Wegen diesem Muslima-Werbemotiv drehen Österreichs Rechte gerade durch

Mimimimimimimi.

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19 Oktober 2017, 2:35pm

Screenshot via bipa.at und Facebook

Es ist mal wieder Zeit, an Forrest Gumps weise Worte zu erinnern: Dumm ist der, der Dummes tut. Wenn also Islamhasser ihre "Kritik" artikulieren, indem sie in einem Supermarkt Schweinefleisch auf Halal-Produkte legen, zeigen sie anstatt Argumenten nur ihre eigene Beschränktheit. Und wenn Leute, anstatt zu diskutieren, Kommentarspalten mit geistigem Auswurf zumüllen, gilt das Gleiche. Ein Beispiel? Machen wir einen Ausflug nach Österreich.

Dort wirbt die Drogeriekette Bipa seit Kurzem mit einer neuen Kampagne, die unter dem Titel "Weil ich ein Mädchen bin" verschiedenste Frauen zeigt: eine tätowierte Frau, eine Boxerin, eine ältere Frau, eine Mutter und eben auch eine Muslima mit Kopftuch.


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Abgesehen davon, dass sich auf Facebook ein paar Bipa-Kundinnen über den verniedlichenden Slogan "Weil ich ein Mädchen bin" beschwert haben (vermutlich weil sie sich nicht allzu deutlich an den gleichnamigen Song von Lucylectric erinnern), scheint das Motiv mit der Muslima beim rechten Teil des Internets Beißreflexe auszulösen. Das zeigt sich derzeit auf der Facebook-Wall von Bipa.

Aber nicht nur vereinzelte User stören sich an dem Kampagnenmotiv, auch die FPÖ-nahe Website unzensuriert.at hat das Ganze aufgegriffen – oder wie es die verantwortliche Agentur Serviceplan Austria in einem mittlerweile gelöschten Posting ausgedrückt hat:

In dem Artikel schreibt die rechtsnationale Plattform, dass Bipa in der "Islamisierung Österreichs nicht nur eine freudige Tatsache, sondern eine Marktlücke erkannt" zu haben scheint. Unter dem dazugehörigen Facebook-Posting häufen sich Hunderte wütende Kommentare:

Bipa hat via Facebook auf die negative Kritik reagiert und schreibt: "Wir bilden in der Kampagne verschiedene Lebensrealitäten ab, quer durch die österreichische Gesellschaft, um die Vielfältigkeit unserer Kundinnen und Kunden darzustellen." Tatsächlich sind etwa sieben Prozent der Österreicher muslimischen Glaubens. Dumm nur, dass es die Rechten mit der Verschiedenheit und Vielfältigkeit nicht so haben.

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