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Kinder

Kleine Kinder berauschen sich gerne mit Händedesinfektionsmittel

Laut eines Berichts „betrinken" sich amerikanische Kinder vier Mal so häufig mit Händedesinfektionsmittel als noch vor fünf Jahren.
16.9.15
Photo via Flickr user Wil Taylor

Für viele Kinder ist Alkohol einfach Alkohol. Wenn man als 14-Jähriger gerade keinen Bacardi Breezer in die Hände bekommt, nimmt man auch mit einer sonnengebleichten, halb vollen Flasche Wodkafusel, die man im Wald gefunden hat, vorlieb. Purell wird zwar als Bakterientöter vermarktet, klingt jedoch wie eine billigere und leichter verfügbare Version von Alkohol als beispielsweise Smirnoff.

Und das ist das Problem: Laut eines Berichts betrinken sich amerikanische Kinder mit Händedesinfektionsmittel!

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Klar, Großstadtlegenden und ein paar grenzwertige YouTube-Videos besagen, dass eine Flasche Desinfektionsmittel zu trinken, eine ökonomische und einfache Art ist, sich zu betrinken. Das Problem liegt darin, dass viele der Handreiniger Isopropylalkohol enthalten, was nicht das gleiche Zeug wie in der Flasche Jameson deines Vaters ist. Von beidem wird man betrunken, aber beim Erstgenannten ist das Risiko, zu erblinden, ein Organversagen zu erleiden oder gar zu sterben weitaus höher.

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Während man erwarten würde, dass es sich hierbei nur um einen „Scherz" von ein paar nichtsnutzigen Jugendlichen handelt—dieselbe Art von Draufgängern, die sich bei der Fire Challenge selber anzündeten—, greifen scheinbar sogar immer kleinere Kinder zu Händedesinfektionsmittel.

CNN berichtet, dass ein sechsjähriges Mädchen aus Georgia kürzlich wegen einer Alkoholvergiftung behandelt wurde, nachdem es „drei oder vier Spritzer" Handreiniger geschluckt hatte, der für sie nach Erdbeere schmeckte. In der Notaufnahme stellen die Ärzte einen Alkoholgehalt im Blut von 1,79 Promille fest—doppelt so viel wie die rechtliche Promillegrenze des Bundesstaats bei Alkohol am Steuer.

Seit 2010 gab es beim Giftnotruf einen 400-prozentigen Anstieg von Anrufen, die mit kleinen Kindern und Handreiniger in Verbindung standen. Der Leiter des Georgia Poison Center, Dr. Gaylord Lopez, sagte zur CNN, dass 2010 3.266 Meldungen über Handreiniger-Fälle mit kleinen Kindern eingegangen waren, 2012 waren es sage und schreibe 16.117.

„Ein Kind denkt nicht, dass es gefährlich sein könnte", sagte Lopez. Viele der ansprechenderen (Handreiniger) sind parfümiert. Es gibt Handreiniger mit Erdbeer,-Trauben und Orangengeruch, die für Kinder sehr verlockend sind."

Und wenn man zu jung ist, um seine Grenzen zu kennen, kann das bunte, anziehende Leuchten eines Body Shop-Handreinigers stärker als die Anweisungen der Eltern, nichts unter dem Waschbecken anzufassen, wirken.

Vielleicht wäre das kein immer größer werdendes Problem, wenn wir nicht so besessen danach wären, dass unsere Hände nach Zimtschnecke oder Skittles riechen. Überall lauern Gefahren—oder müssen wir etwa den Vater aus Wisconsin erwähnen, der versehentlich Wodka in die Babymilch seines sechs Wochen alten Sprösslings gemischt hat? Vielleicht sollten wir aber auch einfach unser Bedürfnis, Gift nach Bonbons schmecken zu lassen, überdenken.