akademikerball

Die Geschichte des Akademikerballs und seiner Proteste

1967 fand der Ball im Festsaal der Hofburg statt, was damals aber noch niemanden wirklich zu stören schien. Zeit, einen Blick zurückzuwerfen.
30.1.17
Titelfoto: David Prokop | Demo gegen den Akademikerball 2015

Bis zum 3. Jänner 1952 wurden beim Wiener Referat Vergnügungs- und Getränkesteuer insgesamt 123 Faschingsveranstaltungen angemeldet. Darunter auch etwa 70 Großveranstaltungen, die entweder im Messepalast, den Sofiensälen, oder dem Konzerthaus stattfanden. Einer dieser großen Bälle war der erste Ball des Wiener Korporations-Rings(WKR), der am 4. Februar ins Konzerthaus lud.

Auch, wenn es noch 55 Jahre dauern sollte, bis das erste mal gegen diesen Ball verschiedenster Burschenschaften, Corps, Verbindungsstudenten und Landsmannschaften demonstriert werden würde, war der Weg zu der Tanzveranstaltung schon damals kein leichter. Schließlich war Wien bis 1955 in Besatzungszonen der alliierten Befreiungsmächte unterteilt. Das Konzerthaus lag in der Britischen Zone.

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Veranstaltet wurde der Ball damals von Viktor Hafner (Corps Saxonia), Robert Drachus oder Drahosch (Burschenschaft Olympia), Walter Wirth (Burschenschaft Aldania) und Karl Bartl (Landsmannschaft Cimbria). Letzterer soll laut Andreas Peham vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) noch Ende der 1980er Jahre "seine positiven Empfindungen gegenüber dem Dritten Reich" ausgedrückt und Bezug auf eine angebliche Kriegsschuld des "Weltjudentums" genommen haben.

Laut der Burschenschaft Aldania Wien (die anders als der WKR selbst 1953 als Geburtsstunde des Balls angibt) soll damals vor allem Wert auf die Zusammenarbeit aller Verbindungen aus dem "waffenstudentischen Lager" gelegt worden sein. Keine leichte Aufgabe, wie es von Seiten der deutschnationalen Verbindung heißt, schließlich seien die Burschenschafter "von den Besetzern scharf beobachtet" worden. Dennoch sollen 1400 Besucher auf diesem ersten WKR-Ball das Tanzbein geschwungen haben.

1967 fand der Ball schließlich im Festsaal der Hofburg statt, was damals aber noch niemanden wirklich zu stören schien. Erst 2005 wurde im Zuge von Protesten gegen den sogenannten "Schiller Kommers", der in erster Linie von der Burschenschaft Olympia organisiert wurde, auch der WKR-Ball thematisiert. Es dauerte allerdings noch drei Jahre, bis es zur ersten Demonstration gegen den Burschenschafterball kam.

2008 - Beginn einer Protestkultur

"Der antifaschistische Grundkonsens der 2. Republik und demokratiepolitisches Engagement an sich verlangen unserer Meinung nach ein unbedingtes Auftreten gegen die Geisteshaltungen, die in den im WKR versammelten Burschenschaften reüssieren und auf gesellschaftlichen Einfluss drängen", hieß es in einem im Jänner 2008 verbreiteten offenen Brief der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) an den damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer.

Sowohl die ÖH als auch die GRAS und der von Autonomen ins Leben gerufene "Arbeitskreis gegen den WKR" mobilisierten bei diesem ersten Protest gegen den WKR-Ball zu einer Gegenveranstaltung im Museumsquartier.

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Unter dem Titel "DekaDance – Rechte Verbindungen wegbassen" sammelten sich an diesem 25. Jänner bis 23:30 Uhr rund 400 Personen im MQ und zogen anschließend trotz eines geltenden Platzverbots bis vor die Hofburg. Auf der Ringstraße wurden Barrikaden errichtet und Müllcontainer in Brand gesteckt.

