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Sex

Dinge, für die ich mit 25 einfach zu alt bin

Mein 25. Geburtstag war meine persönliche Schmerzgrenze für vieles. Seither kann ich Skaterboys, Spongebob, schlechten Sex und bunt gefärbte Haare nur noch schwer ertragen.
21.11.14

​Gleich vorab: Man ist so alt, wie man sich fühlt. Oder dem ​Türsteher erzählt. Trotzdem gibt's da Dinge, die ​früher nicht einfach nur „besser" waren, sondern ÜBERHAUPT erst Spaß gemacht haben, weil man im richtigen Alter war und die im Umkehrschluss heute überhaupt nicht mehr geil sind. Die Vierteljahrhundert-Grenze war wohl einfach meine persönliche Schmerzgrenze für vieles. Wobei ich damit nicht sagen will, ​dass jeder mit 25 einen totalen Gesinnungswandel durchmacht und als neues Geschöpf aus seiner alten Schlangenhaut schlüpft. Wann genau dein Körper und dein Geist ​mit YOLO nicht mehr klarkommt ist natürlich dein Bier—welches übrigens sehr wohl auch noch nach 25 Jahren vorzüglich schmeckt.

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Wie wir alle wissen, werden wir alt. Wir alle. Auch du. Scheiße oder? Aber ist halt so. Wie meine Mama zu sagen pflegt: Hüft olles nix. Und die Tatsache, dass ich meine Mutter zitiere und zu schwammigen, nichtssagenden Phrasen neige, macht die Sache nur noch glaubwürdiger. Ab 25 beginnt der Körper eben merklich abzubauen. Es ist also ganz natürlich, dass die Welt irgendwie schleichend und doch ganz plötzlich in einem anderen Licht erstrahlt. Neonlicht ade, früher Vogel und Morgensonne ahoi. Und alle, die unter oder über 25 sind, und keine Ahnung haben wovon ich rede: Irgendwann kommt auch für euch der Tag, und dann werde ich irgendwo an einem weit entfernten Ort einen Nipp meines erlesenen Rotweins machen, den verrückten Klängen von Jazz lauschen, verschmitzt grinsen und mit tiefer Befriedigung: „Ich hab's euch doch gesagt" hauchen.

Foto: eflon via photopin cc

Manche sagen ja, Falten seien Zeichen von Lebenserfahrung und „ultrasexy". Diesen Menschen würde ich am liebsten eine reinhauen und sie danach ankotzen, wenn ich nicht so verdammt happy über ihr Gutmenschentum wäre. Denn ab einem gewissen Alter muss man einfach froh um jeden Strohhalm sein, der einem gereicht wird. Außer man ist reich und spritzt oder operiert sich jung. Auch eine Möglichkeit. Leider bin ich nicht vom Hollywood-Lifestyle-Glück geküsst worden und alles was ich mir leisten kann, ist Antifaltencreme, Leitungswasser und, meinem losen Studentenleben sei dank, genügend Schlaf. Soll ja laut Promis sowieso am Besten helfen. Und der Glaube versetzt bekanntlich Berge (solche Dinge sagen alte Leute wie ich nun mal, findet euch damit ab).

Das Alter hat aber auch andere Folgen. Nicht nur, dass der Körper reift und langsam wie eine trockene Rosine Falten wirft—auch im Kopf werden die Prioritäten neu geordnet. Anscheinend müssen die Jugend und ihre unbändige, ahnungslose Verschwendungssucht wohl irgendwann ein Ende finden. Genauso wie diese Einleitung irgendwann ein Ende finden sollte. Deshalb kommt hier die Liste der Dinge, für die ich mit einem Vierteljahrhundert einfach zu alt bin.

Skaterboys

„Ach nein, nicht die Skaterboys! Sie sind ja so süß!" Jup, ich weiß. Aber irgendwann sind ein Skateboard unter den Füßen, im Wind wehende Haare und ärmellose Shirts mit Dreiecken drauf einfach nicht mehr genug, um eine Frau an sich zu binden. Was aber gar nicht so schlimm zu sein scheint, denn ​das Letzte, das ein Skaterboy wirklich will, ist Bindung. Sonst würde er nämlich mal vom Brett runtersteigen und bodenständig (!) werden. Nein, so ein Skaterboy will sich alle Wege offen halten. Sein Auto ist eine Schrottkarre, sein Haar zerzaust und geduscht hat er auch schon zu lange nicht mehr. Genau das macht ihn so unglaublich süß, aber eben auch unheimlich pflegebedürftig. Man muss ihn kämmen, baden, füttern und ihm nach jedem Sturz die Wunden lecken. Wenn eine Frau mit 25+ sich um wen kümmern möchte, macht sie ein Baby.

