Eine Sammlung wirklich außergewöhnlicher Drogen-Stories
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Eine Sammlung wirklich außergewöhnlicher Drogen-Stories

Über Drogen hörst und liest du meistens nur schlechte Geschichten. Leute, die nicht mehr von dem Zeug loskommen, umkippen oder Schlimmeres. Es gibt jedoch auch eine ganze Reihe von absurden, dennoch auch besorgniserregenden Geschichten.
22 September 2016, 10:01am

Über Drogen hörst und liest du meistens nur schlechte Geschichten. Leute, die nicht mehr von dem Zeug loskommen, umkippen oder Schlimmeres. Es gibt jedoch auch eine ganze Reihe von absurden, dennoch auch besorgniserregenden Geschichten. Menschen, die dich im Club antippen, auf eine der Boxen neben dem DJ-Pult zeigen und fragen: "Geht es dort runter?" Wenn du sie dann dorthin bringst, wo es wirklich runtergeht, bleiben sie an der Treppe stehen. "Kann man dir noch helfen?", fragst du. Antwort: "Nein, ich muss jetzt zum obersten Landesgericht." An einem Sonntag. Oder Menschen, die dein Smartphone brauchen, um sich selbst eine E-Mail mit einer völlig kryptischen mathematischen Formel zu schicken. True Storys—ist mir selbst beides passiert, aber das kennst du bestimmt auch.

Ein beliebter Fundus für wirklich gute Drogen-Geschichten ist Reddit. Wir haben uns durch den Wust an Threads gearbeitet und ein paar der besten Storys ausgegraben.

Mein Hund, der Gott

Der User TheColorsDuke berichtet, wie er einige Stunden lang mit einem Freund Ketamin nahm. Sie führten tiefschürfende emotionale Gespräche, denn im Gegensatz zu vielen Vorurteilen betäubt Ketamin nicht zwangsläufig Körper und Geist, eher im Gegenteil. Als sein Freund dann irgendwann ging, gönnte sich der besagte User noch eine Line Keta. Er saß auf seinem Bett, fühlte sich jedoch nicht mehr so gut, wie in den Stunden zuvor. Bis er auf seinen Hund blickte. Der Golden Retriever lag in seinem Körbchen in der Ecke des Zimmers. "Meine Augen waren auf ihn gerichtet, als die Droge einsetze.

Es haute mich um. In dem Moment realisierte ich, dass mein Hund Gott war, oder zumindest eine seiner perfekten Manifestationen." Die Lücke, die der Freund hinterlassen hatte, wurde von seinem Hund geschlossen, den er schon jahrelang hatte. Damit nicht genug: Er ging zu seinem tierischen Freund und legte sein Hand auf dessen Brust, um seinen Atemrhythmus an ihn anzupassen. Beide nahmen gemeinsam mehrere synchrone Atemzüge, bis zu diesem Punkt: "Irgendwann stand er aus seinem Körbchen auf und lief im Kreis durch mein Zimmer. Ohne zu zögern, folgte ich ihm. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben, aber ich fühlte mich wie ein Hund in diesem Moment. Ich folgte ihm auf allen Vieren.

Unsere Bewegungen waren über mehrere Minuten synchron, ohne dass ich darüber nachdenken musste." Who let the dogs out?—lautet ja eine der großen Fragen der Musikgeschichte. In diesem Fall war es offenbar Mr. Ketamin.

Ratten, die an Wänden hochklettern

Kiffen macht hungrig. Deshalb gibt es auf Reddit auch etliche Geschichten von bekifften Menschen auf der Suche nach Essen. Diese geht so: Zwei Typen wollten ihren Fressflash nach ein paar Eimern Rauch in einem chinesischen Fast Food Restaurant befriedigen.

Beide standen in der Schlange, als sie plötzlich eine Ratte sahen, die eine der Stahlwände in der Küche hochlief. "Wir haben uns beide angeschaut: Alter, hast du das auch gesehen?" Beide bekamen einen tränenreichen Lachanfall. Das Beste: Sie bestellten trotzdem noch ihr Essen, denn "Wir wollten sehen, was diese Ratte gegessen hatte, um solche Superkräfte zu bekommen."

Eine Poolheizung bauen

Wir wissen nicht, auf was für Zeug diese Typen waren, aber es muss arg gewesen sein. Zehn Freunde hatten sich für einen Ausflug ein Haus mit einem Pool gemietet. Leider hatte der Pool keine Heizung. Ein Zustand, den sich acht von zehn Männern der Gruppe nicht bieten lassen wollten. In ihrer Männlichkeit herausgefordert, bauten sie eine Poolheizung, deren Konstruktion in der Tat etwas von der Attitüde eines Heimwerkers aus den Südstaaten hatte, der in fortgeschrittener Redneck-Manier alles für möglich hält. Make this Pool warm again—so ungefähr funktioniert die Konstruktion: Über den blauen Schlauch links (im Bild unten) wird Wasser aus dem Pool gezogen, das dann über den roten zu dem ersten Wasserkocher gepumpt wird, und von dort wieder in den Pool kommt. Angeblich hat es sogar funktioniert. Aber wie der Reddit-User, der Teil der Reise- aber nicht der suizidalen Heimwerkertruppe war, richtig anmerkte: "Dieses Teil ist eine absolute Todesfalle, ich habe mich geweigert in den Pool zu gehen." Wenigstens einer mit einem (ACHTUNG, WITZ!) kühlen Kopf!