100 bis 200 Demonstranten zogen im Anschluss noch in Richtung Burschenschaft Olympia in der Gumpendorfer Straße. Dort wurde die Demo schließlich von der Polizei aufgelöst. Allerdings fanden sich auch am nächsten Tag wieder 170 Demonstranten vor dem Hauses ein, um gegen einen angekündigten Vortrag des rechten Liedermachers und NPD-Politikers Jörg Hähnel zu protestieren. Verhaftet wurde bei den Protesten 2008 niemand.

2009 - "Kein Grund zum Feiern"

Im Laufe des Jahres 2008 hatte sich das linksradikale, antifaschistische Bündnis "NOWKR" gegründet, das es sich zum Ziel setzte, den WKR-Ball "ins Rampenlicht der medialen Öffentlichkeit zu zerren" und die Gegenproteste zu organisieren.

Schon im Vorfeld der Proteste sorgten ein Angriff auf den linken Kulturverein W23 und Drohmails gegen eine Aktivistin der GRAS und einen Mitarbeiter des DÖW für Aufregung.

Dennoch – oder gerade deshalb – wurde unter dem Motto "Kein Grund zum Feiern" für 17:00 Uhr zu einer Demonstration gegen den WKR-Ball mobilisiert. Zirka 1200 Personen fanden sich schließlich am Christian-Broda-Platz ein und zogen Richtung Hofburg. Am Maria-Theresien-Platz fand anschließend ein Straßenfest statt, das zeitweise von der Polizei eingekesselt wurde. Es kam zu kleineren Ausschreitungen. Insgesamt wurden neun Personen verhaftet und 24 Polizisten verletzt.

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Im Zuge von Recherchen des DÖW und der AuA! (Autonome Uni-Antifa), wurde deutlich, dass der Ball nicht nur eine Tanzveranstaltung der heimischen Burschenschaften war, sondern Rechte und Rechtsextreme aus ganz Europa den Ball besuchten. So nahmen laut einer Parlamentarischen Anfrage aus dem Jahr 2011 – neben fünf Unirektoren, von denen zumindest zwei 2009 den Ehrenschutz übernommen haben sollen – auch Prominente Vertreter der europäischen Rechten wie zum Beispiel Bruno Gollnisch, Enrique Ravello, Patrik Brinkmann, Andreas Molau, Matthias Faust, Alexander Dugin, Markus Beisicht, Filip DeWinter und Jacques Cordonnier am WKR-Ball teil.

2010 – "En Garde! WKR-Ball anfechten"

Nach den Ausschreitungen rund um den WKR-Ball 2009 stand die Polizei unter massiver Kritik, was sie 2010 zu einem "harten Durchgreifen" veranlasste. Die angemeldete Demo des Bündnis NOWKR, die unter dem Motto "En Garde! WKR-Ball anfechten" wieder vom Christian-Broder-Platz in Richtung Ring ziehen sollte, wurde ohne ersichtlichen Grund bereits im Vorfeld untersagt. Ein Umstand, der für viel Kritik sorgte: "Rechtsextremen wird öffentlicher Raum geboten, gegen Antifaschisten geht die Polizei vor", beschwerte sich zum Beispiel Karl Öllinger im Vorfeld.

Tatsächlich wurde der Abend für die Polizei erneut zum Fiasko. Während sie am Christian-Broda-Platz bis zu 700 Menschen – teilweise völlig unbeteiligte Passanten – über Stunden einkesselte, kam es in anderen Teilen der Stadt zu dezentralen Aktionen: Der Gürtel wurde kurzzeitig mit Barrikaden blockiert und ein Polizeiauto abgefackelt.

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Bilanz des Abends: 14 Festnahmen, Verletzte Demonstranten und Polizisten und über 300 Anzeigen wegen Verwaltungsübertretungen. Der Polizeieinsatz sorgte auch knapp drei Monate nach der Ballnacht noch für Diskussionen: Im April 2010 nahm der Menschenrechtsbeirat des Innenministeriums den Kessel am Christian-Broda-Platz als Anlass eine "Empfehlung zum Umgang mit sogenannten 'Polizeikesseln'" auszusprechen, in der es etwa heißt, dass "von einer solchen Maßnahme nur unter strikter Beachtung der Verhältnismäßigkeit Gebrauch zu machen" ist, da dabei regelmäßig eine Situation entstünde, "aus der sich Verletzungen von Rechten der von der Maßnahme betroffenen Personen ergeben können".

