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Popkultur

​Dieser Fanfilm zeigt, dass 'Star Wars' die Welt verbessern kann

Noch ein ‚Star Wars'-Fanfilm macht sich auf, die Welt zu erobern.

von Josef Zorn
04 April 2016, 1:54pm

Film-Still aus ,Star Wars: Regrets of the Past‘

Wenn wir ehrlich sind, würden die meisten von uns die Frage „Sollen wir einen Star Wars-Fanfilm machen?" sofort bejahen und mit einem „Jedi-Mind-Kick" in die Luft unterstreichen. Ich habe zwei junge ambitionierte Filmemacher getroffen, die nicht nur aus dieser oft schnell dahingesagten Idee Realität gemacht haben—also einen tatsächlich 50-minütigen Fanfilm im Universum von Star Wars—, sondern dabei auch ein aus dem Nichts entstandenes hochprofessionelles Stück Kino abliefern.

Die Fan-Community beweist seit jeher extrem viel Herz, Zusammenhalt und Gruppendynamik. Im Gespräch wollten wir rausfinden, ob Star Wars der rettende Schritt in eine bessere Welt sein könnte.

Star Wars: Regrets of the Past ist kurz davor, das Licht der Welt zu erblicken. Deshalb wollte ich die Macher, Laura Hermann und Bernhard Weber, persönlich treffen. Die beiden haben über Jobs in Werbeagenturen zueinander gefunden und nun zusammen mit knapp 180 Kollegen und Helfern über vier Jahre hinweg ihren Traum vom eigenen Stück Star Wars Wirklichkeit werden lassen.

Foto vom Autor

Laura ist die junge Produzentin hinter dem Filmprojekt und wirkt extrem motiviert. Sie ist die Erste in der Bar, in der wir uns treffen, und begrüßt mich trotz meiner leichten Verspätung mit dem dicksten, freundlichsten Lächeln, das ich seit Langem gesehen habe. Ich persönlich bin so nette Filmproduzenten nicht gewohnt und fühle mich gleich doppelt so wohl am Tisch mit ihr.

Bernhard stößt kurz darauf zu uns und sorgt mit den langen Haaren und dem entschlossenen Auftreten für eine heimelige Metal-Stimmung. Er ist der Regisseur, und Effekte-Programmierer des nichtkommerziellen Star Wars-Fanfilms. Sein SMS-Ton stellt sich nach einigen Piepsern paradoxerweise als Tricorder-Effekt aus Star Trek heraus.

Dass Bernhard ein vielseitiger Fan unserer modernen Popkultur ist, war mir auch schon ein paar Jahre zuvor aufgefallen. Zufälligerweise waren wir beide auf einer „Steampunk"-Themenhochzeit eingeladen, auf der er einen lila samtenen Anzug à la Interview mit einem Vampir trug und auch beim vor Ort aufgebauten Arcade-Klassiker Ninja Baseball Bat Man brillierte.

Solange du nicht daran verdienst, kannst du deine Lieblingsfilme zitieren und weitererzählen.

Laura und Bernhard erzählen recht nostalgisch, wie aus dem ersten zehnminütigen Kurzfilmkonzept das fünfzigminütige Projekt Regrets of the Past entstanden ist. Anfangs, wie so oft bei solchen Dingen, saßen einfach ein paar Freunde betrunken beinander, als die fixe Idee aufkam: „Hey, gehen wir in den Wald und drehen einen Star Wars-Film!"

Es wäre doch schön, wenn solche lustigen Gedanken viel öfter vehement weiterverfolgt würden—so es wie bei Regrets of the Past passiert ist—, und sie sich nicht immer gleich am nächsten Tag parallel zur Aspirintablette im Wasserglas auflösen.

Der allererste Drehtag von Bernhard und Laura war im April 2013 und liegt somit ziemlich genau drei Jahre zurück. Die erste Szene, die tatsächlich auch die erste im Film werden sollte, wurde im ViennaFLIGHT gedreht, einer offenen Gesellschaft für Flugtraining mit dementsprechend professionellen Flugsimulatoren. Das Team von Regrets of the Past brachte seine eigenen Requisiten mit, nahm kleinere „Umbauten" im Cockpit vor und schon hatte es seine perfekte Raumschiffsequenz.

