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Popkultur

Martin Shkreli über Medikamentenwucher und seine Rolle als Bösewicht

Wir haben ein exklusives Interview mit dem neuen Aushängeschild der kapitalistischen Gier geführt.
1.2.16

Lies hier unser Profil über Martin Shkreli.

Martin Shkreli ist ein 32-jähriger Unternehmer. Seine Biografie liest sich wie eine Tellerwäsche-Erfolgsgeschichte: Er wurde als Sohn eines Hausmeisters und einer Hausmeisterin in Sheepshead Bay, Brooklyn, geboren und bahnte sich einen Weg in die Hegdefonds-Branche. Heute ist er mindestens 45 Millionen Dollar schwer. Obwohl er sein Vermögen mit Spekulationen gegen die Pharma-Industrie gemacht hat, ging Shkreli 2012 dazu über, Pharma-Unternehmen zu leiten.

Im August letzten Jahres kaufte eine seiner Firmen, Turing Pharmaceuticals, die Rechte an einem Toxoplasmose-Medikament namens Daraprim. Toxoplasmose betrifft schwangere Frauen, AIDS-Patienten und andere mit Immundefekten. Als Turing den Preis des Mittels von einem Tag auf den anderen um 5.000 Prozent erhöhte, wurde Shkreli zum weltweiten Gesicht der kapitalistischen Habgier.

Die meisten Pharma-Mogule würden sich nach einem derartigen Sturm der Empörung aus der Öffentlichkeit zurückziehen, doch stattdessen stürzte sich Shkreli Hals über Kopf in das Bösewicht-Image und trollte damit durch die Medien und sozialen Netzwerke. Im Laufe des letzten Jahres hat er ein Indie-Label gegründet, behauptet, er habe vor, die Kaution des inhaftierten Rappers Bobby Shmurda zu bezahlen (doch nur, wenn Shmurda dafür ein paar Tracks für ihn aufnehmen würde), und das einzige Exemplar eines legendären Albums des Wu-Tang Clans gekauft, das er nicht vorhat, außerhalb seiner eigenen vier Wände zu teilen.

Im Dezember wurde Shkreli Anlagebetrug zur Last gelegt und nun ermitteln der US-Kongress und die Börsenaufsicht gegen ihn wegen Preistreiberei––seine Zeit im Rampenlicht ist also noch lange nicht vorbei.

Wir haben uns mit Shkreli in seiner Wohnung in Midtown Manhattan getroffen, um den Mann hinter den Schlagzeilen kennenzulernen.