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Popkultur

24 Stunden in der Unterwäsche von Derek Jeter

Die Unterhose ist zwar äußerst kompliziert, aber Schwanz und Eier sind perfekt ausbalanciert, und anders als sonst hängt nichts runter, man hat auch nicht das Gefühl, dass sie von irgendetwas oben gehalten werden.

von Matthew Leifheit
18 März 2014, 11:03pm

Die meisten Profisportler sind jung und reich, wenn sie sich zur Ruhe setzen, und haben dann noch ein ganzes Leben voller Müßiggang vor sich. Um diese Leere zu füllen, eröffnen viele von ihnen Restaurants, werden Motivationsredner oder sitzen einfach nur rum, zocken und rauchen Zigarren, wie Michael Jordan. Aber Derek Jeter, der 39-jährige Star der New York Yankees, scheint sich auf ganz andere Weise auf seinen bevorstehenden Ruhestand vorzubereiten: Er gibt unter seinem Namen eine neue Linie modischer Boxershorts namens Frigo RevolutionWear mit Stückpreisen von bis zu 100 US-Dollar heraus.

Ich habe auf der Launchparty in Manhattan im letzten November ein Exemplar der Superstar-Shorts ergattert, brauchte jedoch ein paar Monate, sie anzuziehen—ich hatte ein bisschen Angst.

Die Unterhose ist äußerst kompliziert. Die Beinöffnungen haben innen Gummibänder, sodass man sie an Beinen und Oberschenkeln hochziehen muss, wobei man sich die Härchen rauszieht. Dann steht man vor der Aufgabe, Schwanz und Eier in eine möglichst kompakte Kugel zu rollen, und sein Päckchen in einen Beutel auf der Vorderseite der Unterhose zu packen, die sogenannte Frigo Zone. Sobald ich mich einmal dran gewöhnt hatte, fühlte es sich überraschend angenehm an—Schwanz und Eier waren perfekt ausbalanciert, und anders als sonst hing nichts runter, aber ich hatte auch nicht das Gefühl, dass sie von irgendetwas oben gehalten wurden. Es hätte mich nicht gewundert, wenn ich mich da unten in eine glatte Ken-Plastikpuppe verwandelt hätte.

Ich weiß nicht, ob Jeter diese Unterhosen während eines Spiels oder beim Ausgehen trägt. Ich kann mir vorstellen, dass die Frigo Zone sehr bequem ist, wenn man sich daran gewöhnt hat. Dazu kommt, dass Schwanz und Eier in einer absurd teuren Unterwäsche schweben, die sich das gemeine Volk niemals leisten könnte. Ich weiß nur: Als ich sie im Bett trug, hat sich mein Päckchen im Schlaf selig aus der Frigo Zone befreit. Weil ich dazu neige, meinem Körper zu vertrauen, warf ich sie in den Wäschekorb, um sie dann zu vergessen.

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fashion issue 2014
Jahrgang 10 Ausgabe 2