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The Up in Flames Issue

Dieser Typ will alle streunenden Katzen Israels deportieren

Statt Streuner zu kastrieren setzt er sich dafür ein, „streunende Hunde und/oder Katzen eines Geschlechts (alle Männchen oder alle Weibchen) in ein anderes Land zu bringen, das einwilligt, sie anzunehmen".
21.4.16

Katzen-Foto von Menahem Kahana/AFP/Getty Images

Aus der Up in Flames Issue

In Israel gibt es viele streunende Katzen, was manche als lästig empfinden. Um dieses Problem zu bekämpfen, kastriert das Ministerium für Landwirtschaft unter der Leitung von Uri Ariel von der nationalreligiösen Partei Jüdische Heimat jährlich Tausende Katzen.

Doch Anfang November schickte Ariel dem Umweltministerium einen Brief, in dem es hieß, dieses Vorgehen verstoße gegen das religiöse jüdische Gesetz und die Anweisung „seid fruchtbar und mehret euch". Er schlug vor, die Millionen Euro, die jährlich für die Kastration der Streuner ausgegeben werden, sollten stattdessen eingesetzt werden, um „streunende Hunde und/oder Katzen eines Geschlechts (alle Männchen oder alle Weibchen) in ein anderes Land zu bringen, das einwilligt, sie anzunehmen".

Das Projekt erntete Kritik in der israelischen Presse und unter Politikern.

„Es ist Zeit, ein anderes Land zu finden, das einwilligt, [Uri Ariel] aufzunehmen", sagte Zehava Gal-On, Parteichefin der linken Meretz. Die linke Website 972Mag.com schlug vor, Ariel „könnte den Katzen ja auch ihre eigene Siedlung in der Westbank bauen", und verglich das Projekt mit sogenannter „freiwilliger Deportation" für afrikanische Asylbewerber in Israel, denen eine Geldsumme bezahlt wird, wenn sie nach Uganda oder Ruanda gehen. Tierschützer haben ebenfalls reagiert: Sie sagen, eine Ende des Kastrationsprogramms würde die Zahl der verhungernden, verdurstenden und erfrierenden Katzen erhöhen.

In Reaktion auf die Kontroverse zog Ariel schließlich seinen Vorschlag zurück. Doch das Umweltministerium sucht weiter nach einer Lösung für das Katzenproblem.