Alle Filmstills aus ‚Star Wars: Regrets of the Past' mit freundlicher Genehmigung des Produktionsteams zur Verfügung gestellt

Viele der Props, von Laserschwertern bis Kostümen, wurden aus den USA bestellt und für die eigenen Zwecke umgebaut. Laura und Bernhard haben sogar ein paar dieser teuren Spielsachen für mich mitgebracht. Mit dem doch sehr vertrauten Blaster in der Hand entkommen mir unfreiwillig einige Han-Solo-Posen und die lauten altbekannten Effektgeräusche der Laserwaffen machen dann auch die Kellner aufmerksam. Bei der zweiten Cola stellt sich mir dann aber die zwar unschöne jedoch unausweichliche Geldfrage.

Irgendwie scheinen Fans gerade im Netz diese copyright-geschützten Elemente aus Star Wars ohne Probleme ständig zu klauen. Das Logo, die Figuren, die Namen—eigentlich das ganze geistige Eigentum. Bernhard meint stolz und mit einem schiefen Lächeln, dass in ihrem Film der Imperator und Darth Vader vorkommen. Der essentielle Knackpunkt bei einem professionellen Fanfilm wie Regrets of the Past ist, dass alles unentgeltlich ablaufen muss. „Solange du nicht daran verdienst, kannst du deine Lieblingsfilme zitieren und weitererzählen."

J. J. Abrams hat ja sogar selbst im Zuge des Lucasfilm Fan Short Award 2016 dazu aufgerufen, Star Wars-Kurzfilme einzuschicken. Regrets sei leider zu lange geworden, um bei diesem Contest mitzumachen. Alle Kosten und Ausgaben haben die österreichischen Filmemacher selbst getragen, wobei auch viel Unterstützung von der heimischen Branche, Kollegen und Fans des Projekts kam.

Die Geschichte spielt zeitlich zwischen Episode 3 und 4. Einer der letzten Jedi und sein Padawan werden von Kopfgeldjägern verfolgt.

Die Erzählwelt von Star Wars ist, Bernhards Meinung nach, ohnehin schon lange zum reinen Fanmedium geworden—so wie der neue offizielle Teil The Force Awakens auch eigentlich ein Feature-Fanservice geworden ist.

Die beiden fangen an, mir von der Handlung von Regrets of The Past zu erzählen—endlich! Die Geschichte, von den Autoren Daniel Trauner und Maria Hinterkörner, spielt zeitlich zwischen Episode 3 und 4. Einer der letzten Jedi und sein Padawan werden von Kopfgeldjägern verfolgt. Zusätzlich kommt eine Gang ins Spiel, die eigentlich auch Jedi waren, sich aber nun sozusagen in einer Grauzone der Macht befinden. Bernhard merkt an, dass ihre Storyline ziemlich gut in Star Wars Rebels reinpassen würde.

Wer genau hinschaut, kann in Regrets die österreichische Szenerie wiedererkennen. Die Uni Wien oder auch Vorarlberg, wo ein Großteil des Films gedreht wurde. Die Szenen in der Uni Wien stechen natürlich heraus. Auch im Waldviertel oder in Oberlaa haben die teilweise rund 20-köpfigen Teams in Zeltlagern gepennt wie beim Camping-Ausflug—nur eben mit Star Wars-Props. Mein zwölfjähriges Ich jauchzt laut auf bei dem Gedanken an ein Lager mit Stormtroopern und Laserschwertkämpfen.

Dieser heimische Fokus ist Laura und Bernhard extrem wichtig. Die Produktion sollte von Anfang an ausschließlich österreichisch sein. Deshalb war auch immer klar, dass im Film deutsch gesprochen werden soll—auch wenn das vielleicht einige filmsprachliche Puristen ärgert. Eine der Hauptfiguren, gespielt von einem Vorarlberger, hat sogar das leicht entfremdete Wappen seines Bundeslandes auf die Jacke genäht bekommen. Dieser Fanfilm ist aus Österreich und soll etwas bewirken:

Regrets of the Past spiegelt das Herz des Phänomens Star Wars wider. Dieses Projekt soll Österreichs gesamte Filmbranche umkrempeln!" Bernhard spricht von den alten Riegen der heimischen Produktionshäuser und davon, dass jetzt die Jungen an der Reihe sind. Produktionen wie Regrets sind wie Adrenalinspritzen für die österreichische Filmindustrie und schaffen tatsächlich neue Netzwerke, neue Kooperationen und mehr Akzeptanz von Genrefilmen. Und all das gewährleistet durch die gemeinsame nerdige Liebe für Star Wars.

