Fotos von Männern aus der Bronx die zeigen wie Polizisten sie verhaftet haben

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DIE PHOTO ISSUE 2015

Fotos von Männern aus der Bronx die zeigen wie Polizisten sie verhaftet haben

Sie teilten ihre Geschichten über die NYPD mit dem Fotograf Dru Donovan.
11.9.15

Im Frühling arbeitete Dru Donovan mit einer Gruppe von Männern aus der Bronx (genauer aus Fordham) zusammen, um Fotos ihrer vergangenen Begegnungen mit der New Yorker Polizei nachzustellen. In den folgenden Fotos erzählen die Betroffenen ihre Erlebnisse nach.

MOHAMED: Es war schon spätnachts und ich ging gerade raus, um für meinen Sohn [im Bild in der Mitte] Milch zu besorgen. Er war damals kaum zwei Jahre alt. Gleich von meinem Gebäude an folgte mir ein Polizei-Van. Als ich gerade um die Ecke bog, blieb er stehen und vier oder fünf Beamte stiegen aus. Als ich fragte, was das Problem war, drückten mich zwei von ihnen gegen die Wand. Ein Polizist gab Anweisungen: „Durchsuche seinen Schritt. Beine auseinander. Stell sicher, dass er da drinnen nichts versteckt." Mir kam es vor, als hätten sie richtig Spaß daran. Wie sehr sie mich auch beleidigten, mir war klar, dass ich mich in dieser Situation nicht wehren konnte. Sie nahmen meine Geldbörse und checkten meinen Studentenausweis, dann beschimpften sie mich und fragten, ob ich nicht wüsste, wie gefährlich es wäre, sich hier aufzuhalten. Sie erklärten mir, dass sie mich vor meiner eigenen Nachbarschaft schützen wollten. Ich wohnte direkt ums Eck. Wie sollten sie mich vor meinem eigenen Zuhause beschützen? Jedesmal, wenn ich an dieser Ecke vorbeigehe, erinnere ich mich daran, wie sie mich an die Wand drückten. Dort zu stehen und das Ereignis noch einmal nachzustellen, während mein Sohn dabei zusah, ließ mich darüber nachdenken, was er später mal durchmachen müssen würde. Es bringt mich dazu, dass ich ihn besser vorbereiten will.

EASY AL: Wir waren bei meinem Block, sind vor dem Haus gesessen, haben Witze erzählt und so Sachen. Die Polizei lief plötzlich einfach auf uns zu und schnappte sich einen nach dem anderen von den Stufen. Sie stellten uns alle an die Wand, wir mussten niederknien. Und meine Knie haben mich umgebracht. Sie schrien „Wer hat die Drogen?" Wir waren alle still und ruhig, während sie damit drohten, uns zusammenzuschlagen. Einen von uns hatten sie an die Leine genommen, wie einen Hund. Die Angst, die man in diesem Moment hat, ist, dass man absolut keine Kontrolle hat. Du hast nichts im Griff. Denn sie haben die Macht, dir deine Freiheit zu nehmen. Sie haben die Macht, uns unser Eigentum zu nehmen. Sie haben die Macht, uns das Leben zu nehmen.

BRANDON: Ich traf mich gerade mit meinem Bewährungshelfer und er sagte, ich hätte gegen meine Auflagen verstoßen. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich einen Anruf tätigen, weil meine Mutter mich zum Bewährungsbüro gefahren hatte und vor dem Büro im Auto auf mich wartete. Die Fensterscheibe des Büros war eigentlich ein Einwegspiegel. Man konnte von innen hinaussehen, aber nicht von außen hinein. Ich hatte mein Telefon in der Hand und er sagte: „Du kannst niemanden anrufen." Aber ich wollte sie wissen lassen, was los war.

Als ich also versuchte, sie anzurufen, rief er Verstärkung. Sie kamen vorbei, warfen mich an die Wand und versuchten, meine Hände zu greifen zu bekommen. Ein Polizist hatte eine Hand auf meinem Rücken und versuchte mit der anderen, mein Telefon zu greifen. Als er es in die Hände bekam, schmiss er es auf den Boden und griff auch noch meine andere Hand. Wenn sie dir erst mal deine Rechte vorlesen, ist es, als ob du absolut keine Kontrolle mehr hättest. Sie wenden körperliche Gewalt gegen dich an, verhaften dich und vergessen dich völlig.

RONNY: „Ich fuhr gerade mit einem Freund zurück zu meiner Wohnung. Ich war neu in der Gegend und bin deshalb gegen die Einbahnstraße gefahren. Als wir um die Ecke bogen, standen schon drei Beamten mit gezogenen Waffen da. Ich hielt an, die Hände am Lenkrad und ein Cop schrie: ,Hände hoch! Hände hoch!' Also hob ich beide Hände. Als nächstes schrie ein anderer Polizist: ,Hände zurück ans Lenkrad!' Ich dachte in dem Moment nur, dass ich wegen der dümmsten Sache sterben könnte—zum Beispiel, weil ich meine Hände am falschen Platz hatte."