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Die ganze Zeit nur Krieg

29.6.10

Ich habe eine Fallschirmjäger-Kompanie getroffen und zugesehen, wie sie Taliban umgelegt haben.

Puuuh. In der Armee sein macht müde. Diese Aufnahme von mir, erschöpft und fett aussehend, wurde von dem Ex-Fallschirmjäger und Vice Freelancer Stuart Griffiths geschossen.

Es war Tag drei meiner fünftägigen Tour als embedded Journalist bei der B Kompanie des zweiten Bataillons des Fallschirmjäger Regiment (2 Paras) in ihrer Ausbildungsstätte in Thetford, in der Nähe von Norwich.

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Ich bin dort hin um das in der Armee so viel besprochene Afghanische "Fake-Dorf" zu filmen und heraus zu finden wie das alles funktioniert. Bei der Ankunft waren wir sehr zufrieden mit uns selbst, dass wir es erstaunlicherweise geschafft hatten Zugang zu dieser streng geheimen militärischen Einrichtung zu erlangen.

Das Verteidigungsministerium hatte die Filme gesehen, die wir für VBS gemacht hatten und die auf CNN ausgestrahlt wurden. Wir dachten also, wir hätten eine Carte Blanche um uns da überall umzusehen und als Journalisten die Vorgänge beobachten zu können.

Wir checkten in der Rezeption ein, die aussah wie die einee Army Hotels und fanden uns in einem angenehmen Raum in den Kasernen wieder. "Ah" dachten wir, "das werden ein paar informative und entspannte Tage in der Natur."

Gleich nachdem ich meine Wechselsachen in der Kaserne abgelegt hatte, wurden wir Meilen entfernt in einen düsteren Backsteinbau am Arsch der Welt gefahren und uns wurde gesagt, dass wir das nächste Mal in fünf Tagen in einem Bett schlafen würden. Dann wurden wir kopfüber in vier 36-Stunden Missionen geworfen, die eine der anstrengendsten, aufreibendsten und spaßigsten Dinge waren, die ich je erlebt habe. Wir nahmen keinerlei Drogen, aber am Ende war es der schlimmste Trip seit Glastonbury 2002 (die Liquid Acid Zeiten).

Mit diesem Rückblick in Form von Fotos und Bildunterschriften möchte ich auch 2 Paras dafür danken aus mir einen echten Mann gemacht zu haben. L.T.F.D! *

Zwei Mitglieder der Fake-Taliban liegen "tot" auf dem Boden nachdem die B Kompanie mit dem Mörser ein Loch in die Wand geballert hat.

Die Mission beginnt mit einem Briefing bei dem die erfahreneren Fallschirmjäger den Tagesplan erarbeiten. Ich erinnere mich nicht Yoko Ono dort gesehen zu haben, aber anscheinend war sie ja anwesend (rechts).

Der posende Typ ist ein Royal Marine, zuständig für die verschiedenen Trainingsübungen. Er würde uns beschützen wenn irgendwo in der Nähe was in die Luft fliegen würde.

Das ist Sergeant Major Adam Proud. Er war das erste Mitglied der B Kompanie, das wir trafen und er schmeißt den ganzen Laden. Er ist gut darin Leute anzubrüllen und die Moral auch bei den langweiligeren Teilen oben zu halten, wenn du drei Stunden auf Schotter liegst und auf Explosionen und Schießereien wartest.

Diese Explosionen sind verdammt laut. In unserer ersten Nacht hier musste ich auf dem Boden in einem Raum mit 90 Fallschirmjägern schlafen. Ich zitterte so sehr - es war ein bisschen wie Breakdancen auf meinem Schlafsack. Ich wurde von der Kälte bewusstlos und wurde vom Geräusch wie einer von denen aus dem Fenster stieg, geweckt. Mein ganzes Leben lang hatte ich Probleme damit morgens raus zukommen, aber seit jenem Tag bin ich wach bevor die Vögel zwitschern.

Die hier erinnern an die Burgen, die die Britische Armee in Helmand benutzen. Nachts sind sie nicht besonders warm, also musst du dir Stroh vom Feld in dein Bett holen.

Diese Gurkhas spielen die Taliban Kämpfer. Das Highlight war als sie ein Selbstmordattentat nachgespielt haben.

Jeder Rucksack wiegt mehr als ein Sofa. Wenn du Pech hast musst du  noch die IED Identifikation Ausrüstung tragen und die wiegt mehr als zwei deiner Sofas.

Nach 30 Meilen Fußmarsch in eisiger Kälte, in Gräben rumliegen und einer Mahlzeit von fünf Bonbons, ist ein englisches Frühstück das, was du dir als das erste Essen im Himmel, das dir Gott persönlich serviert vorstellst: Toast, geröstetes Brot, Speck, Wurst, Eier und Coco Pops zum Nachtisch mit acht Tassen Tee um dich daran zu hindern in dein Essen zu fallen und einzupennen.

Dieser Hund ist darauf ausgebildet Menschen in Zivil anzugreifen, also waren wir extrem vorsichtig mit ihm. Sie haben ihn letztes Jahr in einem wirklich üblen Feuergefecht in Helmand gefangen.

Leider bekamen wir nie zu sehen wie dieses Ding abgefeuert wurde. Die Waffen, die am meisten benutzt wurden waren M-80s, die umgebaut wurden und Rohlinge abfeuern.

Und nach dem Frühstück, dass irgendwann zwischen früh um vier und mittags um zwölf stattfand warst du auch gleich schon wieder unterwegs auf deinem nächsten vierstündigen Trip durch wunderschöne Felder mit Lämmern, Küsten und Blindgängerbomben. Wir haben auch einen Film produziert, den kannst du dir in einem Monat oder so auf VBS.TV ansehen.

*L.T.F.D heißt "Living the fucking dream" und es ist ein Shout-out zu Sergeant Dave Etok.

FOTOS STUART GRIFFITHS
BESONDEREN DANK AN JASON MOJICA