Regrets of the Past spiegelt das Herz des Phänomens Star Wars wider. Dieses Projekt soll Österreichs gesamte Filmbranche umkrempeln!

Dementsprechend schnell und prall angewachsen ist die Produktion dann auch. Sie mussten sich zwar einiges erschnorren, erzählen Laura und Bernhard grinsend, aber dafür wurde Regrets mit der Zeit zu einer Art Urban Legend. Durch Mundpropaganda erfuhren immer mehr Leute im Filmbusiness, dass da ein paar Irre an diesem ambitionierten Star Wars-Projekt arbeiten, und wollten mitmachen.

„K-Effects aus dem 5. Bezirk zum Beispiel und enorm viele andere freiwillige Helfer aus der Branche wurden neugierig auf uns und boten Unterstützung an. Die Power von Star Wars!", fassen Laura und Bernhard stolz zusammen. Natascha Zenig hat bereits bei Mission Impossible 5, diversen Folgen von Tatort und dem neuen Point Break Maske gemacht und bei Regrets of the Past, wie im Trailer unschwer zu erkennen, beeindruckende Arbeit geleistet. Diese Schlauchköpfe der Twi'lek müssen für Maskenbildner der pure Horror sein.

Johannes Seilern spielt in Regrets genau so einen Typen mit Wickelhörnern und ist eigentlich das Burgtheater oder an Rollen wie in Woman in Gold mit Helen Mirren gewohnt. Sophia Grabner, ebenso von der Bühne ausgeliehen, und Joe Baumgartner, dessen Stimme Österreicher vielleicht aus dem Radio kennen, ließen es sich auch nicht nehmen, bei dem No-Budget-Epos in einer Galaxie weit, weit entfernt dabei zu sein.

Der Komponist der Filmmusik von Regrets of the Past heißt Mark Peter Royce und tritt damit in die Fußstapfen von John Williams—Good Luck Bro! Bernhard freut sich bei Mark besonders über den Umstand zwischen Omen und Zufall, dass der Musiker Verwandte in der Karibik hat, die wiederum eine enge Verbindung zum Assistenten von George Lucas haben. Über ein paar Ecken kenne ich jetzt auch Carrie Fisher!

Splatter und Sex wären stilistisch ein dummer Zugang für das Franchise.

Passend zum Thema erwähnen die beiden heimischen Filmemacher einen ihrer Lieblingsfanfilme—neben offensichtlichen Klassikern wie Boba Fett's Anthology Teaser, Darth Maul: ApprenticeoderTroops—und zwar der im Vergleich eher unspektakuläre George Lucas in Love. Der Short aus dem Jahr 1999 ist eine sehr süß inszenierte Entstehungsgeschichte des ersten Star Wars-Films, in dem ein schlaksiger George durch eine sternenkriegerisch referenzielle Uni-Umwelt wandert und seine Vision verwirklichen will.

Bernhard erklärt seine Verehrung für den legendären Star Wars-Regisseur noch genauer: „George Lucas hat eigentlich einen Orden verdient. Er hat seine Idee durchgezogen und durch die Vermischung von alten Mythologien eine komplett neue entwickelt. Star Wars sind moderne Märchen. Aber vor allem hatte er ein Händchen für gute kreative Leute und dafür, wie man mit einem hammer Team dann arbeitet."

Seine Liebe für authentisches Production Design wollte Bernhard auch in Regrets nicht hinten anstellen. Natürlich sei es immer ein harter Moment für die Kostümleute, wenn die gerade genähte Jacke nun durch Schlamm und Dreck getreten werden müsse. Aber Kleidung, Waffen und die Sets in einem Star Wars-Film müssen abgenutzt und verlebt aussehen, das macht viel von der besonderen Atmosphäre der Filme aus.

Bei einem Effekt hat das Team ausnahmsweise in Irland um Hilfe gebeten, nämlich bei einer Szene mit einem Hologramm-Video vom Imperator. Ich werde immer gespannter auf den Film und muss an Snoke aus The Force Awakens denken.

