Unser Kumpel Frank in Tokyo

Unser Kumpel Frank Nitty befindet sich derzeit in Tokio, Japan, das ja heute von einem Erdbeben und dem folgenden Tsunami verwüstet wurde. Weil wir wissen wollten, wie es ihm geht und wie die Situation vor Ort aussieht skypten wir mit ihm.

VICE: Frank, wie geht es dir?

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Frank: Es geht. Ich bin derzeit in Tokio, das nicht so schlimm betroffen ist. Die U-Bahnen fahren wieder, und die Busse auch. Das Telefonnetz funktioniert auch. Ich sitze gerade zu Hause mit meinem Mitbewohner und wir sitzen ständig am Computer und vor den Fernseher, um Facebook und die Nachrichten zu checken.

Wie ist die Situation im Allgemeinen?

Nicht besonders gut. Die meisten Menschen sind in ihren Büros und es erinnert alle an Bilder die man sonst von Godzilla kennt.

Und was machst du?

Die Heimatfront in Schach halten. Sie haben alle die heftigen Überschwemmungen und Brände gesehen, und ich muss natürlich erstmal Leute beruhigen. Aber wir haben Glück, dass wir 200 Kilometer von den schlimmsten Verwüstungen entfernt sind.

Aber hast du nicht Angst? Wir haben gehört, dass ein Teil eines Atomkraftwerkes in Flammen stand.

Ja, natürlich, aber noch einmal, hier ist es halb so schlimm. In den beiden Häfen von Tokio stehen Gebäude in Brand und in Richtung Süden, in Yokohama wurde einiges überschwemmt. Im Norden sollen wohl einige Menschen in Disneyland festsitzen.

Wie hast du heute morgen das Erdbeben erlebt?

Übel. Ich stand in der U-Bahn und hatte in den paar Tage zuvor nicht wirklich viel geschlafen, ich dachte also, mir wäre schwindlig. Aber dann stellte ich plötzlich fest, dass es ein Erdbeben war. Es ist nicht das erste Mal, dass ich ein Erdbeben in Japan erlebt habe, aber dieses hat wirklich gerockt und war ziemlich übel. Ich lief also sofort auf die Straße, obwohl die meisten Japaner bei einem Erdbeben eher unter die Erde gehen. Eigentlich sollte man die Regel “Die Japaner wissen besser was zu tun ist“, befolgen, aber ich wollte einfach nur aus der U-Bahn raus.

Wie war es auf der Straße?

Absolutes Chaos. Viele andere Menschen waren ebenfalls schon auf der Straße, denn die Japaner sind gut organisiert, in wenigen Minuten waren schon Krankenwagen und Feuerwehrautos unterwegs. Diese Jungs sind echt top. Deshalb war es auch erschreckend, dass das Telefon zunächst nicht ging, denn es ist fast unvorstellbar, dass so etwas wegen einer Netz-Überlastung in Japan passiert.

Wie intensiv war das Beben?

Das Komische ist, dass ich auf der Straße stand und dachte, „Nicht so schlimm, oder?” Das Beben war so stark, dass ich glaubte, ich könnte gar nicht hinfallen, da sich einfach die ganze Welt um mich herum mitbewegt hat.

Was hast du als nächstes getan?

Ich rannte nach Hause, wo mein Mitbewohner bereits unsere Laptops und die anderen teuren Dinge nach draußen geschafft hatte. Man weiß nie, ob das ganze Haus nicht einfach zusammenbricht. Er meinte nur: “Yo, was zur Hölle? Das ist ein Beben für echte Männer! “Als wir wieder ins Haus gingen, setzten wir uns zum Abendessen hin, aber dann bebte die Erde wieder und wir rannten wieder nach draußen. Nach einer Weile, als das Beben schwächer wurde, gingen wir wieder rein und überprüften auf Facebook, wie es unseren Freunden ging. Das war verrückt. Mädchen waren in Panik und aktualisierten ihren Facebook-Status auf ihrem iPhone, während sie noch in der U-Bahn feststeckten. Und dann bebte die Erde schon wieder, so dass ich in meinen Socken auf den Parkplatz vor dem Haus rennen musste.

Hast du Angst, dass es wieder beben wird?

Nein, nicht mehr.

Und was machst du jetzt?

Jetzt müssen wir erstmal abwarten.

Dank Frank. Viel Glück, pass auf deinen Kopf auf und halte uns auf dem Laufenden.

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