Kiffen

Schon etwas kniffliger! ​Keine Frage, Kiffen kann Spaß machen. Bis es irgendwann keinen Spaß mehr macht. Bis es irgendwann nur noch Symptom und Ursache von tiefgreifender Langeweile ist, man selten lacht und der Essensflash auf die Hüften schlägt. Ab 25 ist alles, was man sich vom Kiffen holen kann, Arbeitslosigkeit und Übergewicht. Ich will nicht behaupten, ab 25 habe man keinen Bock mehr auf Drogen. Vielmehr trau ich mich zu behaupten: Man hat eventuell Bock auf andere Drogen. Kiffen ist einfach lahm. Sorry, Surferdude und Skaterboy, ich will nicht an deinem Joint ziehen.

Bleach Blond

Irgendwann wird's einfach peinlich, Mädels. Denn irgendwann wird Bleach Blond, in Kombination mit den Folgen von jahrelangem Sonnenanbeten, das sich in Form von Krähenfüßen und Lippenfältchen bemerkbar macht, zum peinlichen Versuch, sich mit den jungen Küken zu messen. Man sollte irgendwann einsehen, dass man mit einer gewissen Reife mehr einem knusprigen blonden Grillhendl ähnelt, als der jugendlichen Pamela Anderson (und ganz ehrlich, auch die ist längst kein Schönheitsideal mehr). Wer es nicht glaubt, sollte sich die liebe Pam einfach mal heute ansehen. RIP jugendliche, lesbische Fantasie. Wenn ich die Gute heute ansehe, läuft mir das Wasser im Mund nur noch zusammen, weil ich das Bild eines Grillhendls nicht aus meinem Kopf kriege.

Bunte Haare

Auch bunte Haare sind irgendwann einfach nur noch blöd. Nicht aus denselben, aber aus anderen, durchaus schwerwiegenden, nicht-spießigen Gründen, ist auch das Färben deiner Haare mit außergewöhnlichen Farben ab einem gewissen Alter nicht mehr zu empfehlen. Haare sind nämlich leider nicht unzerstörbar. Sie werden tatsächlich kaputt. Und gerade wildes Gefärbe und Gebleiche führt dazu, dass dir früher oder später deine Haarpracht abbricht oder ausfällt. Mama hat's dir (und damit meine ich mir) schon immer gesagt, aber du (und damit meine ich mich) wolltest ja nicht hören. Ab einer gewissen Lebenserfahrung sind kaputte Haare nur ein Zeichen dafür, dass du lernresistent bist.

Nicki Minajs Anaconda

„Meine Anakonda mag keine Nonnen solang du keine Brötchen hast, Honig"?? OK, stopp. Ich nehme alles zurück. Das ist Kunst.

Spongebob

Foto: JD Hancock via photopin cc

Sorry, aber nein. Zu schrill. Zu laut. Lärm. Wegzappen. Sofort. Oh, Cesar Milan! Viel besser.

Arschlöcher

​Mädels stehen auf Arschlöcher. Vollkommen richtig, das ist echt so! Nur: Frauen tun das nicht. Ich bin einfach zu alt für die Spielereien eines sogenannten „Arschlochs". Man erkennt diese übrigens unglaublich schnell, hat man erst ein Auge dafür entwickelt. Das auffälligste Merkmal eines Arschloch-Typen ist: Er ist nicht nett. Einige von euch könnten jetzt meckern und meinen, das wäre doch klar. Ist es auch, nur ist ein Mann, der nett zu uns ist, unter 25 so schnell in der Friendzone, dass ihm vom tiefen Fall eigentlichganz schlecht in der Magengegend sein sollte (dem Armen). Nette Männer sind einfach—schieben wir es auf die Biologie und das lauter-werdende Ticken der Uhr, die tief im Uterus sitzt— erst ab einer gewissen Reife interessant. Lerne Nettigkeit wertzuschätzen. Erst mal entdeckt, werden nette Typen nämlich schnell zur heißen Ware. Den meisten Arschloch-Männern fällt es zumeist sehr viel schwerer, zu lernen, Frauen mit Respekt und Achtung zu behandeln, als es den meisten Frauen schwerfällt, sich von den Arschlöchern zu distanzieren. Je schneller einem das klar wird, desto mehr Auswahl gibt's am Gute-Männer-Buffet. Mahlzeit.

