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Popkultur

Leichen und Körperteile in den Pausenräumen der Mitarbeiter

Eine Gewerkschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen die New Yorker Verkehrsbetriebe.

von River Donaghey
15 August 2017, 10:42am

Arbeiter der New Yorker Verkehrsbetriebe MTA | Foto: MTA | Flickr | CC BY 2.0

Für die Passagiere gleicht eine Fahrt mit der New Yorker U-Bahn nicht selten einem Besuch in der Vorhölle. Sie müssen sich fast täglich mit entgleisten Zügen, Verspätungen und Bergen toter Krabben rumschlagen. Für die Mitarbeiter hinter den Kulissen scheint die Lage aber noch eine ganze Ecke schlimmer zu sein.

Wie NY1 berichtet, wirft die Gewerkschaft der New Yorker U-Bahn-Mitarbeiter den Verkehrsbetrieben vor, es sich angewöhnt zu haben, die toten Körper und abgetrennten Gliedmaßen von Unfallopfern in den Pausenräumen der Mitarbeiter zwischenzulagern, bis Rettungskräfte eintreffen.


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Dereck Echevarria, Vizepräsident der Transport Workers Union (TWU) Local 100, wirft den Betrieben vor, dass die Leichen von den Gleisen geholt und in den "Toilettenräumen, Pausenräumen und Betriebsräumen" gelagert werden, bis Gerichtsmediziner eintreffen. Diese Räumlichkeiten sind oft nicht abgeschlossen, sodass ahnungslose Mitarbeiter bei einer kurzen Pausen unerwartet einem abgetrennten Fuß oder einer Leiche begegnen könnten.

Abgesehen davon, dass diese Praxis verstörend, den Toten gegenüber respektlos und überhaupt extrem eklig ist, weist die TWU darauf hin, dass diese ganze Leichen-in-Toilettenräumen-Geschichte ziemlich unhygienisch ist.

"Du hast Körperteile, du hast Blutspritzer", sagte Echevarria in dem Statement. "Sie könnten kontaminiert sein oder Krankheiten in sich tragen."

MTA-Sprecher Shams Tarek bestätigte in einer Reaktion auf die Beschwerde zwar, dass es tatsächlich hin und wieder zu dieser makabren Handhabe kommt, die Leichen aber in einen "nicht-öffentlichen Raum" gebracht werden, bis das NYPD eintrifft – was fast "augenblicklich" der Fall sein soll. Die Gewerkschaft widerspricht dem allerdings und sagt, dass manchmal erst einige Stunden vergehen, bevor eine Leiche abtransportiert wird.

"Bürgermeiste de Blasio und seine Regierung haben es nicht geschafft, ausreichend Stellen bei der Gerichtsmedizin zu schaffen, um die Leichen nach solchen tragischen Vorfällen schnell wieder zu entfernen", sagt die TWU. "Es ist inakzeptabel, dass die Mitarbeiter so etwas bei ihrer Arbeit ertragen müssen."

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