2010 fand am Rande des Balls außerdem ein Vernetzungstreffen verschiedener rechter Akteure aus Europa statt.

2011 – "Jedes Jahr die selbe Scheiße?!"

Trotz der massiven Kritik an den Polizeieinsätzen der letzten beiden Jahre, schien die Wiener Polizei von ihrer Einsatzstrategie – die von Gegnern des Balls immer wieder als eskalativ kritisiert wurde – auch 2011 nicht abweichen zu wollen. Wieder wurde die Gegendemonstration verboten. "Die Polizei hat nichts aus den Ereignissen des Vorjahres gelernt", so der Grünen-Politiker Albert Steinhauser 2011.

Die Polizei rechtfertigte das Verbot später mit einer nicht angemeldeten Spontandemo am Vorabend des WKR-Balls, bei der es zu Ausschreitungen gekommen sein soll. Tatsächlich konnten für die angeblichen Ausschreitungen keine Beweise erbracht werden. Außerdem richtete sich die Sponti gegen das Verbot der Proteste, womit auch die Begründung der Polizei obsolet wurde, da das Verbot schon früher bekannt war. Der Verfassungsgerichtshof entschied 2013, dass das Vorgehen der Polizei verfassungswidrig war.

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Am Abend des Balls kam es schließlich zu vielen größeren und kleineren Demonstrationen an unterschiedlichsten Orten Wiens. Ecke Westbahnstraße/Burggasse kesselte die Polizei – getreu dem Protest-Motto "Jedes Jahr die selbe Scheiße?!" – erneut etwa 100 Demonstranten ein. Die Ball-Gegner konnten den Kessel anschließend nur unter Vorlage ihrer Personalien verlassen – und bekamen Wochen später Verwaltungsstrafen unter anderem wegen "Gehen gegen die Einbahn". Vier Personen wurden festgenommen.

2011 konnten die Gegner des Balls dennoch erste Erfolge verzeichnen. Die massive Kritik am WKR-Ball veranlasste die Casinos Austria, die mit zwei Prozent an der Betreibergesellschaft der Hofburg beteiligt sind, sich zunehmend "gegen die Abhaltung dieses Balles auszusprechen", was schließlich auch zur Aufkündigung des Mietvertrages zwischen WKR und Hofburg führte. Für 2012 bestand allerdings noch ein gültiger Vertrag.

2012 – "Vienna Calling – Den WKR-Ball crushen"

2012 fanden die größten Proteste gegen den WKR-Ball statt. Neben der mittlerweile schon traditionellen Demo vom Christian-Broder-Platz zum Ring des Bündnis NOWKR, riefen in diesem Jahr auch zwei neu gegründete Bündnisse zum Protest auf: Während sich die Offensive gegen Rechts (OgR) vor allem aus sozialistischen und kommunistischen Organisationen zusammensetzte, konnte das Bündnis Jetzt Zeichen setzen! auch das bürgerliche Lager – von SPÖ bis katholische Kirche – mobilisieren.

Die mediale Berichterstattung über den Ball der Burschenschafter und die Proteste war schon in den Wochen vor der Ballnacht enorm. Vor allem der Umstand, dass der Ball ausgerechnet am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz stattfand, erzürnte nicht mehr nur die, die die Jahre zuvor gegen die Veranstaltung auf die Straße gegangen waren.

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Am Abend des 27. Jänner versammelten sich dann bis zu 10.000 Demonstranten am Christian-Broda-Platz, vor der Hauptuni und auf dem Heldenplatz. Im Laufe der Proteste kam es zu zahlreichen Blockaden in der Innenstadt und mehreren Angriffen auf Ballbesucher. Aber auch Gegendemonstranten wurden von Rechtsextremen und Neonazis attackiert. Schon im Vorfeld des Balls wurde in einschlägigen Neonazi-Foren zur Gewalt gegen Linke aufgerufen. Auch der ehemalige Bundesratspräsident Albrecht Konecny wurde von Rechten verprügelt und schwer verletzt. In Zusammenhang mit der Attacke auf den SPÖ-Politiker wurde später gegen mehrere Polizisten wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt.

