the Earth Died Screaming Issue

Mit leuchtenden Tampons gegen die Wasserverschmutzung

Es reicht nicht aus, nur zu wissen, dass ein Fluss verschmutzt ist. Man muss auch herausfinden, woher die Verschmutzung kommt. Tampons sind da das perfekte Werkzeug.

von Victoria Turk
22 Juni 2015, 4:00am

Illustration von Ole Tillmann

Es reicht nicht aus, nur zu wissen, dass ein Fluss verschmutzt ist. Man muss auch herausfinden, woher die Verschmutzung kommt—und Tampons sind das perfekte Werkzeug für diese Aufgabe.

Britische Umwelttechniker haben die ersten Tests mit diesem „kostengünstigen, einfachen Passivsammler" im Water and Environment Journal vorgestellt. Dabei galt ihr Augenmerk einer bestimmten Verschmutzungsursache, nämlich fehlgeleitetem Abwasser. Mitautor David Lerner von der Universität Sheffield erklärte VICE, die meisten britischen Häuser hätten seit den späten 1960ern zwei Abflussnetze: eins, das Abwasser und Abfallstoffe in die Kanalisation trägt, und eins, das sauberes Wasser wieder dem Flussnetz zuführt. „Die Leute machen beim Um- und Ausbau der Häuser Fehler und verbinden das Schmutzwassersystem mit dem Reinwassersystem", sagte er.

Doch was hat das mit Tampons zu tun? Nun, ein Indiz für falsch verbundene Rohre sind optische Aufheller—die auf English „optical brighteners" heißen und daher die überaus passende Abkürzung „OB" haben—im Wasser. Diese fluoreszierenden Chemikalien werden unter anderem in Reinigungsmitteln und Toilettenpapier eingesetzt. Um sie aufzuspüren, braucht man lediglich etwas, das keine Aufheller enthält—und da sind Tampons perfekt. „Es gibt sonst wenige Baumwollprodukte ohne Aufheller", erklärte Lerner. Die Forscher befestigten Tampons entlang der Kanalisation und untersuchten sie drei Tage später im UV-Licht: Leuchtende Tampons zeigten Verschmutzung an. „Da ist auch gleich ein praktischer Faden zum Festbinden dran", sagte Lerner. „Sie sind einzeln verpackt und damit garantiert rein. Sie sind einfach super, als seien sie für diesen Zweck gedacht."