Sommer

MUNCHIES Guide to Alkohol aufs Festival schmuggeln

Um euch die höllische Routine zu ersparen, ständig zwischen der Warteschlange vor den Dixieklos und der Warteschlange vor der Bar hin und her wechseln zu müssen, haben wir für euch einen kleinen Guide mit den besten Tricks zusammengestellt, wie ihr am...

von Munchies Staff
08 Juni 2016, 8:04am

Während der nächsten zwei Monate werdet ihr wahrscheinlich die Hälfte eures mickrigen Monatslohns für 3-Tagespässe für Festivals ausgeben. Das ist der Preis, den man bezahlt, um zwischen einem Typen, der sich ganz offensichtlich seit einer Woche nicht mehr gewaschen hat, und einem anderen, der voll auf MDMA ist, Musik anhören darf. Das Wichtigste ist aber, dass du inmitten von Schlamm und Müll im Rhythmus der Konzerte die glücklichsten Momente deines Sommers mit Selfie-Sticks und One-Night-Stands im Zelt erleben wirst. Und dabei wirst du Durst haben.

Um euch die höllische Routine zu ersparen, ständig zwischen der Warteschlange vor den Dixieklos und der Warteschlange vor der Bar hin und her wechseln zu müssen, haben wir für euch einen kleinen Guide mit den besten Tricks zusammengestellt, wie ihr am besten Alkohol aufs Festivalgelände schmuggelt.

Munchies_1 © Arnaud Deroudilhe

Alle Fotos von Arnaud Deroudilhe.

Es ist schon erstaunlich, wie teuer das Bier auf den Festivals ist, aber wie beschissen es gleichzeitig schmeckt. So erstaunlich, dass man sich schon fragt, ob es vielleicht nicht mit Wasser gestreckt wurde, damit wir noch dringender pinkeln müssen. Deshalb ist es an der Zeit, die Verantwortung für unsere Blase selbst in die Hand zu nehmen und anständiges Bier aufs Gelände zu schmuggeln. Für den ersten Trick braucht ihr eine Softdrink-Dose, einen Cutter und natürlich eine volle Bierdose. Von der Limonadendose einfach den oberen Teil abschneiden—besser nachdem ihr sie ausgetrunken habt—, längs aufschlitzen und über die Bierdose darüberstülpen. Wenn ihr an den Securitys vorbeiläuft, einfach so in der Hand halten, dass nur die Limonadendose sichtbar ist.

Eine Flasche mit einem alkoholischen Mixgetränk in einer Packung Toastbrot zu verstecken, ist die genialste Idee, seit ein Typ versucht hat, Drogen in Spargeldosen zu verstecken. In einer Plastiktüte mit einer Packung Pressschinken und einem Glas Salzgurken, wird euch der Security im Glauben, ihr wäret echte Gourmets, bereitwillig vorbeilassen. Dabei seid ihr einfach nur echte Säufer.

Der folgende Trick ist für euch, Ladys. Wir haben die Lösung gefunden, dass euer Freund euch nicht mehr mit dem zweiten Paar Ballerinas, das ihr immer mithabt, aufzieht, sondern einmal für das apokalyptische Chaos in den Tiefen eurer Handtasche dankbar ist. Unter den 15 Kassenbons, den alten Lippenstiften und den Tampons, eurem Handy (ach, da ist es ja!) und all dem nicht identifizierbarem anderen Kram, lässt sich wunderbar ein Bag-in-Box-Wein verstecken. Der Plan ist überaus praktisch und sehr einfach umzusetzen, aber genüsslich seinen Wein inmitten von Typen, die sich mit Bier volllaufen lassen, zu schlürfen, ist wahrscheinlich das Snobbigste, was man auf einem Festival machen kann. Wir haben euch gewarnt!


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Die folgende Technik verbindet die Frische von Trauben mit der Süße eurer Lieblingsspirituose, die ihr in die Frucht spritzt. Das einzig weniger Gute an diesem Trick ist der Moment, in dem einem klar wird, dass man langsam aber sicher auf dem besten Weg zum Junkie ist.

Die Kunst der Verschleierung existiert schon seit Anbeginn der Zeit. Im Islam ist die taqîya eine aktive oder passive Praktik, bei der man seine Religionszugehörigkeit verheimlicht. Im feudalen Japan wurden die Infiltrationstechniken von Ninjas zu politischen und militärischen Zwecken eingesetzt, um an wertvolle Informationen zu gelangen. Und in der Welt der Festivalgänger ist es unerlässlich, zu wissen, wie man seine Getränke richtig versteckt, um sich ordentlich einen hinter die Binde zu kippen. Hier sind zwei Klassiker: der selbst gebastelte Trinkrucksack aus einer Wärmflasche und einer Kunststoffröhre und der Flachmann, der mit Gaffa am Unterschenkel befestigt ist, um an der unumgänglichen Körperdurchsuchung am Festivaleingang durchzukommen.

Was gibt es Unschuldigeres als Fruchtmus? Ein vergessenes Relikt aus einer gesegneten Zeit, als man sechs Jahre alt war und noch keinen Alkohol trank. Diese kleinen Zuckerbomben werden den Riesen, dessen Aufgabe es ist, deine Tasche zu durchsuchen, weich klopfen. Es ist die perfekte Tarnung, aber mittlerweile auch relativ bekannt unter den Securitys, deshalb nehmt euch in Acht. Was den Rest angeht, kann nichts schiefgehen: Die Fruchtmuspackungen zuerst leeren und mit hartem Alkohol auffüllen. Wenn ihr ganz experimentierfreudig seid, könnt ihr auch einen neuen Cocktail auf Fruchtmusbasis erfinden.

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Warnung: Die Redaktion von MUNCHIES ermutigt keinesfalls zum Alkoholkonsum außerhalb des vorgesehenen Rahmens seitens der Organisatoren der Festivals. Wir sind in allen Situationen immer sehr verantwortungsbewusst und ihr solltet unserem Exempel folgen.

Arnaud macht Fotos und Videos und trinkt Alkohol wie ein Erwachsener, machmal auch weniger verantwortungsvoll. Er hat eine Website und einen Blog.

Besonderer Dank geht an Lucie B. und Johnny FUZION4000.