Insgesamt gab es an dem Abend 20 Festnahmen – darunter neun Rechtsextreme. Für Aufregung sorgte auch ein selbstgebastelter Sprengsatz eines Gegendemonstranten.

Am Ball selbst nahmen auch einige prominente Gäste aus dem Ausland teil. Darunter zum Beispiel Marine Le Pen, Kent Ekeroth und Philip Claeys. Da außer der APA keine Medien zum Ball zugelassen waren, schleusten sich gleich mehrere Journalisten unterschiedlicher Medienhäuser in die Hofburg ein. Ein Bericht des Standard sorgte in den Tagen nach dem Ball für einen Skandal rund um FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der die Gegenproteste mit der Reichspogromnacht von 1938 verglichen und "Wir sind die neuen Juden" gesagt haben soll. In einem Interview mit Armin Wolf wiederholte Strache seine Aussage noch einmal:

2013 – "Nein, wir lieben dieses Land und seine Leute nicht"

2013 stellte einen Neuanfang dar – und irgendwie auch doch nicht. Dem WKR wurde noch 2012 das Mietverhältnis mit der Betreibergesellschaft der Hofburg gekündigt, woraufhin der WKR-Ball 2013 ganz abgesagt wurde. Unterstützung erhielten die deutschnationalen Burschenschafter aber von der FPÖ, die seit 2013 den sogenannten Akademikerball in der Hofburg veranstaltet – die Nachfolgeveranstaltung des WKR-Balls.

An den Protesten änderte dies freilich nichts. Auch 2013 gingen wieder tausende Menschen gegen den nun mehr FPÖ-Ball auf die Straße. Es kam zu zahlreichen Blockaden, einem Farbbeutelwurf auf Andreas Mölzer, neun Festnahmen und mehreren Verletzten.

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Die FPÖ warf der Polizei in den Tagen nach dem Ball ein Totalversagen vor und sprach von einem "Sicherheitschaos". Polizeipräsident Gerhard Pürstl sprach hingegen von einem "besonnenen und bestens geordneten Einsatz".

2014 – "Unseren Hass den könnt ihr haben"

2014 standen von Beginn an alle Zeichen auf Eskalation. Das Bündnis

NOWKR

 wählte als Motto "Unseren Hass den könnt ihr haben", die Polizei verhängte eine umfassende Platzsperre und in den Bezirken eins bis neun galt ein völliges Vermummungsverbot, das bei Minusgraden nicht nur unter Touristen für Verwirrungen sorgte, sondern auch von Juristen als "unverhältnismäßig" und "Blankoschein" für die Polizei

bezeichnet

wurde.

Hinzu kam, dass sogar die Kundgebung der zivilgesellschaftlichen Initiative Jetzt Zeichen setzen! am Heldenplatz untersagt wurde und auch Medien von der Sperrzone betroffen waren.

Während die Demo der OgR von der Hauptuni zum Stephansplatz zog, machte sich die NOWKR-Demo von Wien Mitte aus auf den Weg Richtung Innenstadt. Nachdem bei der Oper eine Absperrung von Ball-Gegnern überlaufen wurde, wurden mehrere Polizeieinheiten vom Stephansplatz abgezogen – obwohl dort gerade die NOWKR-Demo eintraf. Die verbliebenen Polizisten wurden von Teilen der Demo attackiert, während andere Teilnehmer die Polizeikette umliefen und so in die Sperrzone eindringen konnten. Vor allem am Graben und in der Wipplingerstraße entstand im anschließenden Chaos erheblicher Sachschaden durch Protestierende. Die Polizei hatte sich zu diesem Zeitpunkt fast gänzlich zurückgezogen und Teile des ersten Bezirks den Demonstranten überlassen.

