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Wie sich das Fest der Liebe auf den Online-Porno-Konsum der Deutschen auswirkt

Die Pornhub-Statistiken offenbaren große Veränderungen beim Pornokonsum an deutschen Feiertagen. Am Tag der deutschen Einheit allerdings bleibt alles wie gehabt.

von MOTHERBOARD STAFF
21 Dezember 2014, 8:00am

Foto: Shutterstock

Das Forum für Erwachsenenunterhaltung, Pornhub, kennt eigentlich keine Trafficprobleme. Mit weit über einer Milliarde Visits pro Monat hat die Streamingseite für Schmuddeliges mehr Verkehr (hoho) als Bild.de, Spiegel Online und die sieben nächstgrößten Nachrichtenwebsites aus Deutschland zusammen.

Aber wie entwickelt sich der Pornokonsum am Fest der Liebe? Dank der findigen Statistikabteilung Pornhub Insights, die sich genau wie bei jeder anderen Firma letztlich mit harten Zahlen herumschlagen muss, gibt es auch darauf eine Antwort. Die Trafficanalyse von Pornhub, ihres Zeichens die 72.-beliebteste Website weltweit, die immerhin ihren viertgrößten Useranteil aus Deutschland generiert, zeichnet präzise nach, ob die Aufrufe auf Pornhub an deutschen Feiertagen steigen oder fallen.

Dabei zeigt sich, dass der Streaminganbieter an Weihnachten, Neujahr und während bedeutender Fußballspiele tatsächlich dramatische Einbußen zu beklagen hat. So ging der Pornokonsum an Heiligabend 2013 in Deutschland um ganze 30 Prozent zurück. (Am nächsten Tag waren es dann aber nur noch 19 Prozent—alle Feierlichkeit hat scheinbar ihre Grenzen.)

Liegt es am schlechten Gewissen? An religiös motivierter Selbstbeherrschung? Oder einfach an familiären Verpflichtungen? Leider ist es momentan noch nicht möglich, die Zahlen weiter aufzuschlüsseln. So werden uns wertvolle Informationen vorenthalten, wie zum Beispiel eine Antwort auf die Frage, ob Hamburg auch an Weihnachten pro Kopf die meisten Pornos schaut wie über den Rest des Jahres gerechnet im Bundesländervergleich. Immerhin lässt sich aber beruhigend feststellen, dass sowohl am Tag der Einheit als auch am ersten Mai Business as usual herrscht.

Alle Grafiken: Pornhub Insights | Mit freundlicher Genehmigung

Was wir allerdings mit Sicherheit aus den Statistiken interpretieren können, ist, dass überall auf der Welt an den Weihnachtsfeiertagen weniger Pornos geschaut werden.

Überall? Nein, in Japan wird der Trend ins Gegenteil verkehrt. Mangels einer Weihnachtstradition, die sich im Familienkreis zwischen Plätzchen, Gezanke und Geschenken eher sozial bis asozial, aber immerhin gemeinsam abspielt, nehmen die Zugriffe auf die Pornhub-Seite aus Japan am 24. und 25. Dezember sogar noch um acht Prozent zu.

Traffic weltweit am Silvesterabend 2012.

Nur an Silvester wird „Amerikas größte Do-It-Yourself-Website" (Eigenwerbung) noch stärker vernachlässigt: Hier brach der Traffic aus Deutschland um ganze 32 Prozent ein. Und 2012 waren es sogar 66 Prozent! Im Januar jedoch explodiert der Traffic wiederum, er ist der beste Monat für den Streamingdienst. Auf das ganze Jahr gerechnet ist übrigens Samstag der Besuchstag mit dem geringsten Traffic—da läuft ja dann auch die Sportschau.

Apropos Sport: Weitere Einbrüche gibt es bei großen Sportereignissen—auch das kein regionales Phänomen. Während die Besucherzahlen in den USA beim Superbowl auf ein Rekordtief sinken, gab es beim Championsleague-Finale zwischen Dortmund und München ebenso einen großen Knick im Pornokonsum.

Dass sich diese beiden Welten sportlicher und schmuddeliger Höhepunkte manchmal auf der Plattform vermischen, ist da eigentlich nur konsequent. Unter dem wenigen hochgeladenen Filmmaterial auf Pornhub, das keinen Sex zeigt, fand sich sofort nach dem Fussball-WM-Finale ein Video der Spielhighlights Brasilien—Deutschland. Es trug den spitzbübischen Titel:

„Young Brazilians get fucked by entire German Soccer Team"

Und die schlagfertige Antwort von Pornhub:

In Großbritannien löste das Royal Wedding einen kleinen Besucher-Einbruch direkt während des Ereignisses aus. Direkt danach schwollen die Zahlen allerdings wieder stark an (Wortspiel Nummer vier (mindestens)).

Im Schnitt schauen die Deutschen übrigens 8,19 Minuten lang Pornos pro Seitenaufruf. Damit liegen sie eher auf den unteren Rängen: Am längsten pro Besuch schauen die Norweger mit 9,3 Minuten.

Obwohl wir die ersten wären, die unseren eigenen Landsleuten eine Vorliebe für exotische Fetische unterstellt hätten, verhält sich der deutsche Fantasiehorizont tatsächlich relativ konservativ und patriotisch: Das häufigste gesuchte Suchwort aus Deutschland ist german, gefolgt von deutsch.

Auch ziemlich weit vorne dabei: teen, german mom und MILF. Alles recht unoriginell und beinahe schon brav. Hentai-Content guckt man allerdings deutlich lieber im Osten, während die Bayern eine ausgeprägte Vorliebe für weibliche Ejakulationen zu haben scheinen.

Allen, die sich eingehender mit dem Pornokonsum ihrer Landsleute die Zeit vertreiben wollen, sei dieses Tool ans Herz gelegt: Die Live Search von PornMD stellt genau dar, nach welchen Sex-Suchbegriffe in welchen Ländern gerade gesucht wird. Die Liste lässt sich auch nach sexuellen Vorlieben und Ländern filtern. Die Live Search von Pornhub ist dann wohl auch die sozial weniger geächtete Web-Nutzung an Weihnachtstagen im Kreis der Famillie.

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