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Sondierungen

Die (vielleicht) nächste Bundesregierung erklärt in 10 Tweets

Union: 1 – SPD: 0.

VICE Staff

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Screenshot: Twitter/Tomkraftwerk

Die Große Koalition ist wie ein Paar, das sich eigentlich getrennt hat. Und das mit großem Tamtam. Als die SPD unmittelbar nach der Wahl verkündete, dass die Koalition mit der Union nun echt vorbei sei, wirkte das in etwas so, als hätte sie ihren Beziehungsstatus auf Facebook nicht nur auf "Single" gestellt, sondern den neuen Lebensabschnitt auch noch mit einem trotzigen Facebook-Post erläutert. Das Ziel der SPD war ein Singleleben. Die CDU hingegen wollte eine wildere Partnerschaft. Beides war am Ende schwieriger als gedacht. Fünf Tage sollte nun die Therapiesitzung dauern, in der sie feststellen wollten, ob es doch noch irgendwie eine gemeinsame Zukunft gibt. Jetzt steht fest: Sie wollen es versuchen. Die Paartherapie der Großen Koalition erklärt in 10 Tweets.

1. Fünf Tage dauerten die Gespräche, über 24 Stunden ging die letzte Verhandlungsrunde

2. 2013 bis 2017 hatten wir eine Große Koalition, die de facto SPD-Politik gemacht hat. Nach der Wahl sagte die SPD: "Ein 'Weiter so' kann es nicht geben." Die SPD versucht es nun offenbar mit weniger SPD-Inhalten

3. So richtig viel gibt es nicht, mit dem Parteichef Martin Schulz am 21. Januar den Parteitag überzeugen kann, der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen zuzustimmen

4. Die ersten Reaktionen aus der SPD, wie hier von einem Bundestagsabgeordneten, klingen nicht wirklich begeistert

5. Die Jusos und ihr Vorsitzender machen schon mal Stimmung gegen das Ergebnis, über das nicht nur der Parteitag, sondern nach Ende möglicher Koalitionsverhandlungen auch noch alle SPD-Mitglieder abstimmen müssen

6. Horst Seehofer wird wie allen politischen Beobachtern klar sein: Lehnt der SPD-Parteitag die Sondierungsvereinbarungen ab, muss die SPD-Spitze zurücktreten. Vielleicht war er hier also doch ein bisschen ironisch

7. Und Martin Schulz’ Problem ist, dass er die eigene Messlatte selbst so hoch gelegt hat

8. Die gute Nachricht: Künftig sollen mehr Mittel in Polizei, Justiz, Bundeswehr, Pflege, Bildung, Kommunen, Rente, Kindergeld und Europa fließen. Die schlechte Nachricht: Das müssen wir halt auch alle bezahlen

9. Am Ende trauen sich beide Verhandlungsseiten offensichtlich selbst nicht, dass das vier Jahre gut geht

10. Wir wünschten, es wäre anders

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