht und die, wenn unsere Erhebungen richtig sind, älter ist als du. Das bedeutet, dass du sie mit verdientem Respekt behandeln solltest. Und dreh jetzt bloß nicht ab, nur weil NOFX total auf S&M steht.

Letzte Woche habe ich Fat Mike angerufen, um mit ihm über die neue NOFX Seven-Inch „Ronnie & Mags“ zu sprechen. Aber wann auch immer ich jemanden danach frage, über welches Thema ich mit ihm reden soll, sagen alle das Gleiche: S&M. Es stellt sich heraus, dass Mike ein treuer Vertreter der BDSM Community ist, 20 Jahre lang einen Kerker unterhielt und stolz wie Oskar darauf ist. Geiler, verdammter Punkrock, wenn ihr mich fragt.

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Bevor du dir das brillante Interview mit Fat Mike durchliest, solltest du den kleinen orangefarbenen Button hier untern klicken und aus deinem Computer wird magisch ein exklusiver Track von Ronnie & Mags strömen und du wirst ihn garantiert lieben. Du kannst die Seven-Inch genau hier vorbestellen. Ach übrigens, NOFX geht auf Tour. Unten haben wir die Tour-Daten aufgelistet.

NOISEY: Hey, ist da Mike?
Fat Mike: Ja, Mann. Hey, was geht ab?

Fantastisch. Ich freu mich richtig mit dir zu reden. Ich war schon als Kind ein Fan. Ich habe euch Jungs damals auf der Warped Tour in den späten Neunzigern gesehen.
Das ist gut! Also wird es ein sympathisches Interview. (Lacht)

Ja, Mann. Keine schlimmen Reviews. Also, ich habe versucht herauszufinden, über was ich mit dir reden könnte und alle sagten mir, „rede mit ihm über S&M!“ Wieso will jeder, dass ich mit dir über Fesselspiele spreche? Steckst du da total drin? Liebst du es?
Naja, es ist mein Lifestyle. Du kannst mit einer homosexuellen Person reden und sagen „Du liebst es halt einfach homosexuell zu sein, oder nicht?“. Ich sage nicht, dass du damit geboren wurdest. Aber der erste Mist auf den ich überhaupt gewichst habe, war definitiv perverse Scheiße. Mein ganzes Leben lang habe ich das getan und nun, wo ich geschieden bin, lebe ich mit einer Domina zusammen. Wir leben keinen 24/7 Lifestyle wie einige Leute, da wir Kinder haben. Aber das ist unser Lifestyle.

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War dieser „Lifestyle“ etwas, womit du dich jemals unwohl gefühlt hast? Oder warst du schon immer so stolz darauf?
Ich war schon immer interessiert. Im College war mein Nebenfach menschliche Sexualkunde. Ein Sexualtherapeut zu sein war etwas, was ich tun wollte, wenn es mit der Musik nicht klappen sollte. Ich bin nie zu Partys oder so gegangen, bis ich anfing meine damalige Freundin zu Daten. Und jetzt bin ich total stolz darauf ein überzeugtes Mitglied zu sein. Ich war nicht immer so offen, aber ich war immer glücklich darüber, dass es in meinem Leben eine Leidenschaft für etwas gab. Viele Menschen denken nicht so über Sex, glaube ich. Aber yeah, die letzten 20 Jahre hatte ich ein Verlies in meinem Haus.

Wow, du hast 20 Jahre an dem gleichen Ort gelebt?
Nein. Ich lebte an vielen verschiedenen Plätzen und habe in jedem von ihnen einen Kerker errichtet.

Warte mal. Also überall, wo du in den letzten 20 Jahren gelebt hast, hast du ein Verlies gebaut? Wie groß ist die Anstrengung bitte dabei? Und wie sieht der Ablauf aus?
Es ist nicht so, dass du einen Traktor nimmst und ein riesiges Loch unter deinem Haus gräbst. In einem Haus wurde in der Zeit der Prohibition ein Raum gebaut, da gab es einen geheimen Zugang, der perfekt war. Meine Freundin und ich haben jetzt ein Loft-Apartment Downtown in L.A. Es ist nur ein riesiges Studio und hat fast 500 Fuß. Da haben wir unseren ganzen Mist liegen.

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Reden wir von Steinwänden?
Nein, es ist ein Gebäude aus Ziegeln. Es sind nur Mauern und Wände aus Spielzeug und Möbeln.

