Plastikmüll

Studie erklärt: Darum essen Tiere im Ozean Plastik

Forscher hatten bis hierher angenommen, die Tiere würden das Plastik nur essen, weil es wie Essen aussieht.
11 November 2016, 11:56am
Alle Bilder via Imago.

Am vergangenen Wochenende lief der FC Bayern München bei der Partie gegen Hoffenheim mit einem Trikot auf, das aus Plastikabfällen aus den Ozeanen hergestellt worden war. Xabi Alonso stand im Vorfeld Modell und sagte, die Zukunft der Meere läge ihm sehr am Herzen, schließlich ist er in San Sebastián aufgewachsen. Das Problem ist massiv und bisher war es auch noch rätselhaft. Forscher hatten bis hierher angenommen, die Tiere würden das Plastik nur essen, weil es wie Essen aussieht. Eine Studie hat herausgefunden, dass es auch wie Essen riecht.

Thomas Müller verzweifelt am Zustand der Welt im speziellen Ozean-Trikot.

Algen sind die Hauptnahrungsquelle von Krill und wenn sich Algen in den Ozeanen zersetzen, dann beginnen sie, schwefelig zu riechen. Dafür ist Dimethylsulfid verantwortlich. Das ist eine chemische Verbindung, die auch beim Kochen von Kohl, Getreide oder Meeresfrüchten entsteht. Die Tiere haben gelernt, dass, wo immer es so riecht, es dort viel Nahrung gibt.

Algen wachsen besonders gut auf Plastik, hat sich herausgestellt. Und wenn das zerfällt, dann entstehen eben diese Gerüche, die Tiere werden in eine „Geruchsfalle" gelockt, wie es die Studie ausdrückt. Und so kommt es, dass fast 90 Prozent der Vögel Plastik in ihren Mägen haben. Die Studie der Universität von Kalifornien ist am 9. November in Sciences Advances erschienen.

Noch immer gelangt viel zu viel Plastik in die Weltmeere. 2014 schwammen laut Schätzungen 250.000 Tonnen Plastikmüll auf unseren Ozeanen, dabei wurde Müll in anderen Wasserschichten, am Meeresgrund oder an den Küstenlinien noch nicht einmal mit einberechnet. Die Forscher der Universität von Kalifornien wollen jetzt in weiteren Tests prüfen, ob Fische, Pinguine oder Schildkröten ähnlich auf die Gerüche reagieren.

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