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Zusammen standen wir auf. Inzwischen war die weibliche Hälfte des Pärchens angezogen und saß mit ihrem Handy auf der Couch. Sie wünschte uns verschlafen ein frohes neues Jahr und fragte: „Wer seid ihr?" Wir ignorierten sie und gingen direkt auf das andere Ende der Wohnung und das Gästezimmer zu. Wir klopften, und als jemand die Tür aufmachte, sahen wir, dass da noch mehr Leute im Bett lagen. Wir sprachen den Typen an, der das Zimmer eigentlich gemietet hatte, und erklärten ihm, dass es „nicht cool" ist, aufzuwachen und Fremde in unserer Wohnung zu finden.Verstört und kleinlaut entschuldigte er sich immer wieder und stimmte uns zu, dass er zu weit gegangen war—zu der Gruppe gehörten fünf Personen, drei mehr als man uns gesagt hatte. Mein Mann wollte wohl noch unsere moralisch überlegene Stellung zementieren, denn er endete mit: „Alter, das war meine Hochzeitsnacht und jemand hatte jede Menge Sex in meiner Wohnung, aber dieser jemand war nicht ich!" Daraufhin versprach der Junge zu putzen und sich dann zu verziehen. Wir gingen zurück ins Bett, während sie sich um das Durcheinander und den Dreck kümmerten. Wir fingen an, den Tag doch noch zu genießen. Airbnb rief an und versprach, uns zu helfen. Sie waren dabei viel netter, als ich nach einigen der Horrorgeschichten, die ich im Internet gelesen hatte, erwartet hätte.Bis unser anderer Airbnb-Gast an jenem Abend um 21 Uhr nach Hause kam, hatten wir schon fast vergessen, dass er ja noch das andere Zimmer gemietet hatte. Mein Mann kam ins Wohnzimmer gerauscht, um sich für die Ereignisse der Nacht zu entschuldigen. Der Gast, ein sehr schüchterner Mann, der höchstwahrscheinlich Airbnb nutzte, um ein wenig mehr aus sich herauszukommen, war ziemlich verstört. Er hatte unsere anderen Gäste für Freunde von uns gehalten, und er war sich sicher, sie hätten „Drogen genommen". Mein Mann erklärte die Situation und versuchte, aus geteiltem Leid eine bessere Bindung mit dem Gast zu knüpfen. Er rief: „Sie haben Drogen genommen! Und Sex gehabt!" Daraufhin antwortete der Gast: „Ja, ich weiß. Ich musste letzte Nacht auf die Toilette und hab' die Tür aufgemacht und da waren fünf Leute, die auf eurem Teppich Sex hatten. Ich habe die Tür wieder geschlossen und es mir für den Rest der Nacht verkniffen."Wenn ich diese Geschichte erzähle, sind viele Leute entsetzt: Wie konnten wir so etwas zulassen? Wie haben wir es nur geschafft, sie nicht umzubringen? Wieso haben wir nicht die Polizei gerufen? Ehrlich, ich schätze mich glücklich, dass ich eine komische Geschichte über meine Hochzeit habe. Der einzige dauerhafte Schaden ist ein ruinierter Teppich, und den hat Airbnb uns zum Glück sogar erstattet. (Aber ich habe meinen Dad gefragt, wie man eine Orgie aus dem Teppich kriegt. Seine Antwort: „Nimm das Zeug, das sie für Autoteppiche benutzen.")Unsere einzige andere Enttäuschung ist, dass unsere Gäste uns nicht einmal eingeladen haben mitzumachen. Immerhin war es unsere Hochzeitsnacht.