Features

Jesse Hughes von den Eagles of Death Metal vergleicht Waffen mit Penissen

Update: "Ich hoffe, dass ihr mir vergeben könnt." – Jesse Hughes rudert jetzt zurück.
Meredith Balkus
Übersetzt von Meredith Balkus
Brooklyn, US
Credits: Imago | Zuma Press 

Update: Nachdem Jesse Hughes mit seinen abfälligen Bemerkungen und Instagram-Posts zum Anti-Waffen-Protest "March for Our Lives" eine Welle der Empörung auslöste, hat sich der Frontmann der Eagles of Death Metal nun offiziell entschuldigt. Am Sonntag (1. April) veröffentlichte Hughes ein Video auf seinem Instagram-Account, in dem er zugibt, es also vergeigt zu haben. Es sei nicht seine Absicht gewesen, die Jugend der USA und "diese großartige Sache, die sie geleistet hat" in Frage zu stellen. Darüber hinaus sagte er, dass ihm seine Äußerungen leid täten und er die ganze Sache auf reifere und verantwortungsbewusstere Art und Weise hätte angehen sollen. Hughes' Wortlaut:

Anzeige

I truly am sorry. I did not mean to hurt anyone or cause any harm. As someone who’s watched their friends shot in front of their eyes, and seen people killed that they love, I should have handled this a lot more maturely and responsibly, and I did not do that and I messed up. I hope that you’re able to forgive me, but please know that I did not mean to do what it seems like I was doing.

Wie es dazu kam, dass der EODM-Kopf plötzlich so moderate Töne anschlägt, wird nicht erläutert. Am Ende bleibt nun lediglich ein dickes Sorry und "War alles nicht so gemeint" hängen. Hier seht ihr das ganze Video:

Am 24. März 2018 sind in den USA hunderttausende Menschen auf die Straßen gegangen, um am "March for Our Lives" teilzunehmen. Eine Protestwanderung für strengere Waffengesetze und gegen Waffengewalt. Als Musiker hat man bei solchen Bewegungen drei Möglichkeiten: Erstens, man stellt sich auf die Seite der Protestierenden und nimmt direkt an der Demonstration teil oder macht zumindest ein Posting auf einer Social-Media-Seite nach Wahl. Zweitens, man äußert sich gar nicht zu dem Thema oder drittens, man verkackt es und outet sich als Vollidiot, wie Jesse Hughes zum Beispiel – schon wieder.

Der Frontman der Eagles of Death Metal hat schon nach den Anschlägen in Paris für negative Schlagzeilen gesorgt. In der Nacht vom 13. auf 14. November 2015 waren viele von uns selbst auf Konzerten, in Bars oder Restaurants als uns die Nachricht erreichte: Genau an solchen Orten fanden die Anschläge in Paris statt. 130 Menschen wurden getötet – 90 davon im Bataclan-Theater, in dem das Konzert der Rockband stattfand. Gerade als Paris, Europa und der Rest der Welt damit beschäftigt waren, die Geschehnisse zu verarbeiten erreichte uns die Schlagzeile: "Frontman der Eagles of Death Metal: Jeder muss Waffen haben".

Anzeige

Kein Wunder, dass der Hughes auch zum aktuellen Anlass Stellung nehmen muss – in Form folgenden Instagram-Post:

Der Post, den Hughes bereits gelöscht hat, wird passend mit einem hasserfüllten Text ergänzt, in dem der Sänger nicht nur behauptet, dass die Leute doch nur an den Protesten teilnahmen, um ein paar Likes auf Facebook zu bekommen, sondern es geht noch weiter: "Als Überlebender einer Massenerschießung kann ich euch aus unmittelbarer Erfahrung sagen, dass all ihr Protestierenden, die ihr euch schulfrei genommen habt, die Erinnerung an die Getöteten, mich und jeden anderen Liebhaber der Freiheit mit euren Handlungen beleidigt….. lang lebe Rock'n'Roll."

Nach dem Stoneman Douglas High School-Shooting, bei dem Anfang Februar dieses Jahres 17 Menschen getötet und 17 weitere Menschen verletzt wurden und das auch ein Anlass des March for Our Lives war, stand die Welt, besonders aber die Beteiligten unter Schock. Für Hughes ist das Shooting aber kein Alarmsignal – er geht sogar noch einen Schritt weiter und postet eine Fotomontage von Emma González, die die US-amerikanische Konstitution zerreißt (Post bereits gelöscht). González ist eine Schülerin, die nach dem Amoklauf an der Highschool in Parkland zu einer Aktivistin für Reglementierung von Waffenbesitz wurde.

In seinem letzten Post, den er auch wieder offline nahm, schrieb Hughes, dass er einen eigenen Account für seine politischen Meinungen anlegen werde, dieser sei sein Instagram-Account für Rock'n'Roll und das wird auch so bleiben. "Jeder Rock'n'Roll-Liebhaber ist hier willkommen, gib deine Politik an der Tür ab, ich werde mit mir selbst beginnen."

Screenshot via Instagram

**

Folgt Noisey Austria bei Facebook, Instagram und Twitter.

Noisey Schweiz auf Facebook, Instagram & Spotify.