Anzeige
Stuff

Fast 300.000 Menschen haben Petitionen zur Begnadigung des ‚Making a Murderer‘-Protagonisten unterschrieben

Die neue True-Crime-Dokumentation von Netflix hat Hunderttausende Menschen davon überzeugt, dass Steven Avery für ein Verbrechen im Gefängnis gelandet ist, das er nicht begangen hat.

von River Donaghey
05 Januar 2016, 9:16am

Vergangenen Monat hat Netflix die neue True-Crime-Dokureihe Making a Murderer veröffentlicht—genau richtig, um sich zur Weihnachtszeit über das kaputte Justizsystem der USA aufregen zu können. Inzwischen haben die zu Recht wütenden Zuschauer zwei Petitionen auf Change.org und WhiteHouse.gov gestartet, in denen sie US-Präsident Barack Obama dazu auffordern, Steven Avery—also den Protagonisten von Making the Murderer—zu begnadigen. (ACHTUNG: Es folgen kleinere Spoiler!)

In der zehnteiligen Dokumentation wird sich eingehend mit den Vorwürfen beschäftigt, die besagen, dass Avery und sein 16-jähriger Neffe Brendan Dassey für den Mord an Teresa Halbach verantwortlich seien. 2007 sind die beiden für dieses Verbrechen schuldig gesprochen worden. Avery verbüßt derzeit eine lebenslange Haftstrafe, aber seine Unterstützer sind davon überzeugt, dass die Beweise gegen ihn von den Polizeibeamten gefälscht wurden, nachdem ein Gericht eine frühere Vergewaltigungs-Anklage gegen Avery wieder verworfen hatte.

Ken Kratz, einer der Staatsanwälte, die Avery hinter Gitter brachten, hat sich nun gegen die Netflix-Filmemacher ausgesprochen und behauptet, dass sie sich nur mit den Beweisen des Falles auseinandergesetzt haben, die Avery unschuldig erscheinen lassen. Die Dokumentaristen haben diese Anschuldigung ziemlich gelassen hingenommen und die 200.000 verärgerten True-Crime-Fans, die die beiden Petitionen unterschrieben haben, sind durch die Aussagen des Staatsanwaltes auch nicht vom Gegenteil überzeugt worden.

Die Geschichte des brutalen „Cleveland Stranglers" und seiner vergessenen Opfer

Zum Leidwesen der Online-Aktivisten ist es Obama jedoch nicht möglich, Avery zu begnadigen, da das Urteil in diesem Fall nicht von einem US-Bundesgericht ausgesprochen wurde.