Während Donald Trump in den USA gerade den Kultur-, Klassen- und Rassenkampf probt (seine Wahlkampfveranstaltungen lassen kaum auf etwas anderes schließen), kocht die Popwelt diesbezüglich mal wieder auf kleinerer Flamme. Kurz: Es geht um Haare. Justin Biebers Haare. Diese hat sich Biebs nämlich neulich gehörig transformieren lassen, vom Undercut-Wuschel hin zum wasserstoffblonden Dreadlock-Look. Wie das aussieht? Geschmackssache.
Nun können wir natürlich verstehen, dass man in den Staaten empfindlich ist, was kleine weiße Millionäre (Bieber) angeht, die sich nach Lust und Laune an Symbolen, Outfits, der Sprache, oder eben Haarschnitten vergreifen, deren Ursprung eindeutig in der schwarzen Kultur beheimatet sind. Eskalierende Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern, Trump, und nicht zuletzt weiße Rapperinnen aus Australien (Iggy Azalea), die angeblich das N-Wort benutzt haben sollen, haben den Kessel die letzten Jahre gewaltig unter Dampf gesetzt. Und befeuern ihn bis heute. Der aktuellen Stimmung entsprechend, fielen auch die Reaktionen auf Biebers neue Frise ziemlich kritisch aus:
Videos by VICE
Doch bei aller Verständnis für die Aufregung: Es gibt doch gerade wirklich dringendere Probleme als den Haarschnitt eines Biebers mit Langeweile, oder? Und überhaupt, dass weiße Musiker Dreadlocks haben, ist nun auch nichts wirklich Neues, wenn man sich mal kurz an Nu-Metal und sowieso die Neunziger erinnert…

Jonathan Davis (KoRn) | Imago

Max Cavalera (Soulfly) | Imago

Zack de la Rocha (Rage Against The Machine) | Imago
Von daher: Durchatmen Leute, und sich vielleicht einfach mal kurz einigen, dass Dreads an sich heute nicht zwingend etwas mit Cultural appropriation zu tun haben müssen. Sie sehen bei weißen Jungs einfach nur (wie schon immer) irgendwie bescheuert aus.



