Hangover-News – 17. Dezember 2018

5 News vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest

Eine 15-Jährige hält die beste Rede beim Klimagipfel, Putin hat was gegen Drogen in Rapsongs, ein Mann bedroht seinen Bruder mit einer Armbrust und eine ehrliche Finderin ermöglicht Familienweihnachten im Iran.

von Christian Fahrenbach
17 Dezember 2018, 6:58am

Proteste in Brüssel || Foto: imago | ZUMA Press

Der dritte Advent ist geschafft und wer noch ein Geschenk für kommenden Montag sucht: In Kanada wurde der größte Diamant Nordamerikas entdeckt. 552 Karat, ungefähr so groß wie ein Hühnerei. Der letzte Rekorddiamant aus dieser Region war ein Drittel so groß und wurde für rund 1,5 Millionen Dollar verkauft.

Auch sonst geht es in den Hangover News diese Woche um viele ungewöhnliche Wünsche: Eine 15-jährige Schwedin hofft auf endlich mehr Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel, rechte Demonstranten in Brüssel wollen den UN-Migrationspakt wieder abschaffen und Wladimir Putin hätte gerne, dass es in Rapsongs weniger um Drogen geht. Außerdem fielen uns noch ein 31-Jähriger auf, der sich mit einer Armbrust gegen die Polizei verteidigen wollte und eine Frau, die eine Geldbörse mit 2.000 Euro fand und diese abgegeben hat. Der Mann, der das Geld verloren hat, hatte acht Jahre lang gespart, um davon ein Ticket zum Besuch seiner Familie zu kaufen. Hier sind 5 News vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest.

Greta Thunberg hat beim Klimagipfel in Kattowitz die beste Rede gehalten. Sie ist 15.

Auf ein Fazit zum Klimagipfel in Kattowitz haben sich alle Beobachter einigen können: Die eindringlichste Rede hat die 15-Jährige Greta Thunberg aus Schweden gehalten. Einige werden sich noch an sie erinnern, weil sie zu Beginn des Schuljahres wochenlang aus Protest gegen die in ihren Augen zu lasche Klimapolitik ihrer Regierung nicht mehr zur Schule gegangen ist. Weil sie nicht mehr fliegt, ist Thunberg mit ihrem Vater in einem Elektroauto nach Kattowitz gefahren und hielt dort die meist gelobte Ansprache der kompletten zwei Gipfelwochen. Kostprobe? "Ihr seid nicht einmal erwachsen genug, die Dinge klar beim Namen zu nennen. Selbst diese Last überlasst ihr uns Kindern."

Bei Thunberg ist das Asperger-Syndrom diagnostiziert worden. Laut New Yorker gilt sie deshalb auch häufig als Vorbild dafür, wie dieser neurologische Unterschied in der Politik Macht entfalten kann. "Es ist sehr verbreitet, dass Menschen auf dem Autismusspektrum ein besonderes Interesse haben", sagt sie über ihr Engagement.

Und sonst? Immerhin konnten sich die Teilnehmerländer am Ende auf ein paar Regeln einigen, zusammengefasst bei der Tagesschau. Jedes Land muss demnach künftig seine CO2-Emissionen erfassen und den anderen Staaten darüber Rechenschaft ablegen. Industrienationen müssen außerdem beweisen, ob sie auch wirklich Schwellenländer, die besonders unter dem Klimawandel leiden, finanziell unterstützen. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird allerdings auch nicht bestraft. Kleine Schritte, also.

Krawalle bei Demos in Brüssel und in Ungarn

Am Sonntag hat es gleich bei zwei sehr unterschiedlichen Demonstrationen Spannungen gegeben. In Brüssel waren über 5.500 Radikale einem Aufruf mehrerer rechter Parteien gefolgt, um gegen den UN-Migrationspakt zu demonstrieren. Einige hundert von ihnen haben versucht, ins Gebäude der EU-Kommission einzubrechen. Die Polizei setzte Tränengas ein, 90 Personen wurden in Gewahrsam genommen, schreibt die FAZ.