Komasaufen

OK, dieser Punkt ist ziemlich einleuchtend und trotzdem tut er sauweh. Denn wenn der Körper einfach nicht mehr so richtig durchhält, wird die Partynacht ​spätestens am nächsten Tag einfach nur zur schlimmsten Entscheidung, die du jemals getroffen hast. Spätestens, nachdem du dir den Abend nochmal gründlich durch den Kopf gehen hast lassen (wortwörtlich gemeint) und dem Entdecken der peinlichen WhatsApp Konversation mit dem Freund deines kleinen Bruders, ist dir der Spaß am Saufen einfach nur vergangen. Und wenn du dann die Musik auch noch zum ersten Mal als „Lärm" bezeichnest, ist es wohl soweit sich nach Alternativen zum Komasaufen umzuschauen. Neben all diesen subjektiven Empfindungen drängt sich einem aber auch zwangsläufig die Frage nach den Folgen auf. Wie viele Vollräusche hält so ein Gehirn eigentlich aus, bevor es sich zu einer breiigen, braunen Masse verwandelt, deren Muttersprache Lallen zu sein scheint und das sich am liebsten vom wohligen Schunkeln im ​FPÖ Oktoberfest Bierzelt in den Schlaf wiegen lässt. (An dieser Stelle danke, Steffi Sargnagel, für den Artikel) Man sollte auf alle Fälle darauf achten vor der potentiellen Teilnahme bei „Familien im Brennpunkt" oder „Schwiegertochter gesucht" mit dem exzessiven Trinken aufzuhören.

Wooh-Girls

Girls, die woohn, während sie mit Ramazotti Zitrone, diesem einen Erdbeergesöff oder Saurem Apfel auf das Singleleben anstoßen, find ich ja prinzipiell eh super. Also, im Fernsehen. Als virtuelles Vorbild für meine Sonntagslaunen. Leider halt ich ihr reales Gekreische ohne 2 Promille Alkohol im Blut einfach kaum noch aus, was sich leider aber kaum mit meinen restlichen Vorsätzen für das Leben nach 25 unter einen Hut bringen lässt (siehe letzter Punkt). Da ich zu alt für 2 Promille bin, bin ich auch zu alt für hemmungsloses Woohn. Sorry Wooh Girls! Höchstwahrscheinlich werd ich in meinen Mid-Vierzigern aber wieder zu euch stoßen. Schon ein bisschen schwerhörig, frisch-geschieden und bereit schreckliche Popsongs aus meiner Jugendzeit mit meinem Wooh zu versüßen, verlass ich mich dann auf euren alkoholbedingten Gedächtnisverlust und eure übertriebene Offenherzigkeit. Bis dahin will ich euch so gut es geht vermeiden.

Fast Food

Ab 25 bekommt der Spruch ​„Du bist, was du isst" eine ganz neue Bedeutung. Als junges Ding machten dich die Fertigpizza und der Döner Kebab—unglaublich aber wahr—eigentlich nur noch heißer, indem sie dir ein bisschen mehr Po und Busen verliehen. Die Schokoladentorte unterstrich deine Zuckerseite und die Pommes Frites glitten gut geölt durch deinen Körper, ohne sich irgendwo festzukrallen. Nach 25 hat sich das Altfett, in dem deine Pommes gebadet haben, aber leider als Altfett an deine Hüften gehaftet. DieSchokoladentorte lässt deine Oberarme wabbeln und die Fertigpizza ummantelt dein Sixpack in unschönster Art und Weise. Verpickelt und müde vom Treppenaufgang stehst du dann eines Tages vor dem Spiegel und siehst einen labbrigen fettigen Cheeseburger anstelle des jungen Gemüses von damals. Spätestens da wird dir klar, dass frisch Kochen nicht nur wahrgewordener Luxus sein kann, sondern notwendig geworden ist.

Schlechter Sex

Eines der besten Dinge am Älterwerden ist, dass der Sex exponentiell an Qualität gewinnt. Ob das auch für Männer zutrifft, weiß ich nicht, für Frauen ist es aber fast immer der Fall. Hat man einmal raus, wo der Schalter der sexuellen Ekstase liegt, verlernt man dessen Umlegemechanismus nicht mehr so schnell. Ist wie Fahrradfahren. ​In der Jugend fährt man mit Stützrädern, Helm und Knieschonern. Aber irgendwann, eines schönen Tages, kann man nicht nur ohne Stützräder, sondern sogar Freihändig fahren! Und das Ins-Ziel-kommen ist auch kein Marathon mehr. Helm-Pflicht sollte aber trotzdem bestehen bleiben. Freut euch, kleine Hobby-Radler. Auf den Profisport! Im Ziel angekommen fällt Frau dann aber schnell das Urteil: Ich bin einfach zu alt für schlechten Sex.