Laura und Bernhard finden den neuen offiziellen Star Wars super besetzt—mit „echten Heroes" und sehr familiengerecht. Auch wenn Leia vielleicht bei dem einen oder anderen das sexuelle Erwachen ausgelöst hat, können die beiden beim Gedanken an ein Ab-18-Star Wars-Universum nur uninteressiert den Kopf schütteln.

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„Splatter und Sex wären stilistisch ein dummer Zugang für das Franchise", meint Bernhard und weist mich darauf hin, wie fesch und sexy Rey im Film ist—ganz ohne auch nur einmal Haut zu zeigen. Sie strahlt mehr durch ihre Art Erotik aus. Laura kann auch nicht viel Sexuelles an Star Wars finden, besonders weil sie die Filme ursprünglich als Kind erlebt hat—und Adam Driver findet sie sowieso seit Girls schon geil.

Ich stimme zu, obwohl mich persönlich der Gedanke an eine „Dark Side of Star Wars" schon beflügelt, die ganzen Alien-Rassen und potentiellen WTF-Szenarien in Rebellenbordellen oder Tattooine Fight Clubs. Aber um solche niederen SciFi-Gelüste zu stillen, gibt es zum Glück ja Fan Fiction, Comics wie Transmetropolitan oder auch gestörte Shows wie Rick and Morty.

Bernhard hat die ersten Filme als Kind sicher 30 bis 40 Mal geschaut, und auch wenn sein Lieblingsteil Das Imperium schlägt zurück ziemlich düster und brutal ist, ging es nie um die Unmittelbarkeit von Gewalt. Viel wichtiger ist diese gigantische Weltenbildung, dieses gigantische Universum, von dem man nur einen Bruchteil mitbekommt.

Gerade diese Dinge, die in den Star Wars-Geschichten offen gelassen werden, sind es, die die Fans beflügeln. Laura sagt, dass die Vorstellung dieser vielen bunt belebten Planeten für sie immer schon sehr inspirierend war. Man wird als Zuschauer relativ unvorbereitet in diese detaillierte, ausdefinierte Welt gesetzt und fragt sich dann natürlich: Wer ist Boba Fett? Warum ist Jabba so mächtig? Wie sieht Chewbaccas Heimatplanet eigentlich aus?

Dieses Potential, das bewirkt, dass Laura, Bernhard und ich direkt über die Bedeutung von Figuren, Szenen und Dialogen in The Force Awakens mutmaßen müssen, macht Star Wars zu etwas Besonderem. Das ist genau die kreative Kraft, die Bernhard für Regrets auch unheimlich wichtig war.

„Wir wollen, dass die Leute diskutieren, nachdem sie unseren Film gesehen haben. Egal, ob sie schimpfen oder ihn super finden—Hauptsache, niemand empfindet ihn als Zeitverschwendung", erklärt Bernhard mit einem Schulterzucken. Kritik gibt es immer, aber genau deshalb, um den Diskurs anzuheizen, wollte Bernhard die gleiche erzählerische Eigenheit anwenden wie in den Originalfilmen und gewisse Handlungsinhalte offen lassen.

Wir wollen, dass die Leute diskutieren, nachdem sie unseren Film gesehen haben. Egal, ob sie schimpfen oder ihn super finden.

Es gibt bei Regrets of the Past zwar Rückblenden, was in den Originalteilen nie vorkommt, aber die Detailliebe und narrative Weltenbildung bleiben die gleiche. Das erkennt man beim ersten Blick auf die exklusiven Film-Stills und das sexy Laserschwert in meiner Hand. Die Tonalität und überhaupt der ganze Look der Originale, von den Kostümen bis zu den wischenden Überblenden der ersten Trilogie, sind das heilige Maß für Regrets gewesen.

Laura und Bernhard erklären dazu: „Episode IV bis VI waren erzähltechnisch einfach besser und viel interessanter als die Trilogie aus den 2000ern. Jar Jar war blöd, aber viel schlimmer war eigentlich, dass Darth Maul gleich in Episode I stirbt. Das war einfach ein erzählerischer Fehler, weil den alle mochten und er die ganze Trilogie echt retten hätte können—anstatt mit jedem Film einen neuen Lord oder großen Gegner einzuführen. So funktionieren Star Wars-Filme einfach nicht."

