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Die große Deutschland-Analyse: So fit sind die Bundesländer für die Zombie-Apokalypse

Wir haben durch ein ausgefeiltes Punktesystem ermittelt, wie groß eure Überlebenschancen von Bremen bis Bayern sind.
6.8.14

Illustrationen: Gergana Petrova

Ich bin mir nicht ganz sicher, warum, aber unsere Gesellschaft ist besessen von Zombies. Egal ob Videospiele, Filme, Comics oder Magazine—die sympathischen Hirnfresser erfreuen sich in den Medien einer ähnlichen Beliebtheit wie Scarlett Johanssons Arsch. Solltet ihr eure Allgemeinbildung aus dem Lesen von Kaffeesatz beziehen: Zombies sind Personen, die durch einen Virus (oder ähnliches) zu untoten Menschenfressern mutieren und nur durch die Zerstörung ihres Gehirns endgültig in die ewigen Jagdgründe verbannt werden können. Sie sind zwar in den meisten Fällen nicht sonderlich schnell, dafür können sie dich beißen, somit anstecken und unsere Gesellschaft in kürzester Zeit in einen vergammelt riechenden Albtraum verwandeln, aus dem dich auch dein neues iPhone nicht befreien kann.

Aus irgendeinem Grund ist dieses Szenario insbesondere unter jungen Menschen überaus beliebt. Und wer weiß: Vielleicht kommt der Tag, an dem wir in Campingwagen durch verlassene Landstriche fahren und dabei auf die sabbernde Verwandtschaft schießen müssen, schneller als wir denken. Deswegen haben wir unsere Aufgabe als Galileo Mystery des investigativen Journalismus sehr ernst genommen und ein für alle Mal die Frage geklärt: Welches Bundesland ist am sichersten, wenn die Zombie-Apokalypse ausbricht? Der Vergleich basiert dabei auf einem System, bei dem in den folgenden Kategorien Punkte von 1 bis 16 (je mehr, desto besser) an die verschiedenen Länder verteilt wurden: Registrierte Waffen pro 1000 Einwohner, Bevölkerungsdichte, absolute Einwohnerzahlen, Durchschnittsalter und -gewicht, Anzahl ausgebildeter Soldaten und Polizisten, wichtige Stützpunkte wie Einkaufszentren und Gefängnisse, begangene Straftaten und allgemeine Zombie-Expertise (basierend auf den jeweiligen Facebook-Likes verwandter Themen).

Weil Brad Pitt leider nicht ans Telefon gegangen ist, als wir versucht haben, ihn zu seiner praktischen Erfahrung mit der Zombie-Apokalypse zu befragen, blieben einige Faktoren, die das Überleben in den verschiedenen Regionen beeinflussen könnten, allerdings ungeklärt. Darunter: Wie viel Einfluss hat das jeweilige Klima? Sind Gebirgsformationen wie die Alpen eher Schutzwall oder unüberwindbare Gebietsbegrenzung? Bewegen sich Zombies auf ungestreuten Straßen im Winter langsamer vorwärts? Und inwiefern kann die deutsche Bürokratie eine effektive und schnelle Verbreitung der Seuche unnötig in die Länge ziehen? Eine Frage hingegen hat sich für uns schon geklärt—wo das ganze Elend seinen Anfang nehmen wird. In Saarbrücken, „weil Saarbrücken einfach kacke ist.“ (O-Ton aus unserem Politik-Ressort). Packt also die selbst gebastelte AK in den Rucksack, schnallt euch die Ravioli-Dose um den Bauch und schnappt euch eine Deutschlandkarte. Wir weisen euch den Weg und präsentieren euch hier die Rangliste der sichersten Bundesländer in aufsteigender Reihenfolge.

16. BREMEN
Bremen ist mit seinen rund 655.000 Einwohnern zwar der ganz große Sieger, wenn es um absolute Bevölkerungszahlen geht, die Bremer sind allerdings auf ziemlich kleinem Raum zusammengepfercht. Eine Tatsache, die neben der infrastrukturellen Mängel zu einer schnellen Zombiefizierung der sympathischen Hansestadt führt.

15. THÜRINGEN
Das Einzige, was Thüringen nicht zur ultimativen Todesfalle für alle Überlebenden macht, ist die Tatsache, dass hier praktisch niemand lebt. Für Naturverbundene mit Hang zum Abenteuer könnte der Freistaat also durchaus interessant sein—wenn sie auf Schusswaffen, Unterkünfte und fähige Team-Mitglieder verzichten können. Der Thüringer als solcher hat nämlich keine Ahnung von Überlebenstraining und Untoten, belegt Platz 4 der Übergewicht-Skala und ist mit 46,2 Jahren auch noch überdurchschnittlich alt.