One Night Stands

Foto: Admond via photopin cc

Spätestens nach dem vorigen Punkt ist klar: Der besoffene One Night Stand verliert ab 25 einfach jede Berechtigung. One Night Stands sind (habe ich NUR aus Erzählungen vernommen) meistens ​alles andere als prickelnd. Alkoholbedingte Potenzprobleme und ein verklärter Blick helfen nicht gerade dabei, die Eroberung auf Touren zu bringen. Ebenso wenig hilft die Anwesenheit seiner Mitbewohner hinter den viel zu dünnen WG-Wänden, der Weißwein aus dem schmierigen Wasserglas und der Gedanke an den erstklassigen Walk of Shame in viel zu grellem Tageslicht.

Auf den Bus warten

Manche nutzen ja das Auf-den-Bus-warten, um wichtige Mails zu beantworten oder einfach mal nichts zu tun. Ich allerdings friere mir meist nur die Finger ab, während ich angestrengt versuche, den richtigen Song in meiner veralteten Playlist zu finden. Es scheint auch, als würde das Schlendern vom einen Ende der Bushaltestelle zum Anderen in den richtigen Gegenden den vorbeifahrenden BMWs eindeutig mehr gefallen als mir. Alles was auch nur annähernd Hupen besitzt, wird sofort angehupt. Je lauter die Hupe ist, desto größer ist wohl der Penis. Äh ich meine natürlich die Geldtasche. Wie viel ich für einmal verlange? Du meinst einmal Mittelfinger zeigen? Kannst du gratis haben. Aber im Ernst, irgendwann ist das Maß voll. Auf den Bus warten ist nur lustig, wenn man um 6:00 Uhr morgens mit seinen besten Kumpels aus dem Club fällt und der Promille Spiegel noch gut ausreicht um zusammen die schönen Seiten des Busfahrens zu preisen. Die da wären: Billig und kann man auch betrunken machen.

Streit mit den Eltern

Deine Eltern haben dich durchgefüttert, sich um dich gekümmert, wenn du krank warst und dir geholfen deine Schuhbänder zu binden. Sie verdienen Respekt! Auch wenn sie versehentlich das Internet löschen. Gegenseitiges Verständnis muss man lernen. Nacheinem Vierteljahrhundert auf diesem Planeten solltest du das verstanden haben.

Scheiß-Eltern

Wenn deine Eltern allerdings zur Sorte „Scheiß-Eltern" gehören, ist es ab einem gewissen Alter auch nicht mehr nötig, um ihre Gunst zu kämpfen. Du hast keinen Bock auf deine Scheiß-Eltern? Ruf sie nie wieder an.

Notorisch Schlechtgelaunte

Foto: Andy Morffew via photopin cc

Vielleicht hast du es ja noch nicht bemerkt, aber deine Pubertät ist vorbei … Du musst keinem mehr beweisen, wie speziell und individuell du bist, wie viel Tiefgang du hast, musst nicht mehr den neuen Freund deiner Mutter vergraulen und auch nicht mehr sonntags in die Kirche gehen, wenn du keinen Bock hast. Ein Lächeln im Gesicht würde dir also keinen Zacken aus der Krone schlagen.

Männer, die in WGs leben

Das Leben beginnt erst, wenn du nackt durch ​deine vier Wände laufen kannst und der Sex im Wohnzimmer nicht mehr als „Sex im öffentlichen Raum" bezeichnet werden kann.

Gespielte Freundlichkeit

Ein Viertel-jahrhundert jung, bin ich endlich soweit zu sagen: Fuck you. Es ist mir egal, ob du mich magst oder nicht. Ich muss nicht mehr mit jedem Best-Friends sein. Puh, diese Erkenntnis fühlt sich sehr gut an.

Schlechte Grammatik

Screenshot via ​Noisey

Leute, die wo in Fernsehen oder in echtem Leben kein richtigen Deutsch zu reden können tun dich irgendwann tot machen (oder du sie 111einself1).

Praktika

Lieber Unternehmer, mit über 25 bin ich nicht mehr bereit, „zuerst einmal und für absehbare Zeit" ein ​unentgeltliches Praktikum in eurem Unternehmen zu absolvieren. Weil: Ich habe verdammt nochmal eine Miete zu zahlen, kein Stipendium mehr, eine Katze zu füttern und eine Antifaltencreme zu kaufen. Ist es zu viel verlangt, für Arbeit, die ich bereit bin für euch zu verrichten, bezahlt zu werden? Wenn ja, schau ich mir noch einen TED-Talk an und gründe, vom amerikanischen „Follow your dreams"-Slogan völlig verblendet, mein eigenes Unternehmen. Wenn nicht, bitte gebt mir einen Job! Bitte, bitte, bitte! Meine Miete kostet soviel, meine Katze ist verdächtig dünn, mein Stipendium lange her und die Antifaltencreme sauteuer.