In vier Jahren Produktionszeit gibt es natürlich Durchhänger und auch Schicksalsschläge, erzählt Laura, die ihre Produktionstätigkeit einige Zeit von Oberösterreich aus erledigte, was mühselig war und ein Gefühl der Isoliertheit mit sich brachte. Der härteste Schlag war sicherlich der Tod von Bernhards Mutter, wobei hier das enorm angewachsene Filmteam auch große moralische und emotionale Unterstützung geboten hat, wie er erzählt.

Das ganze Produktionsteam von Regrets of the Past war eine große Familie geworden. Und das ist wohl der wichtigste Punkt für die beiden: Star Wars bringt Leute zusammen und generiert eine hilfsbereite, nette Community. Laura erwähnt als Beispiel die ganzen karitativen Institutionen rund um Star Wars, die von Krebshilfe bis zu Kinderkrankenhäusern reichen. Ernsthaft, wer braucht schon creepy Clowns, wenn ich BB8 oder Boba Fett zum Aufmuntern in der Station haben kann.

Bernhard, der ein enormer Fan des stillen Kopfgeldjägers mit dem Bad-Ass-Helm ist, hat natürlich dessen gesamte Rüstung zu Hause und sogar den Schauspieler Jeremy Bullock getroffen. Dieser grauhaarige Brite, der den originalen Boba Fett in seinem Rolleninventar aufweisen kann, sprach auf einem Charity Event und schüttelte Bernhards Hand. Star Wars scheint fast schon für gute Zwecke zu stehen.

MOTHERBOARD: Ein Star-Wars-Fanfilm hat diesem Studenten zu seinem Abschluss verholfen.

Laura stimmt zu und argumentiert weiter, dass sie R2D2 extrem liebt, gerade weil er so unscheinbar ist, aber gleichzeitig so extrem wichtig für das gesamte Abenteuer der Filme. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man sieht, dass man auch als „kleiner" Teil einer Gruppe etwas bewirken kann.

Ich selber wollte direkt nach meinem Kinobesuch im Dezember 2015 beinahe einen halben Roman über das positiv-utopische Potential von The Force Awakens schreiben—über die Vorbildwirkung in Punkto Toleranz und darüber, dass der Film Zusammenhalt predigt in Zeiten, in denen genau dieser auseinanderzubrechen scheint. Und dass untergriffiger Sexismus, der, wie beim neuen Ghostbusters-Trailer, immer noch viel zu oft sein ekeliges Köpfchen hebt, keinen Platz in der Zukunft unserer Lieblingsfilme hat, versteht sich natürlich von selbst.

Wir zeigen was möglich ist in diesem Land, ohne Geld, mit reinem Zusammenhalt, ohne Neid oder Missgunst—manchmal muss man einfach nur einmal nett fragen.

Laura, Bernhard und ihr Star Wars: Regrets of the Past machen etwas sehr Schönes. Es ist ein Projekt, das Leidenschaft mit professionellen Talenten verbindet und neuen, spannenden Leuten eine Chance gibt, zu zeigen, was sie können. Das Endprodukt wird der österreichischen Filmbranche jedenfalls gut tun. Und wenn alles so funktioniert, wie es sich Laura und Bernhard vorstellen, werden wir uns bald den Kopf darüber zerbrechen, was die Hintergrundgeschichte ihres Jedis ist und die Handlung von Regrets weiterstricken.

Wunschtermin für die Premiere von Regrets of the Past wäre eigentlich der 4. Mai 2016 gewesen—wie es sich gehört für richtige Star Wars-Fans: „May the Fourth be with you."—, wird sich aber wohl nicht mehr ausgehen. Das Gartenbaukino ist aber schon fixiert! Ich werde diese Filmemacher sicherlich genau im Auge behalten. Denn genau das sind Laura und Bernhard: nicht nur Star Wars-Fans, sondern Filmemacher.

„Wir zeigen, was möglich ist in diesem Land, ohne Geld, mit reinem Zusammenhalt, ohne Neid oder Missgunst—manchmal muss man einfach nur einmal nett fragen." Nach dieser stolzen Ansage stoßen wir an: Auf eine bessere Welt durch Star Wars und irre Fans.

Josef auf Twitter: @theZeffo