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Über 900 Flüchtlinge sind im Mittelmeer ertrunken und in den USA soll mit Stickstoff „human" hingerichtet werden.

von Paul Garbulski
20 April 2015, 4:13am

Fans des FC Köln haben keinen Bock auf AfD-Chef Bernd Lucke in ihrem Zug

Foto: Imago | Moritz Müller

Stelle dir folgende Szene vor: Du fährst mit einem ICE von Berlin nach Köln, betrittst das Bordbistro und da sitzt Bernd Lucke. Wie reagierst du? Wahrscheinlich fragst du nicht nach einem Autogramm. Vielleicht versuchst du, ihn unauffällig mit deinem Handy zu fotografieren, um sodann das Foto mit einem beißenden Kommentar auf Facebook hochzuladen. FC-Köln-Fans sind da couragierter. Als sie den Rechtspopulisten auf ihrer Heimreise vom Bundesligaspiel Hertha gegen Köln im Bistro erblickten, forderten sie ihn auf, aus dem Zug zu steigen. Der Grund war einfach: Sie wollten nicht im selben Zug mit einem „ Nazi" fahren. Als Lucke darauf verwies, dass er mit seiner Frau reise, hatten die Kölner auch darauf eine Antwort parat: „Für die Politik, die du machst, musst du dir das auch gefallen lassen." Weil die Fans mit ihrer Forderung eisern blieben, benachrichtigte Lucke die Polizei, die ab dem Bahnhof Hamm für den Rest der Zugstrecke an jeder Haltestelle Beamte positionierte, falls die Situation eskalieren würde. Unnötig, denn das tat sie nicht.

In Oklahoma darf jetzt auch mit Stickstoff hingerichtet werden

Foto: Imago/INSADACO

Der US-Bundesstaat Oklahoma verfügt über drei legale Weisen, wie er verurteilte Straftäter töten darf: Mit der Giftspritze, dem elektrischen Stuhl oder einem Erschießungskommando. Die Giftspritze war der Renner unter den Dreien, doch spätestens als der verurteilte Charles Warner 43 Minuten lang mit dem Tode ringen musste, bis er endlich an einem Herzinfarkt sterben konnte, war man genötigt, sich nach einer Alternative umzusehen. Auch deshalb, weil selbst die Firmen, die das Gift produzieren, sich weigerten, es auszuliefern. Bei den so entstandenen Engpässen soll nun Stickstoff helfen. Via Atemmaske soll er verabreicht werden. Obwohl diese Exekutionsmethode in den Haftanstalten noch nie „getestet" wurde, rühmt sie die republikanische Gouverneurin Mary Fallin als besonders „effektiv und ungrausam". Andere Befürworter dieser Hinrichtungsart sprechen sogar von einem „humanen" Akt des Sterbens.

Drogenkartell greift eine ganze Stadt an, um seinen Boss aus dem Gefängnis zu befreien

Wird in Deutschland ein Drogenbaron verhaftet, schlägt die Stunde seiner Anwälte. Sie bilden die letzte Instanz im Kampf gegen das Gesetz. Nicht so in Mexiko. Als José Tiburcio Hernández Fuentes, alias „El Gafe" („Der Spielverderber"), von der Polizei und Armee verhaftet wurde, kamen statt seiner Anwälte Bandenmitglieder in die Stadt Reynosa. Sie errichteten mit brennenden Lastwagen, Bussen und anderen Autos Straßenblockaden, lieferten sich Feuergefechte mit den Beamten und griffen das Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft an, in dem der Boss des Golf-Kartells festgehalten wurde. Der Angriff konnte abgewehrt werden, bei der Straßenschlacht sind mindestens drei Menschen getötet worden.

Die europäische Flüchtlingspolitik verursacht Tote im ungeahnten Ausmaß

Foto: Imago/Independent Photo Agency

In Sachen Flüchtlingspolitik scheint Europa eine Zermürbungstaktik zu verfolgen. Man schaut dem Sterben vor den eigenen Küsten zu, getragen von der Hoffnung, dass mit zunehmenden Todesfällen der afrikanische Wille auf ein besseres Leben in Europa gebrochen wird. Die Hoffnung geht nicht auf. Wenige Tage nachdem 400 Flüchtlinge vor der libyschen Küste gekentert sind, ist wieder ein Boot mit mindestens 900 Menschen in See gestochen—überlebt haben 28. Unterschätzt wird nicht nur der Wille, sondern auch die prekären Verhältnisse, vor denen die Flüchtlinge zu fliehen versuchen. Zeugnis hierfür legte ein marokkanischer Asylbewerber ab, der sich im niedersächsischen Lingen am Samstagabend mit Benzin übergossen und angezündet hat, weil er am Montag zurück in sein Heimatland abgeschoben werden sollte.

„Mensch und Umwelt vor Profit!" Die Welt wehrt sich gegen das Freihandelsabkommen

Foto: Imago | Florian Schuh

Was unter dem liberal klingenden Namen „Freihandelsabkommen" zwischen der EU und den USA verhandelt wird, ist für Zehntausende Menschen Grund zur Sorge. Es wird befürchtet, dass die neuen Regelungen bestehende Arbeitnehmer-, Verbraucher- und Umweltschutzgesetze aushebeln werden. Deshalb wurde auch ein weltweiter Aktionstag gegen das Abkommen (TTIP = Transatlantic Trade and Investment Partnership) ausgerufen. Am Samstag war es so weit. Über 600 Protestaktionen in 45 Länder wurden geplant, 190 alleine in Deutschland. Vielerorts war die Resonanz enorm. In München etwa rechneten die Veranstalter mit 2.000 Demonstranten, gekommen sind stattdessen 19.000.

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