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Für Kritik sorgte die anschließende Belagerung der Akademie der bildenden Künste durch die Polizei, die dort Demoteilnehmer vermutete. Tatsächlich war dort gerade ein Tag der offenen Tür im Gange. Rektorin Eva Blimlinger sprach später von einem "Skandal" und forderte eine Entschuldigung der Polizei.

Die Polizei sprach in den Tagen nach den Demos von einem Sachschaden von über einer Million Euro. Die Staatsanwaltschaft ging später von weit weniger aus. Für Aufsehen sorgte auch ein halbes Jahr nach dem Ball noch die Verurteilung des deutschen Studenten Josef S., der seit seiner Festnahme in Wien in U-Haft saß. Unsere Berichterstattung rund um den Prozess gegen Josef S. könnt ihr hier nachlesen.

2015 – "Für ein Ende der Gewalt – Den Wiener Akademikerball unmöglich machen"

Zwei Tage vor dem Akademikerball 2015 wurde die Demonstration des Bündnis NOWKR erneut verboten. Die Organisatoren riefen zwar trotzdem weiterhin zur ihrer Demonstration auf, lösten sich allerdings noch im Februar 2015 auf. Grund dafür war jedoch nicht nur das erneute Verbot ihrer Demonstration gegen den Ball der Burschenschafter. In einem Statement der Initiative hieß es, man wolle den Widerstand neu organisieren und sich in Zukunft mehr gegen den erstarkenden Nationalismus in der Mitte der Gesellschaft engagieren.

Am 30. Jänner 2015 gingen wieder tausende Menschen auf die Straße, um gegen den rechten Ball zu demonstrieren. Vereinzelt kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die wieder an verschiedensten Orten in der Stadt kleinere und größere Kessel aufzog. Mindestens 35 Menschen wurden festgenommen. Im Großen und Ganzen verliefen die Proteste aber friedlich.

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Der Ball selber konnte – wie schon im Vorjahr – weit weniger Besucher verzeichnen als noch zu Zeiten des WKR-Balls.

2016 – Ende einer Protestkultur?

2016 verliefen die Proteste gegen den WKR- oder Akademikerball anders als die Jahre zuvor. Während in den Jahren 2009 bis 2015 bei den Protesten Blockaden an den Zufahrtsstraßen zur Hofburg im Vordergrund standen, es meist mehrere Demos gab und es immer wieder zu Ausschreitungen kam, wurde 2016 auf eine breit aufgestellte, friedliche Großdemonstration gesetzt.

Zwar beteiligten sich wieder 5.000 bis 8.000 Menschen an den Protesten, allerdings kam es 2016 zu keinen nennenswerten Zwischenfällen, sieht man von den schon fast traditionellen Polizeikesseln ab.

Die neue Strategie der Proteste gegen den rechten Ball kann einerseits mit der Auflösung des Bündnisses NOWKR erklärt werden, wodurch es 2016 keine eigene linksradikale Demonstration gab. Andererseits war das Vorjahr geprägt von Solidaritätsaktionen und Hilfe für Geflüchtete, sowie Proteste gegen rechtsextreme Mobilmachung gegen eben diese. Vielleicht lag 2016 also auch einfach das Hauptaugenmerk linkem Engagements an anderer Stelle.

2017 – Ein Ausblick

Ob 2016 nur eine Ausnahme war oder sich an der Protestkultur gegen den Akademikerball wirklich etwas geändert hat, werden wir vielleicht heuer sehen können. Am 3. Februar lädt die FPÖ jedenfalls wieder zum Rechtswalzer in die Hofburg. Und auch die OgR hat bereits eine Demonstration angekündigt. 4 weitere wurden bisher zugelassen. 2700 Polizisten sollen im Einsatz sein.

Vielleicht verlagert sich der Protest heuer aber auch auf einen anderen Ball: Seit knapp 10 Jahren wird erstmal wieder zu einer Demo gegen den Opernball aufgerufen. Wir werden jedenfalls die Proteste gegen beide Bälle begleiten.

Paul auf Twitter: @gewitterland

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