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the it's actually quite weird issue

Die Playstation Vita

Die meisten Leute müssen sich keine Vita kaufen. Oder vielleicht doch?
9.6.12

Ich bin seit Jahren ein moderater Fan der PSP, was heißen soll, dass mir das Konzept der PSP gefiel und dass mir ein paar Games richtig gut gefielen (Yeah, Dissidia! Prinny! Persona 3 Portable!), aber im Großen und Ganzen habe ich nicht oft damit gespielt, weshalb ich mir nach einigem Zögern am Erscheinungstag eine Playstation Vita schnappte. Als Videogame-Rezensent war ich ja quasi dazu verpflichtet, was, nebenbei bemerkt, eine großartige Entschuldigung dafür ist, all die technischen Spielereien zu kaufen, die ich niemals rechtfertigen könnte, wenn sie nicht beruflich erforderlich wären. Die meisten Leute müssen sich keine Vita kaufen. Sollten sie’s trotzdem? Was die Medienspielereien angeht, hält die Vita das übliche Spektrum an gängigen Omnifunktionen bereit (Kamera, Filme und Musik, Social-Media-Apps) über die ich jetzt nicht lange reden muss, weil ihr die Liste in der Beschreibung jedes modernen Smartphones findet (mit dem einzigen Unterschied, dass die Vita eben kein Telefon ist). Was die Spielkonsole betrifft, hat sie vorne einen Touchscreen, hinten ein Touchpad und das ganze Spektrum an Current-Gen-Konsolen-Steuertasten und Analogsticks, sie hat nur zwei Schultertasten weniger und die Sticks sind nicht anklickbar. Sie ist mit den meisten älteren PSP-Games im Playstation Store kompatibel. Das bezieht sich aber nur auf runterladbare Titel, was bedeutet, dass du Games, die du auf UMD besitzt, noch einmal kaufen musst. Sie spielt keine runterladbaren PS1- oder PS2- Games ab und Sony sagt, dass sie die PS2 auch in Zukunft nicht unterstützen wird, obwohl ich nach jahrelanger Erfahrung mit Sony gelernt habe, dass sie, wenn sie steif und fest eine Sache behaupten, eines Tages genau das Gegenteil verkünden werden—also glaubt, was ihr wollt. Sony war so nett, mir ein Promo-Paket mit den Games Hot Shots Golf: World Invitational, ModNation Racers: Road Trip, Uncharted: Golden Abyss und WipEout 2048 sowie Download Codes für Super Stardust Delta, Hustle Kings und Escape Plan zu schicken. Hot Shots Golf und Hustle Kings habe ich bisher nicht getestet, weil mich Golf und Billard nicht interessieren und ich ihre Qualität deshalb eh nicht beurteilen könnte. Zu den Games, die ich gespielt habe (ohne besondere Reihenfolge): ModNation Racers ist ein nettes kleines Kart-Racing Game mit individuell anpassbaren Levels und Charakteren; lohnt sich, wenn man auf Karts und personalisierten Content steht. Escape Plan ist ein side-scrolling Puzzle-Adventure Game in Schwarz-Weiß-Ästhetik. Uncharted: Golden Abyss ist für einen Third-Person-Adventure/Shooter mittelmäßig und für ein Uncharted Game ziemlich mies; entwickelt von einem anderen Kreativteam als die bekannte Uncharted-Linie. Die Story ist nicht fesselnd, die Umgebungen wirken eher wie Videogame-Arenas, denn wie reale Orte (wie Uncharted-Levels normalerweise wirken), die Steuerung beim Klettern mit übertrieben viel touch/tilt ist der Versuch, Vitas variable Steuerungselemente zur Geltung zu bringen, wirkt aber eher aufgesetzt, und das Ballern ist wackeliger und unbefriedigender als sonst bei Uncharted. WipEout 2048 ist WipEout; seit 1995 habe ich Varianten von WipEout gespielt (wow, 17 Jahre, jetzt fühle ich mich alt), und es ist im Grunde immer toll, aber selten überraschend. Super Stardust Delta ist quasi der gleiche Twin-Stick-Shooter wie auf der PS3. Das Game, welches ich am meisten gespielt habe, ist Ninja Gaiden Sigma Plus, das ich selbst gekauft habe und das der Vita-Port des PS3-Ports der erweiterten Neuveröffentlichung des Xbox-Games von 2004 ist. Ninja Gaiden war vor sieben Jahren großartig und ist heute noch gut, aber es ist eben acht Jahre alt. Trotz aller Media-Player-Funktionen will die Vita weniger eine Handheld-Konsole als vielmehr eine Heimkonsole sein, die man rumtragen kann—zwei Analogsticks und so leuchtende Grafiken, dass man sie für eine PS3 halten könnte, wenn man die Augen zusammenkneift. An Games, die einhalten, was die Konsole verspricht, mangelt es zurzeit noch: Ninja Gaiden ist ein Port eines Ports einer Neuveröffentlichung und Uncharted ist schlecht. Ich freue mich auf Persona 4: The Golden, aber ich habe Persona schon gespielt und es ist eh ein Port eines PS2-Games. Übrigbleibt das für Juni angekündigte Gravity Rush, das möglicherweise als einziges Game den offensichtlichen Möglichkeiten des Gerätes gerecht werden könnte. Da ich keinen Laden gefunden habe, der Portable Games verleiht und es nicht alles im Onlinestore als Demoversion gibt, ist die Hürde ein neues Vita-Game auszuprobieren sehr hoch—ich habe zum Beispiel echt viel Gutes über Army Corps of Hell gehört, aber immer, wenn ich es im Playstation Store sehe, denke ich: „Es kostet 40 Dollar, es gibt keine Demo, und in meinen Regalen türmen sich Games, die ich noch nicht ausgiebig genug gespielt habe; außerdem gibt’s noch Bücher die ich lesen und Filme und Fernsehshows, die ich sehen will. Vielleicht nächsten Monat.“ Bei der Investition in eine neue Konsole hat man jedesmal die Hoffnung, dass sich die Game-Auswahl mit den Jahren verbessern wird. Momentan empfehle ich die Vita also eher Leuten wie mir, die auf neue Gimmicks stehen und ihren Kaufimpuls absolut nicht unter Kontrolle haben; und dem Rest von euch sei versprochen, dass ich an dieser Stelle neben anderen Sachen auch neue Games für die Vita rezensieren werde, also haltet euch an mich und ich sage euch dann Bescheid, ob die Vita-Game-Auswahl jemals das halten wird, was die Konsole verspricht. Diese Rezension basiert auf einer Playstation Vita, die ich selbst gekauft habe, und einigen Games, die ich entweder gekauft habe oder die mir wie beschrieben von Sony zur Verfügung gestellt wurden.