Gladbach-Fans rächten sich am Wikipedia-Eintrag von Schiri Clattenburg

Nach einem umstrittenen Handelfmeter konnte Schalke das 2:2 erzielen – und die Borussia aus der Europa League werfen. Grund genug die Wiki-Biografie von Schiedsrichter Mark Clattenburg zu verunstalten.

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17 März 2017, 10:15am

Foto: privat

„Es war kein Elfmeter. Ich weiß nicht, was Clattenburg da geritten hat", erklärte Borussia-Trainer Dieter Hecking nach dem Rückspiel im Achtelfinale der Europa League gegen den FC Schalke 04. Die Rede war von Schiedsrichter Mark Clattenburg, der in der 68. Spielminute den Schalkern einen umstrittenen Handelfmeter zusprach. Bentaleb erzielte mit dem Strafstoß das 2:2 und Schalke war damit im Viertelfinale. Die Gladbach-Fans tobten und Manager Max Eberl wurde in die Katakomben geschickt.

Wer gestern Abend nach dem 42-jährigen Engländer bei Google suchte, bekam natürlich auch den Wikipedia-Eintrag des Schiedsrichters ganz oben angezeigt. Bei genauerem Hinsehen, war dieser Eintrag jedoch in der Nacht für wenige Minuten höchst aktuell – und verunstaltet von Wikipedia-Autoren mit der Raute im Herzen. Neben seiner eigentlichen Kurzbeschreibung stand dort auch der Zusatz: „Hat Borussia Mönchengladbach am 16.03.2017 mit einer Glanzleistung verpfiffen." Diese Beschreibung verschwand jedoch wieder schnell.

Ob die Aktion von Dahoud – der einerseits unkontrolliert den Ball an die Hand aus kurzer Distanz bekommt, andererseits jedoch seinen Oberkörper unglücklich nach vorne beugt, was Clattenburg wohl zu seiner Entscheidung ermutigte – zu Unrecht als absichtliches Handspiel geahndet wurde, wird derweil weiterhin heftig diskutiert. Der Großteil der Fans oder auch Schiedsrichterexperten sehen in Clattenburgs Entscheidung eine Fehlentscheidung. Das sahen übrigens nicht nur die Gladbach-Fans so: „Puh, er fährt den Arm nicht raus. So ehrlich muss man sein, dass das wohl kein Elfmeter war", sagte ein ehrlicher Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes nach dem Spiel bei Sky.

Clattenburg dürfte die Kritik um seine Person wenig interessieren. Der Mann, der im letzten Jahr die Finalspiele von Champions League und EM pfiff, schickt sich selbst in die Wüste: Vor einigen Wochen gab er bekannt, dass er die Premier League verlässt und in Saudi-Arabien das Schiedsrichterwesen verbessern wird.