RB Leipzig

RB-Fans werfen ihrem Verein Sexismus auf Kosten von Micaela Schäfer vor

Vor dem Spitzenspiel haben die Bullen einen vermeintlich lustigen Vereinsvergleich rausgehauen. Das Problem: Man sollte als Bundesligaklub Frauen nicht auf ihre Brüste reduzieren. Vor allem wenn man Fans fast alles verbietet.
21.12.16
Foto: Facebook.com

Heute Abend ist es soweit. In der Bundesliga kommt es zum Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer Bayern München und dem Sensationszweiten RB Leipzig. Der Sieger in dem Duell ist gleichzeitig auch Herbstmeister. Absolut unmeisterlich ist ein Facebook-Post von den roten Bullen, der einen gequält lustigen Vereins- und Städtevergleich bemüht—mit sexistischen und rassistischen Untertönen. Das findet zumindest die Leipziger Fangruppe Red Aces in einer Stellungnahme.

So findet Red Aces, dass der Post „mit offen sexistischen und rassistischen Stigmata, die wohl den ganz normalen Fan von nebenan zum Lachen bringen sollen" arbeitet. Außerdem ist von Mario-Barth-Niveau und „Altherrenwitzen" die Rede.

Dem Kritikpunkt des Sexismus können wir absolut beipflichten. So finden die Social-Media-Manager von RB es anscheinend witzig, Micaela Schäfer auf ihren Körper zu reduzieren. Zugegeben, die Gute zeigt sich gerne körperbetont und textilarm, das gibt aber einem Profifußballverein dennoch nicht das Recht, mittels sexistischer Sprüchen und auf ihre Kosten lustig rüberzukommen. Und Red Aces geht noch einen Schritt weiter und erklärt, warum ein solches Auftreten eigentlich null zur sonstigen Öffentlichkeitsarbeit des Vereins passen würde:

„Einem Verein, dem es so häufig an Pluralität fehlt und der anderseits so an seinem sauberen Image festhält, steht es mehr schlecht als recht zu Gesicht, mit solchen dumpfen Phrasen Social Media zu betreiben." Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die Bullen seit jeher eine Fanpolitik fahren würden, die „zur Genüge verbietet und sanktioniert", nicht zuletzt auch bei antisexistischen Bannern.

Und dann kritisiert die Fangruppe noch die Kategorie „Lieblings-Saisonessen". Hier würde mit „vermeintlich stimmungsanheizenden Stigmata und ‚Wortwitzeleien'" bzw. mit „spielerisch-verarbeiteten Rassismen" gearbeitet werden. Wir können jetzt an—mit Spielernamen arbeitenden—Wortkreationen wie „Nasi Boateng" und „Gulácsi-Suppe mit Kalmáriringen" nichts Rassistisches oder Verwerfliches finden. Gleichzeitig stimmen wir dem „witzlos"-Vorwurf der Red Aces hundertprozentig zu. Man fragt sich bei den Wortspielen vor allem eines: Was soll das? Denn witzig es nicht, überflüssig und erzwungen dafür umso mehr.

Aus diesem Grund fordert Red Aces den Verein auf, den Post von ihrer Facebook-Seite zu löschen und stattdessen „bildungspolitische Arbeit" zu leisten, um „Sensibilisierungsprozesse einer Fankurve und derer Fans" zu unterstützen.