Kinder werden mit Metallica konfrontiert und verstehen die Welt nicht mehr

„Ich habe gesehen, wie Kylie Jenner ein Shirt von ihnen getragen hat, aber ich kenne sie nicht.“
12.9.16

Das erste Mal, dass ich irgendwas von Metallica gesehen habe, war in den 90ern auf dem Musiksender Viva Zwei. Es war irgendeine Werbung für Metallica und der Song "Nothing Else Matters" lief. Ziemlich kuschlig für diese ach so böse Band, dachte ich. Ein paar Jahre später lief "St.Anger" auf MTV, blies mich um und ich begann, mich wirklich für diese Band zu interessieren. Seitdem sind Metallica fester Bestandteil meiner Musiksozialisation und vielen meiner Freunde ging es ähnlich. An der Band kommst du eben nicht vorbei, wenn du auf harte Gitarrenmusik stehst. Die Leute von Fine Brothers Entertainment wollten dieses erste Kennenlernen ein bisschen beschleunigen und haben 8 bis 13-jährige Kinder mit Metallica-Songs konfrontiert.

Anlass ist natürlich deren neuer Song "Hardwired", in dem die Thrash-Legenden endlich wieder so rasend wie in den Achtzigern klingen. Die Kinder reagieren überwiegend bestürzt. Sie verstehen kaum ein Wort, kommen mit der Songstruktur nicht zurecht und sind von Gitarrensoli irritiert: "Ich glaube nicht, dass man das Musik nennen kann." Und trotzdem fühlen sie die Energie, gehen mit und erinnern mich wohlig daran, wie ich das erste Mal solche Musik gehört habe.

Zwar haben die Kinder schon mal den Namen Metallica gehört ("Ich habe gesehen, wie Kylie Jenner ein Shirt von ihnen getragen hat, aber ich kenne sie nicht"), können aber nicht sagen, was für ein Genre das sein soll: Rock'n'Roll? Punk Rock? Hardcore? Irgendwas eben, was sie sonst nicht hören ("Ich verstehe kein Wort … Aber das sagt mein Papa auch über Lil Wayne"). Und ein paar Kinder mögen es sogar. Auf die Frage, warum sie wohl immer noch erfolgreich Musik rausbringen, antwortet der 12-jährige Alex: "Es ist anders. Im Radio kommt immer sowas wie Justin Bieber und so."

Also, liebe Radiostationen: Hört auf die Kinder und spielt endlich mal wieder was anderes. Die Jugend ist nämlich noch lange nicht verloren (außer dieser Evan!).

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