In Ungarn sind bei Minustemperaturen zum vierten Mal in fünf Tagen Tausende aus Protest gegen die rechte Regierungspartei Fidesz auf die Straße gegangen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters waren es allein in Budapest 10.000 Menschen, berichtet der mdr. Weiter berichtet CNN, dass es dabei zu Ausschreitungen gekommen sei, nennt aber keine Verletztenzahlen. Die Menschen demonstrierten gegen die am letzten Mittwoch beschlossenen neuen Gesetze zu längeren möglichen Arbeitszeiten. Arbeitgeber dürfen demnach von ihren Mitarbeitern 400 Überstunden jährlich verlangen und haben drei Jahre Zeit, um dafür zu zahlen. Außerdem räumt eine Justizreform dem Ministerpräsidenten mehr Macht ein. Laut Viktor Orban steckt der jüdische Milliardär George Soros hinter den Protesten. Diese seien von Kriminellen durchdrungen. Er greift damit eine bei Rechten sehr beliebte Verschwörungstheorie auf.

Putin wünscht sich drogenfreie Rapmusik

Russlands Präsident hat am Wochenende kleinere Andeutungen gemacht, wie er künftig für mehr Anstand bei Jugendlichen sorgen will. Rapmusik beunruhige ihn, sagte er am Samstag in St. Petersburg bei einer kulturpolitischen Versammlung. Sie beruhe auf Sex, Drogen und Protest und gerade Drogen seien der "Weg zum Verfall der Nation". Auch wenn andere Länder nachlässig in diesem Thema seien, so müsse Russland "hier nachdenken, wie man so vorgeht, dass es nicht so weit kommt." Was das genau heißt, sagte er zwar nicht, aber für die Musiker im Land war diese leise Drohung trotzdem ein beunruhigendes Zeichen.

Seit einigen Wochen geht der russische Staat gegen einige berühmte Rapper und Hip-Hopper vor: Im November wurden Konzerte kontrolliert und teilweise unterbunden, für manche Künstler gab es Auftrittsverbote, berichtet der Tagesspiegel.

31-Jähriger will sich mit Armbrust vor der Polizei verteidigen

Besonders groß ist die Story nicht und sie ist auch glimpflich ausgegangen – eine Polizeimitteilung aus Düsseldorf lässt uns aber auf jeden Fall eine Frage stellen: Woher bekommen die Leute eigentlich immer den ganzen Kram? Bei einem Streit hatte ein 31-Jähriger nicht nur seinen Bruder mit einer Handfeuerwaffe bedroht, sondern auch beim Eintreffen der Polizei angekündigt, sich mit einer Armbrust zu verteidigen. Spezialeinheiten ist es trotzdem gelungen, ihn festzunehmen. Er wurde in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen.

Finderin gibt jungem Vater 2.000 Euro für Flug in die Heimat zurück

Die Polizei hatte über diesen Vorfall bereits am Mittwoch berichtet, in die Medien schaffte er es über eine Meldung der Nachrichtenagentur dpa erst am Wochenende und ehrlich gesagt: Weihnachtlicher wird es nicht mehr.

Acht Jahre lang hatte ein in Afghanistan geborener Mann aus der Nähe von Freiburg gespart, um sich nun einen Flug zur inzwischen im Iran lebenden Familie zu leisten. Als er am geplanten Tag der Reise mit dem Fahrrad unterwegs war, verlor er einen Geldbeutel mit 2.000 Euro, die er für das Ticket vorgesehen hatte. Die Finderin war ehrlich und brachte das Geld zur Polizei. Obwohl im Geldbeutel nur die Krankenversicherungskarte mit falsch geschriebenem Namen steckte, konnten die Beamte den Mann ermitteln. Er konnte den Flug noch am selben Tag antreten – die Frau hat zudem auf jeden Finderlohn verzichtet, berichtet die Polizei weiter.

Und mit diesem gutmütigem Schwung im Herzen wünschen wir von den Hangover News fröhliche Weihnachten. Wir setzen nächste Woche aus, sind aber am 2. Januar mit einer gemeinsamen Ausgabe für Weihnachten und Neujahr zurück. Schöne Feiertage!

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