14. SAARLAND
Ob es an der geografischen Nähe zum Laissez-Faire-Staat Frankreich liegt, sei mal dahingestellt. Vollkommen überraschend besitzt das Saarland aber im Bundesländer-Vergleich die höchste Anzahl an Waffen (in Relation zu seinen Einwohnern). Somit können sich die sympathischen Weinliebhaber zumindest ein bisschen die Zeit vertreiben, bis auch der Letzte unter ihnen aufgegessen oder selber zu einem Zombie geworden ist. Für wirklichen Widerstand sind die Saarländer nämlich zu alt, zu übergewichtig und mit lediglich 72.000 Straftaten im Jahr deutlich zu friedfertig.

13. SACHSEN-ANHALT
Wer sich während dem Ausbruch der Zombie-Apokalypse in Sachsen-Anhalt befindet, sollte schauen, dass er da so schnell wie möglich wegkommt. Warum? Die Region ist der Statistik zufolge das Bundesland mit dem größten Durchschnittsalter und auch in den Punkten Survival-Wissen und Fitness ziemlich weit hinten. Einziger Vorteil der abgefuckten Infrastruktur: Auf eurer Flucht in sicherere Gebiete werdet ihr bei 110 Einwohnern pro Quadratkilometer kaum jemandem begegnen.

12. MECKLENBURG-VORPOMMERN
Schon jetzt sollte klar sein, dass freie, weite und möglichst wenig dicht besiedelte Fläche ein großer Pluspunkt ist, wenn man nicht von verfallenden Zombie-Horden massakriert oder infiziert werden möchte. Dass eine geringe Bevölkerungsdichte aber nicht alles ist, beweist Mecklenburg-Vorpommern. Das dickste Bundesland hat kaum Waffen, nur wenige Leute, die aus Berufswegen damit umgehen können und auch die Gewaltbereitschaft der Einwohner hält sich in Grenzen. Wir wollen eure Illusion nicht zerstören, liebe Mecklenburger, aber mit einem Stück Sahnetorte übersteht man kein Endzeit-Szenario.

11. SACHSEN
Dass es Sachsen trotz ordentlicher Infrastruktur und grundlegendem Interesse an Zombies und dem Kampf ums Überleben nur auf Platz 11 geschafft hat, liegt vor allem an dem geringen Waffenvorkommen und dem hohen Durchschnittsalter der Einwohner. Problematisch daran ist nicht einmal unbedingt, dass sich die Senioren schlechter zur Wehr setzen können—sie sterben vor allem auf natürlichem Wege einfach schneller. Und spätestens seit The Walking Dead wissen wir, dass auch Nicht-Infizierte nach ihrem Ableben zu sabbernden Untoten werden.

10. BRANDENBURG
Wer davon geträumt hat, sich in Potsdamer Villen zu verschanzen und diese ganze Zombie-Scheiße einfach auszusitzen, hat eine ziemlich schlechte Entscheidung getroffen. Bessere Alternative: Sich den Stiel eines güldenen Champagnerglases direkt durchs Auge ins Hirn rammen. Bessere Überlebenschancen bietet vielleicht das Land, wo ihr stundenlang durch Wälder streifen könnt, ohne auf eine Person zu treffen. Insgesamt müssen wir euch von der Brandenburger Survival-Brache mit seinen insgesamt ziemlich mauen Punkte-Ergebnissen allerdings klar abraten.

9. HAMBURG
Eines ist schon jetzt klar: Die elitäre Perle Hamburg wird die schönsten Zombies von allen haben. Schnappt euch die schlanken und jungen Einwohner, die noch nicht infiziert wurden, formt aus ihnen das Überlebensteam mit den meisten potentiellen Geschlechtspartnern wie möglich und verpisst euch Richtung Süden. Hamburg ist zu klein und zu dicht besiedelt, um euch irgendwie Schutz bieten zu können. Außer ihr habt eine Jacht, auf der ihr die kommenden Jahre mitten auf der Elbe ausharren könnt.

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8. SCHLESWIG-HOLSTEIN
Am nördlichen Rand Deutschlands steigt nicht nur die Anzahl der blonden Untoten, sondern auch die Chance aufs Überleben. Schleswig-Holstein hat eine gute Mischung aus geringer Bevölkerungsdichte, hohem Waffen-Vorkommen und durchtrainierten Soldaten. Dafür werdet ihr so gut wie keine Möglichkeit finden, euch in irgendeinem gut gelegenen und strategisch wichtigen Stützpunkt zu verbarrikadieren. Große, gut ausgestattete Einkaufszentren und Gefängnisse sind im hohen Norden nämlich eher Mangelware.

