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Reisen

Unser Bär ist schon fast fertig

20.8.10

Vor neun Monaten war der Naturbursche und PETA-Verehrer Heimo Korth aus Alaska dazu gezwungen, einen randalierenden Grizzly abzuknallen, der versuchte seine Frau, den Hund, ihn selbst und das anwesende Kamerateam umzubringen.

Das Monster hat dreizehn schreckliche 12-Kaliber-Schüsse eingesteckt, bevor es erlegt war, doch als sich der Rauch verzogen und der Ehekrach auf ein normales Niveau gesunken war, wollten wir aus ihm ein großes, altes, knuddeliges Ding aus Fell machen, mit zwei X für die Augen und einer Zunge, die liebenswürdig aus der Lücke zwischen den furchteinflößenden, blutbefleckten Reißzähnen hervorschaut. Man denkt, das wäre süß, bis man einen auf dem Rücken liegenden, 500 Pfund schweren Menschenfresser sieht, der seine Pfoten in die Luft streckt, als würde er seinen Tod nur spielen. Wir hätten ihn gleich essen können, doch dabei hätten wir die Trichinose bekommen.

Wir wussten sofort, dass wir dem Bär einen Platz in unserem Alltag schenken wollten und deshalb machten wir uns gleich daran ihn zu häuten, nachdem wir in der Hütte unser Abendessen gegessen hatten, das Polarlicht bestaunten, schlafen gingen, morgens aufwachten und frühstückten. Da im Video sehr eingehend darüber berichtet wird, werde ich diesen Prozess jetzt nicht weiter ausführen, sondern nur darauf hinweisen, dass sich in den Blutgefäßen des Bärs Gase bilden, die wie eine Wasserstoffbombe aus Fürzen stinken und beim Umdrehen des Tiers jedes Mal ausströmen. Das ist ziemlich lustig, bis man merkt, dass es nicht aufhört.

Nachdem wir das gute Fell vom Fleisch getrennt und den Kadaver den Grauhähern zum Fraß überlassen hatten, brachte Heimo den Schädel nach Fairbanks, um ihn registrieren zu lassen (ein Job für morbide Spinner) und das Fell zur Gerberei zu bringen. Der Gerber hat das Fell dann unserem örtlichen Tierpräparator Frank J. Zitz geschickt, der uns tolle Mails schrieb wie "Wir nähen euren Bär heute - dieser Bär hat einen sehr dicken flauschigen Kopf für seine Größe" und Bilder von den Arbeitsvorgängen mit dem Bär übermittelte. Hier seht ihr, wie weit er schon gekommen ist:

Wir müssen ihm nur noch einen passenden Fels für den Sockel schicken und ein paar Farbkorrekturen später gehört der Bär uns, wir können ihn umarmen und Dinge dranhängen. Ja, wir halten euch auf dem Laufenden.