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Warum Ausgehen als Paar das Beste ist

Du kannst schmusen wann immer du Lust hast, musst nicht alleine auf die U-Bahn warten und kannst dir ekelhafte Asia-Nudeln teilen.

von Anja Fils
23 Oktober 2015, 7:57am

Foto: Flickr | icanteachyouhowtodoit | CC-BY 2.0

Alle sagen immer, dass es nicht funktioniert, als Paar zusammen auszugehen. Dass es immer nur Drama, Streit und Eifersucht gibt. Oder dass beide den ganzen Abend fad in der Ecke sitzen, bis sie schließlich viel zu früh nach Hause gehen. Ich sehe das komplett anders—es kann sehr wohl funktionieren. Ich habe meinen Freund um fünf Uhr morgens, extrem peinlich tanzend und betrunken, im Club kennengelernt. Ich gehe sehr gerne aus—also warum nicht nach einem Jahr Beziehung immer noch betrunken miteinander im Club tanzen?

Man muss dazu sagen, dass mein Freund und ich beide DJs sind. Somit gehört das Ausgehen auch ein bisschen zu unserem Beruf. Aber das bedeutet nicht, dass keine Streitthemen vorhanden wären. Gerade als DJ wird man ziemlich oft angemacht und muss dabei möglichst höflich bleiben. Man muss öfter ausgehen und findet selten einen ganzen Tag, um einfach zu zweit im Bett rumzulungern. Ein Wochenende zusammen wegfahren ist praktisch unmöglich, weil immer einer von uns einen Gig hat. Da muss man sehr konsequent sein, damit es nicht zu Streitereien kommt. Natürlich ist es von Vorteil, dass wir beide wissen, wie's abläuft. Aber egal ob DJ-Couple oder nicht—logisch betrachtet hat das „Pärchenausgehen“ (was für ein schlimmes Wort) fast nur Vorteile.

Eine wichtige Regel: Als Paar ausgehen heißt nicht gleich alle Anderen auszuschließen. Du kannst genauso in einer Gruppe ausgehen wie sonst. Wenn du gemeinsam Freunde zum Vortrinken einlädst, ist das zum Beispiel weniger stressig als alleine. Oder du triffst nur deine Freunde und siehst deine/n Partner/in erst im Club wieder. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich auflege und plötzlich meinen Freund im Publikum tanzen sehe. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass sich beim Ausgehen die unterschiedlichen Freundeskreise kennenlernen. Fast automatisch bildet sich auch ein gemeinsamer. Es ist wesentlich entspannter, die Homies deines Freundes im Club kennenzulernen als beim erzwungenen Kennenlern-Dinner.

Außerdem haben wir doch alle ein gewisses Bedürfnis nach körperlicher Nähe, wenn wir besoffen sind. Ist dein Freund oder deine Freundin mit dir unterwegs, kannst du einfach schmusen, wann du Lust hast. Du kannst gemeinsam zu emotionalen, cheesy Tunes tanzen ohne dich fehl am Platz zu fühlen. Außerdem wirst du viel weniger von unangenehmen Typen angemacht. OK, ein bisschen nervig sind schmusende Paare im Club vielleicht schon. Aber glückliche Paare sind doch immer nervig, egal wo. Und du stehst in diesem Fall zumindest auf der richtigen Seite.

Noch ein großer Vorteil: Du musst nicht alleine nach Hause gehen. Wenn du ein Taxi nimmst, zahlst du nur die Hälfte. Und wenn du öffentlich fährst, ist das zehnminütige Warten auf die U-Bahn nicht so fad. Vor creepy Typen am Heimweg musst du dich auch nicht fürchten. Zusätzlich ist das gemeinsame Fast Food-Essen in der Nacht ungemein romantisch. Wenn du dir die fettigen Asia-Nudeln teilst und dir dabei tief in die Augen schaust. Eine ekelhafte Pizza in dich reinschlingst oder einen Mayonnaise-Ananas-Nudel-Salat zubereitest. Nichts kann das übertreffen. Am nächsten Tag riechen dann zumindest beide nach Alkohol und Knoblauch. Man muss aber auch lernen, dass es OK ist, wenn die eine Person mal früher heimgehen mag als die andere.

Foto: Flickr | Simon Law | CC BY-SA 2.0

Zum Thema Eifersucht: Ich glaube, Eifersucht gibt es in jeder Beziehung. Man muss für sich selbst lernen, damit umzugehen. Trotzdem sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man es seinem/r Freund/in leichter macht. Im Club wirst du zwangsläufig mal angemacht, als DJ noch viel öfter. Die Grenze zwischen nett reden und flirten ist dabei oft nicht klar zu erkennen. Ich denke, man sollte höflich und nett bleiben, muss aber manchmal klare Signale senden, um nicht falsch verstanden zu werden. Das ist natürlich nicht immer einfach. Ich persönlich verstehe trotzdem nicht, wieso man beim gemeinsamen Ausgehen so schnell eifersüchtig werden kann. Es kommt doch viel eher zu Missverständnissen, wenn man nicht dabei ist und sich Dinge einbildet. Außer dein/e Partner/in ist wirklich ein Arschloch und verhält sich falsch—aber dann findet man das so zumindest schneller raus.

Sehr nützlich ist dein/e Freund/in auch, wenn dir mal das Geld ausgeht. Dann muss er/sie dir den ganzen Abend Drinks kaufen. Prinzipiell finde ich Pärchentrinken (noch so ein schlimmes Wort) sehr schön. Du kannst wahnsinnig emotionale Gespräche führen und Sachen sagen, die du dich sonst nie trauen würdest. Ja, manchmal wird genau das zum Problem. Manchmal kommt es zu einem Streit, weil man betrunken Blödsinn redet. Aber streiten ist ganz normal und auch notwendig—oft rede ich auch nüchtern Blödsinn. Verhältnismäßig streite ich beim Ausgehen eher wenig. Ich finde, man kann sich in einer Beziehung auch respektvolles Verhalten erwarten, wenn Alkohol im Spiel ist. Und wenn du mal wirklich zu viel getrunken hast, ist dein/e Freund/in dafür da, dich sicher nach Hause zu bringen.

Vielleicht ist der Gedanke, ein bisschen früher nach Hause zu gehen, manchmal zu verlockend, wenn man zu zweit unterwegs ist. In meinem Fall ist das aber fünf statt sechs Uhr morgens und deshalb durchaus vertretbar, finde ich. Ich glaube, dass es gut für die Beziehung sein kann, manchmal zusammen saufen zu gehen—so oberflächlich das auch klingen mag. Man verfällt nicht so schnell in eine langweilige Routine. Go Coupleclubbing—eww.

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