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So hörst du auf, dich immer wieder selbst zu sabotieren

Therapeuten, Finanzexperten und Lifecoaches erklären, wie du deinen inneren Schweinehund am besten überwindest und dir nicht immer selber ein Bein stellst.

Anna Goldfarb

Anna Goldfarb

Illustration: Lia Kantrowitz

Eigentlich ist das Problem mit der Selbstsabotage doch schnell zu lösen, oder? Wenn du merkst, dass du dein Leben verkackst, mach einfach das Fenster auf und iss 'ne Grapefruit zum Frühstück. Wenn es doch nur so einfach wäre. Schließlich brauchst du erstmal diese Selbstreflexion, um überhaupt zu verstehen, warum du dir immer wieder selbst ins Bein schießt.

Selbstsabotage ist, wenn sich dein logisches Bewusstsein (das Einkaufslisten schreibt und Zähne putzt) und dein emotionales Unterbewusstsein (das nachts den Kühlschrank leer isst oder betrunken den Ex anruft) in die Quere kommen. Egal ob du nun das Geld für die Miete versäufst, absichtlich die Deadline für die Uni-Einschreibung verpasst oder du am Abend vor einer wichtigen Präsentation bis 4 Uhr nachts PlayStation spielst, du willst dich so unterbewusst eventuell vor Schmerzen, Enttäuschungen und Ängsten schützen.

Wir haben Therapeuten, Finanzexperten und Lifecoaches gefragt, wie man seinen inneren Schweinehund am besten überwindet und sich endlich auf positive Lebensziele fokussiert.


Auch bei VICE: Bist du ein Empath?


Geh nicht zu hart mit dir ins Gericht und hol dir Hilfe

Selbstsabotage führt oft zu Schamgefühlen, die einen dann daran hindern, das Problem anzugehen. Stell dir einfach vor, da würde ein Kind so handeln wie du – und du willst diesem Kind helfen. So sieht man die Dinge schnell mit mehr Mitgefühl. Bist du dir im Klaren darüber, was du eigentlich willst, was es dir bringt und warum du das Ganze überhaupt machst?

Sobald du das alles weißt, musst du dir folgende Frage stellen: Was müsstest du für den kleinsten ersten Schritt in die richtige Richtung alles tun? Finde eine Vertrauensperson (zum Beispiel deinen besten Freund oder deinen Partner), die dir dabei hilft, diesen ersten Schritt zu machen. Auf diesen Erfolg kannst du dann immer weiter aufbauen.
Neil Sattin, Beziehungscoach und Moderator des "Relationship Alive"-Podcasts

Angst und negative Gedanken sind Gift

Stell dir vor, du hast alles, was du willst. Male dir jeden Schritt zum Erreichen dieses Ziels aus. Während du das tust, schreibst du dir alle negativen Gefühle, jede noch so komische Angst und alle Gedanken auf, die dabei in dir hochkommen. Ein Beispiel: Du stellst dir als Frau vor, wie du deinen Körper in Topform bringst. Denkst du dann auch daran, den Rest deines Lebens langweilige Workouts machen zu müssen? Hast du dann Angst davor, ungewollte Aufmerksamkeit von fremden Männern zu bekommen? Oder glaubst du, dass dein Partner und deine Freunde sich über deine Eitelkeit lustig machen? Genau solche Gedanken und Ängste führen zur Selbstsabotage.

Es ist nicht einfach, sich mit den Gründen für ein solches Verhalten zu beschäftigen. Dennoch ist dieser Schritt nicht so schlimm wie die Reue, die man spürt, wenn man ihn nicht macht. Das Leben ist zu kurz, um sich seine innigsten Wünsche nicht zu erfüllen.
Christie Hartman, Dating- und Beziehungsexpertin

Sei dir der grundlegenden Ursachen bewusst

Manche Menschen fühlen sich im Chaos wohl. Diesen Umstand zu erkennen, ist sehr wichtig. Wenn dir Chaos nichts ausmacht, dann ist es für dich auch sehr verlockend, dich selbst zu sabotieren – egal ob nun bewusst oder unterbewusst. Das sogenannte Hochstapler-Syndrom spielt ebenfalls eine Rolle: Wir befürchten, nicht gut genug zu sein, und lassen es deswegen entweder gleich ganz sein oder strengen uns nicht richtig an.

Selbsterkenntnis ist nie einfach. Deswegen solltest du auf neutrale Dritte hören. Es kann nie schaden, mit Experten zu reden – ob mit einem Therapeuten, einem Business-Coach oder irgendjemand anderem. Nimm dir ruhig Zeit, um die tatsächlichen Ursachen zu finden. Wenn du das erfolgreich getan hast, wirst du dich nicht mehr selbst sabotieren.
Erin Lowry, Autorin von Broke Millennial: Stop Scraping by and Get Your Financial Life Together

Stell dich deinen Ängsten

Wenn du ständig alles aufschiebst, unnötigen Streit mit deinem Partner anfängst oder unter der Woche zu viel Alkohol trinkst, dann solltest du mal lange in den Spiegel schauen und dich fragen, ob du wirklich so weitermachen willst. Stell dir folgende Fragen: Will ich es mir wirklich verbauen, ein glückliches Leben zu führen? Und wovor habe ich in Wahrheit Angst, wenn ich mein Leben nicht voll auskoste?

Dann sollte dir klar werden, dass es sich nicht lohnt, die eigenen Erfolgschancen zu sabotieren, nur weil du befürchtest, dein Ziel nicht zu erreichen. Es ist viel einfacher, dich deinen Ängsten zu stellen und zu "versagen", als immer wieder aufzugeben, bevor du es überhaupt versucht hast.
Justin Stenstrom, Lifecoach und Gründer vom Elite Man Magazine und vom Elite Man Podcast

Lass dich motivieren

Selbstsabotage ist eine Folge der Annahme, dass selbst unser Bestes nicht gut genug ist. Sich nicht mehr selbst zu sabotieren, geht oft mit Angstgefühlen einher, weil man dabei tiefsitzende Verhaltensmuster aufbricht. Und das ist nie einfach. Sei dir aber einer Sache immer bewusst: Du bist gut genug – egal, was auch passiert.
Raquel Jones, klinische Sozialpädagogin

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