Das ist verdammt geil, Alter. Ich werde eifersüchtig. Hast du irgendeine Verbindung mit anderen Gruppen oder Befürwortern?
Absolut. Meine Freundin und ich sind beide eine Art von Missionaren. Ich denke es sollte darüber geredet werden. Es sollte an die Öffentlichkeit kommen, weil die Leute ihre Sehnsüchte nicht genug ausleben. Du darfst machen, was du willst, so lange es einvernehmlich ist. Außerdem könntest du auch deine Fantasien ausleben und musst dich dafür nicht schämen.

NOFX.

Es ist so unfair, weil die Transsexuellen-, Bisexuellen-, Schwulen- und Lesben-Communitys ihre Gruppen haben. Sie sind alle zusammen. Sie werden alle als Gender oder sexueller Minderheit angesehen. Sie setzen sich zusammen und die BDSM-Community wird nie eingeladen. (Lacht) Und ja, es gibt eine große Gemeinde und meine Freundin und ich sind Teil davon. Sie unterrichtet Kurse und ist sehr bekannt in dieser Community. Die Gesellschaft akzeptiert BDSM nicht, daher hat es einen negativen Anklang.

NOISEY: Du hast Recht—du kannst weiter Briefe an LGBTQIA schreiben, aber BDSM wird es wahrscheinlich niemals schaffen. Stört dich das?
Auf eine Art schon, aber das macht es alles noch lustiger. Es ist so, wie ein Punkrocker zu sein. Ich bin in allen Bereichen meines Lebens ein Punkrocker. Nichts, was ich tue, wird von der Gesellschaft anerkannt. Ich konsumiere Drogen, ich bin ein Punkrocker und ich bin ein S&M Anhänger. Wir werden nicht zu LGBTQIA gezählt, weil unser Lebensstil nicht als genetisch veranlagt angesehen wird. Es ist eher wie eine Wahl, die du hast.

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Es gab diesen Fall in Deutschland, dem ich in der Tat etwa 15 Jahre lang Geld gespendet habe—der Spanner Case. Vier Männer übten BDSM in ihrem Keller aus und waren ziemlich grob dabei. Penis-Piercings und so was. Und machten Videos. Das Video kam an die Öffentlichkeit und die Jungs wurden daraufhin rechtlich für etwas bestraft, was sie in ihrem Privatleben getan haben, in ihrem eigenen Zuhause. Sie kamen ins Gefängnis und wurden zu acht Jahren verurteilt. Ich ging zum British Supreme Court, die das Urteil nicht aufgehoben haben. Ich ging zum European Supreme Court und auch sie haben es auch nicht aufgehoben. Also bekamen die Typen Gefängnisstrafen, für gegenseitiges Piercen ihrer Schwänze, in ihrem eigenen Zuhause.

Gottverdammt.
Wenn Scheiße passiert, dann ist das ein Problem. Es gibt viele Dominas, deren Kinder weggenommen wurden, aufgrund von dem, was sie in ihrer Freizeit tun. Das wird als andersartiger sexueller Lebensstil gesehen. Dabei haben wir nur viel heißeren Sex, als alle anderen. Du weißt Bescheid! (lacht)

So gerne ich darüber noch weiter sprechen würde, ich möchte dir nur eine Frage zu der neuen Platte stellen, Self Entitled. Sie erscheint am 11. September. Gibt es irgendeinen Grund dafür?
Das ist echt lustig. Du musst deine Platten am Dienstag herausgeben und unser Vertrieb veröffentlicht Platten nur jeden zweiten Dienstag. Also kamen entweder der 11. September oder der 25. September in Frage. Wir nahmen den 11. September. Das war keine bewusste, politische Wahl. Aber zufälligerweise heißt der erste Song „72 Hookers“ und handelt von Selbstmordattentätern. (Lacht)

Worum geht es dabei?
Es handelt von vier Selbstmordattentätern, die geschnappt wurden, als ihre Bomben nicht hochgingen. Eine französische Dokumentation hat einen Film darüber gemacht. Es waren alles 16-jährige Kids, die kein politisches Interesse hatten. Sie taten dies, weil sie jeweils 72 Jungfrauen bekommen wollten.

Sie haben es nur wegen der Pussys getan?
Es ist echt interessant, wenn du das hörst und gehst „Wow, sie hassen den American Way nicht. Sie wissen nicht einmal etwas über Amerika. Sie wollen bloß Sex haben.“ Das ist verdammtnochmal wahr. Das ist so wie diese Scheiße läuft. Selbstmordattentäter sind keine 40-Jährigen, die sich um ihre Familien kümmern müssen. Es sind verdammte Teenager, die ficken wollen.

Denkst du, es gäbe einen leichteren Weg?
Yeah, auf jeden. Es gab auch schon weibliche Selbstmordattentäter. Suchen die wirklich nach 72 männlichen Jungfrauen?