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Politik

So ist es, ein Geschäft mit "Trump" im Namen zu führen

Trump ruiniert sogar Existenzen, ohne es überhaupt zu versuchen.

von Justin Caffier
02 September 2017, 2:37am

Foto von Justin Caffier

Donald Trump ist ein sehr unbeliebter Präsident. In einer Umfrage von Gallup lag seine Zustimmungsrate neulich bei 36 Prozent – bei jungen Menschen sogar nur bei 20 Prozent. Wir können hoffen, dass dieser Unmut dazu führt, dass eine Wiederwahl für Trump so gut wie ausgeschlossen ist. In der Zwischenzeit nennen ihn viele in den USA einfach "45", weil er der 45. Präsident ist und sie den verhassten Namen so nicht aussprechen müssen.

Aber für manche ist das ein schwacher Trost: Der Name "Trump" ist für immer verseucht, dabei heißen ja noch andere Menschen so – oder deren Firmen. Wir haben ein paar solche Menschen gefragt, inwiefern The Donald ihre Unternehmen beeinflusst.

Der Nachtclub Trump Room | Foto von Justin Caffier

Trump Room – Tokio, Japan

Hayao Matsumara ist der Besitzer von Nude Trump, einem Geschäft für Vintage-Mode, und Trump Room, einem beliebten Nachtclub im Herzen des hippen Tokioer Stadtteils Shibuya. Das Dekor des Clubs ist zwar ein überwältigend prunkvoller Alles-in-Gold-Stil, der versehentlich an Trumps Protzigkeit erinnert – aber den Namen hat Matsumara von einem T-Shirt, das er mal gesehen hat.

"Ich mag Trump überhaupt nicht", sagt mir Matsumara ohne jegliche Aufforderung durch den Dolmetscher. "Sowas von nervig. Er macht die Wirtschaft kaputt, die Handelsbeziehungen sind unsicher und ständig widerspricht er sich."

Matsumara erklärt, seit der Wahl hätten einige Trump-Fans den Namen des Clubs als Zeichen einer Pro-Trump-Einstellung gesehen und seien an ihn herangetreten.

"Diese Leute widern mich an", sagt Matsumara trocken. Außerdem würden manche Unternehmen ihn deswegen für reich halten und versuchen, ihm ihre Produkte anzudrehen: "Sie kommen mit sehr teuren Dingen, zum Beispiel einem diamantenbesetzten Rolls Royce, oder einem Grabstein aus Gold."

Matsumara sorgt sich, dass der Name Trump ihn Kunden kostet. "Jeden Tag sprechen mich mehr als hundert Leute darauf an, wie schlimm sie Trump finden und was ich davon halte."

Der Unternehmer nennt die Situation "außer Kontrolle geraten", den Namen seiner Geschäfte könne er nicht mehr ändern (warum, ist unklar). "Also muss entweder Trump kündigen oder mein Laden muss schließen."

Logo mit freundlicher Genehmigung von Ross Ferguson

Trump Card Print Sourcing – Palmerston City, Australien

Natürlich spielt der Name dieser Firma, die Druckmaterialien importiert, eher auf einen Trumpf beim Kartenspiel an. Trotzdem hat der US-Präsident auch dieses Unternehmen beeinflusst.

"Seit seiner Wahl habe ich mehr Internet-Traffic", sagt der Inhaber Ross Ferguson. "Zwei neue Kunden haben Bestellungen bei mir gemacht."

Ferguson sieht Trump zwar als "gefährlichen, egoistischen, voreingenommenen Rassisten" und meint, "die meisten Australier wünschen sich, er wäre nicht im Amt". Aber als Kunden würde er Trump trotzdem nicht ablehnen.

"Geschäft ist Geschäft, und sein Geld ist genauso viel wert wie das aller anderen", sagt er.

Screenshot: Google Maps

Trump's Hobbies – Corvallis, Oregon, USA

Bei einem Laden mit diesem Namen erwartet man Ware, die etwas mit Golf, Twitter oder Fernsehen zu tun hat. Tatsächlich führt dieses Fachgeschäft im Nordwesten der USA aber ferngesteuerte Autos, Modellzüge und Spiele.

Das Geschäft existiert seit 1970 und sein Gründer heißt Jim Trump. Weil es schon so lange zur Kleinstadt Corvallis gehört, hat der unsympathische Präsident es nicht kontaminieren können.

"Mein Umsatz wurde durch ihn in keiner Weise beeinflusst", sagt mir Jim Trump am Telefon. "Die Leute kommen schon so lange zu mir, dass ihnen der gemeinsame Name gar nicht bewusst ist, bis irgendwas sie daran erinnert. Dann sagen sie: 'Ach ja, stimmt!'"

Trump ist stolz darauf, dass sein Spielwarengeschäft sich komplett aus der Politik herausgehalten hat. Aber es bekommt seit der Wahl zumindest oberflächlich ein wenig mehr Aufmerksamkeit, und das findet er auch nicht verkehrt.

"Wir sind eine Studentenstadt, mit vielen Studierenden aus dem Ausland", sagt er. "Viele von den Mädchen, vor allem die aus Asien, machen inzwischen Fotos vor dem Schild draußen. Das ist wohl die interessanteste Entwicklung."


Auch Minderjährige sind nicht sicher vor ihm: Donald Trumps USA Freedom Kids


Trump Motor Company – Mesa, Arizona, USA

"Wenn du ein Trump-Unterstützer bist, liebst du mich, und wenn du keiner bist, dann nicht." Das sagt Martin Trump, der Besitzer der KfZ-Werkstatt Trump Motor Company im Wüstenstaat Arizona.

"Es fühlt sich komisch an, wenn so viele Leute dermaßen starke Emotionen im Bezug auf deinen Namen haben", sagt er. Ein Unterstützer des Präsidenten oder der republikanischen Partei sei er selbst nicht.

Trump bekommt viel positive und negative Aufmerksamkeit aufgrund seines Namens, aber er beteuert, dass alle Kunden von ihm den besten Service kriegen, unabhängig von ihrer politischen Einstellung. Seine Rezensionen auf Yelp scheinen das zu bestätigen, viele zufriedene Kunden überschütten ihn mit Lob. Trotzdem habe sein Geschäft seit der Wahl im November 2016 gelitten.

"Bei uns haben immer so 15 bis 20 Autos auf Reparatur gewartet, inzwischen stehen da nur noch 5." Normalerweise fange die "Trockenzeit" in seiner Branche erst im November an, aber dieses Jahr seien die Aufträge schon Mitte August spärlich.

"Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob das am Präsidenten liegt, aber es erscheint mir durchaus möglich. So oder so ist die Lage für uns ziemlich schlecht."

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