Gesundheit

In Darmstadt hat ein Polizeihund womöglich Hepatitis C verbreitet

Auf dem Schlossgrabenfest haben sich Betrunkene mit Polizeihunden angelegt. Nun könnten einige von ihnen mit dem gefährlichen Virus infiziert sein.
Symbolbild: imago | Biky

Die meisten schlagen beim Saufen mal über die Stränge. In Darmstadt ist ein Volksfest aber so dermaßen aus dem Ruder gelaufen, dass die Polizei sogar mit Hunden anrückte, um wieder Recht und Ordnung herzustellen. Rund 100 Angreifer sollen Beamten unter anderem mit Flaschen und Steinen beworfen haben. Daraufhin tat mindestens eines der Tiere, was ein dazu ausgebildeter Hund im Staatsdienst eben tut: Er biss zu.

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Der Gebissene hat sich am Mittwoch bei der Polizei gemeldet – mit einer unangenehmen Nachricht. Er gab an, Hepatitis C zu haben.

Jetzt fürchten die Beamten, der Hund könnte die schwere Krankheit verbreitet haben. Das mit Hepatitis C überhaupt nicht zu spaßen ist, wissen sie auch bei der Polizei in Darmstadt. In einer Mitteilung heißt es, "sofortige Recherchen" hätten ergeben, dass der Hund mehrere Menschen angefallen habe. Der vierbeinige Staatsdiener nahm seinen Auftrag offenbar sehr ernst.


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"Das ist ein Schutzhund", erklärte ein Sprecher der Polizei Darmstadt gegenüber VICE. Dessen Einsatz sei in der Situation am Schlossgrabenfest geboten gewesen. Die Tiere seien dazu ausgebildet, Beamte im Einsatz zu schützen, so der Sprecher. Wer dem Tier trotz Gebell zu nahe komme, müsse damit rechnen, gebissen zu werden. Es bestehe aber jederzeit die Möglichkeit einer Anzeige wegen Körperverletzung. Bisher seien keine eingegangen.

Die Polizei Hessen rät den Gebissenen nun, "vorsorglich zu einem Arzt zu gehen". Man wolle die Betroffenen aber nicht mit der Randale auf dem Schlossgrabenfest in Verbindung bringen, sagte ein Sprecher gegenüber VICE. Die Beamten hätten mit Medizinern gesprochen. Deren Einschätzung: Eine Übertragung der Krankheit sei "eher unwahrscheinlich, sie könne aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden".

Für die Gebissenen dürfte das wenig beruhigend sein. Hepatitis C ist eine Viruserkankung, die hauptsächlich die Leber befällt. Eine Infektion verläuft meist ohne erkennbare Symptome. Bei etwa einem Viertel der Betroffenen heilt die Krankheit von selbst. Der Rest hat weniger Glück: Die akute Infektion kann zu einer chronischen Erkrankung werden, bleibt also dauerhaft im Körper.

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Wenn doch Symptome auftreten, dann sind sie meist grippeähnlich. In seltenen Fällen können Gelbsucht, Depressionen und Angstzustände dazukommen. Bleibt die Krankheit unerkannt, kann sie nach zwanzig bis dreißig Jahren zu Leberzirrhose führen.

Die wiederum verursacht im schlimmsten Fall Leberversagen. Wer einen Blick in die Zahlen zu Organspenden wirft, kann sich ausmalen, was bei Leberversagen passiert: Nicht nur ist die Leber das nachgefragteste Spenderorgan überhaupt, die Deutschen spenden auch ungern. Rund 10.000 Menschen warten hierzulande auf ein Spenderorgan.

Zu den möglichen Infektionswegen für Hepatitis C zählt übrigens nicht nur der Hundebiss. Schmutziges Heroin-Besteck kann den Virus genauso übertragen wie ungeschützter Geschlechtsverkehr. Eine Impfung gibt es nicht, sondern bisher nur für Hepatitis A und B. Kostenlose Tests auf eine mögliche Erkrankung kann man beim Gesundheitsamt machen lassen.

Bisher haben sich übrigens keine weiteren Gebissenen bei der Polizei gemeldet.

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