Genie oder Drogenwahn(sinn)? Foto von besagten Reddit-User.

Ein Referat auf Koks halten

Long story short_: _Zwei College-Studenten werden Freunde, einer von ihnen vertickt Drogen. Beide besuchen einen Kurs, in dem man öffentliches Reden und Rhetorik üben sollte. Sie bereiten ihre Referat auf Amphe vor und gönnen sich direkt vor dem Vortrag noch eine Line aus der Christoph Daum Selection. Beide kriegen die Bestnote und die Dozentin bezeichnet die Rede als die beste des gesamten Jahrgangs. Nachahmung ist nicht empfohlen, denn beide fühlten sich später ziemlich down.

Wiedergeboren dank LSD

Ok, derartige Erfahrungen werden von LSD-Konsumenten des öfteren berichtet. Diese ist aber besonders schön, denn es ist Musik drin. Kitschige Musik zwar, aber immer noch Musik. Reddit-User Amer2560 berichtet von einem langen LSD-Trip. Er verbrachte den Peak davon mit Freunden im Park. Später schauen sie eine Serie (XRA), er entschied sich aber dafür, lieber Musik zu hören. Er spielte zunächst diesen Song ab, dann den hier. Er begibt sich in die Fötusposition und schließt seine Augen. Während die Musik lief, hört er in seinem Kopf immer wieder einen Satz: "You are the source of all your unhappiness." Das ist natürlich nur halb wahr, denn oft machen einen auch andere Menschen, der Job und die Politik unglücklich. Aber egal, weiter: Er hörte weiter Musik. Als die Kitsch-Prog-Rock-Kapelle Dream Theater in diesem Track bei Minute neun ein Keyboard-Solo zum besten gibt, habe er gemerkt, dass er wiedergeboren wurde. "Everything will be ok, just be happy", sagt die Stimme im Kopf. Seitdem habe sich seine ganz Persönlichkeit zum Positiven geändert. Er ist freundlicher, selbstbewusster und sozial aktiver. So wie er es auch auf LSD ist, nur jetzt eben ohne Lucy in the Sky with Diamonds.

Auf LSD seine Freunde hinter einem Bus herlaufen lassen

Dieser junge Mensch beschloss, endlich mal LSD zu probieren. Da er nicht dumm war und obendrein noch gute Freunde hatte, leisteten Letztere ihm bei seinem Trip Gesellschaft. Etwas dumm muss er dann offenbar doch etwas gewesen sein, denn nachdem die erste Tablette (mit 100 Mikrogramm) nach 1,5 Stunden nicht gewirkt hatte, beging er einen Anfängerfehler und nahm noch eine. Nach einer weiteren halben Stunde schepperte das LSD und der ehemals jungfräuliche LSD-Neukunde rannte panisch aus der Wohnung, nach draußen und stieg in einen Bus, der just in dem Moment an einer Haltestelle hielt. Seine Freunde folgten dem Gefährt, während er ihnen dabei freundlich grinsend zuwinkte. Er fuhr bis zum Campus seiner Uni und blieb dort stehen. Ob seine Freunde noch dazu kamen und immer noch seine Freunde sind, ist nicht bekannt.

Neun Orgasmen in zwei Stunden

Über das sexuale Verlangen und Erleben auf verschiedensten Substanzen könnte man einen gesonderten Artikel machen. Oft hört man auf jeden Fall, dass entweder nichts mehr geht—beziehungsweise steht,—oder dass der Sex lange dauert. Dem Pärchen aus dieser Geschichte ging es offenbar anders. Über den Abend hingen sie ein bisschen mit dem alten Party-Girl Emma rum. Als Emma sich langsam verzog, jedoch in Sichtweite blieb, hatten sie Sex. Neun mal, jedes Mal mit (männlichem) Orgasmus. Einige Reddit-User vermuten, dass eine Verwechslung vorgelegen habe könnte und er statt MDMA eine Viagra Pille genommen hatte. Wenn nicht, könnte es eine gesetzliche Lücke geben und MDMA als Potenzmittel seinen Weg in die Legalität finden. Wäre doch geil (ja, le Wortwitz), oder?

Header: Kaum zu glauben, aber diese älteren Herrschaften sind nicht auf einem Trip, sie testen nur Teppiche. Foto: Imago. __Dieser Artikel ist zuerst bei THUMP erschienen.

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