7. RHEINLAND-PFALZ
Wer sich in Anbetracht des drohenden Todes nicht direkt im Weinbaugebiet ins Koma trinkt, hat überdurchschnittlich gute Chancen, zumindest die ersten paar Wochen der einbrechenden Katastrophe zu überleben. Nur in einem anderen Bundesland kommen mehr Waffen auf 1000 Einwohner—was kein Wunder ist, wenn man die 27.800 Soldaten und Polizisten bedenkt, die im Rheinland angesiedelt sind. Dafür gibt es dort auch bedeutend mehr potentielle Infizierte als in beispielsweise Sachsen, auf die es sich zu schießen lohnt.

6. BERLIN
Wer bereits mehr als ein paar Tage in Berlin verbracht hat, wird nahezu täglich mit zombiesken Personen auf offener Straße konfrontiert. Mit der somit vorhandenen Erfahrung mit Hirntoten, der hervorragenden Infrastruktur und den jungen, körperlich fitten Einwohnern scheint die Hauptstadt ein wahres Paradies für Überlebenskämpfer zu sein—oder? Falsch. Mit der höchsten Bevölkerungsdichte Deutschlands und knackigen 3,4 Millionen Einwohnern ist Berlin genau die Art überbevölkertes Rattenloch, das du beim Ausbruch eines Zombie-Virus vermeiden solltest.

5. HESSEN
Auch weil es irgendwie befriedigend klingt, von den Frankfurter Bankenviertel-Hochhäusern aus Untote ins Jenseits zu snipern, scheint Hessen nicht der schlechteste Standort für Leute zu sein, die an ihrem Leben hängen. Die Hessebebbelsche sind jung, können sich zur Wehr setzen und haben Haftbefehl—klingt für uns ziemlich OK.

4. NORDRHEIN-WESTFALEN
Räumen wir es direkt zu Anfang aus dem Weg: Ja, in Nordrhein-Westfalen leben mehr Menschen als in jedem anderen Bundesland. Menschen, die bei der Vergabe von Jugend und körperlicher Fitness nicht als Erstes „Hier!“ gerufen haben. Dafür gibt es nirgendwo sonst in Deutschland so viele strategisch gut gelegene Kaufhäuser, die ihr zu eurer neuen Hochsicherheitsheimat umfunktionieren könnt, die Leute sind mehr als bereit dazu, körperliche Gewalt anzuwenden und auch in Sachen Zombie-Expertise macht den Westfalen niemand etwas vor.

3. NIEDERSACHSEN
Ein wichtiger Punkt für das immer etwas farblos wirkende Niedersachsen ist, dass man keine Probleme hat, den regionalen Dialekt von hirnlosem Zombie-Gesabbel zu unterscheiden—denn es gibt keinen. Die Leute sprechen lupenreines Hochdeutsch. Weitere Fakten, die für den Nordwesten Deutschlands sprechen: viele Kampferprobte Einwohner, ein großes Interesse an The Walking Dead und eine relativ geringe Bevölkerungsdichte. Außerdem: Wer sich über jeden weiteren Tag ohne Virusinfektion freut, hat keine Zeit, sich darüber zu beschweren, wie langweilig Hannover ist. Dafür gibt es in Niedersachen deutlich mehr Übergewichtige mit Ausdauerproblem, als in vielen anderen Regionen. Verschanzt euch also lieber direkt in einem der zahlreichen Gefängnisse.

2. BADEN-WÜRTTEMBERG
Ist der Württemberger sonst eher dafür bekannt, sich in Berliner Szenebezirken niederzulassen, dürften sich im Falle einer Zombie-Apokalypse all jene auf die Schultern klopfen, die im heimatlichen Ländle geblieben sind. Bis auf die hohe Bevölkerungsdichte erreicht Baden-Württemberg in nahezu jedem Bereich Spitzenwerte und trumpft dabei vor allem durch einen ausgewogenen Mix aus Fläche, Waffen, Infrastruktur und Interesse in den Bereichen Sport, Camping und Untote auf.

1. BAYERN
Ganz tief im Herzen haben wir es doch alle gewusst: Der Freistaat ist und bleibt das deutschlandweit wohl beste Bundesland. Neben der Tatsache, dass sich Weißwürste gepökelt wahrscheinlich außerordentlich lange halten und sich die Apokalypse mit ein bis fünfzehn Maß Bier deutlich besser ertragen lässt, verfügt Bayern außerdem über die höchste Anzahl an Soldaten und Polizisten, ist verdammt weitläufig und wenn es hart auf hart kommt, treibt man die stinkenden Menschenfressermassen einfach nach Österreich. Packt die Lederhosen ein und reitet auf einer Kuh eurer Wahl in den Sonnenuntergang, während der Rest Deutschlands sich gegenseitig ans Stammhirn geht. Hier seid ihr sicher.

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