Shoppen

Mal abgesehen davon, dass ich mit 25 sehr wahrscheinlich schon seit 10 Jahren meine endgültige Körpergröße erreicht habe, und sich mein Kleiderschrank, aufgrund meiner Sammelwut, kaum noch schließen lässt, wird Shoppen einfach scheiße, sobald man für sein Geld arbeiten muss. Im Grunde hoffe ich ab 25 also nur noch, dass Schlaghosen bald wieder in sind. Bei diesem Trend kann ich nämlich, auch ohne einen Cent meines hart-erarbeiteten Geldes auszugeben, ganz vorne mit dabei sein.

Gut und schlecht getarnte Fickanfragen

Ob ich mal was mit dir machen will? Ja klar, was und wann denn? Ah Ok, irgendwann mal beim Fortgehen was trinken. Hm. Lass mich überlegen. Lass mich noch mal kurz … ganz kurz nur … einfach um sicher zu gehen: Nein. Und es ist mir ​egal, ob du mich auf Facebook löscht.

Erasmus

​Erasmus ist Krieg, bei dem du jedes Wochenende in eine neue Schlacht ziehst. Glaube mir. Und das Wochenende beginnt im Erasmus-Universum üblicherweise mittwochs. Tu den anderen, aber vor allem dir selbst den Gefallen und fahr nicht mit Mitte 20 irgendwo als Erasmus-Student hin. Es tut einfach weh, körperlich und seelisch, mit den Jungen mithalten zu wollen und es nicht mehr zu schaffen. Und ihnen tut es auch weh, dich nach jedem Wochenende wieder aufpäppeln zu müssen. Körperlich und seelisch. Nur, um dann mitansehen zu müssen, dass die nächste Party dich wieder fast umbringt.

Rollenspiele

Außer im Bett, würde ich sagen, hat intensives Rollenspielen zu viele schlechte Nebenwirkungen, um es als verantwortungsbewusster Erwachsener noch gleich intensiv zu betreiben wie in Teenage-Tagen. Es geht wohl ab Mitte 20 eher darum, das reale Leben erfolgreich zu stemmen, als sich noch ein virtuelles aufzubauen. Die Konsole öfter mal liegen zu lassen und stattdessen Erwachsenenkram zu machen, kann mir also nicht schaden.

Erste Dates, Disney, ein Herr der Ringe-Marathon, schlecht-synchronisierte Sitcoms, Prokrastinieren, Jogginghosen, Hakuna Matata und das gelegentliche Brechen der eigenen Vorsätze … Laura, owi vom Gas. Glücklicherweise fühle ich mich keineswegs zu alt für diese wunderbaren Dinge.

Foto der Autorin, via Facebook

Sollte ich mich aber eines schlimmen Tages auch für diese tollen Dinge zu alt fühlen, werfe ich alles über den Haufen. Geh mit meinem notorisch-kiffenden Skaterboy, den ich im Zuge einer schlecht-getarnten Fickanfrage kennengelernt habe, nach dem Playstation zocken, zum nächstbesten Fast Food Laden. Bleiche mir die Haare, um sie mir anschließend Blitzblau zu tönen, während Spongebob läuft. Streite mit meinen Eltern, weil sie scheiße sind und mir kein Geld zum Shoppen geben. Bin übertrieben freundlich zu meinen notorisch schlechtgelaunten Wooh Girl Freundinnen, während ich auf den Bus warte, um zu meinem unbezahlten Praktikum zu fahren. Feiere anschließend nach Feierabend mit viel zu vielen Ramazzotti-Shots, dass mich mein Arschloch Freund nun endgültig verlassen hat, bis ich früher oder später keinen grammatikalisch-richtigen Satz mehr zusammenbringe. Woohe genüsslich auf Anaconda und habe danach schrecklichen Sex mit einem One Night Stand, der in einer Wg mit viel zu dünnen Wänden wohnt.

Nur um anschließend bei einem Erasmusaufenthalt in Ibiza mein Gehirn für immer in Matsch zu verwandeln. Wo ich mich dann lallend, und den ganzen Tag am Strand liegend, in ein Grillhendl verwandle, rassistische Witze mache, von einem RTL Kamerateam auf Schritt und Tritt begleitet werde und davon träume nochmal 25 zu sein.

​Ihr könnt Laura auch auf Twitter von eurer ewigwährenden Jugendlichkeit überzeugen: @_KokoShka_


Titelbild: Ethan Prater via photopin cc