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In Argentinien fotografierten Touristen einen Delfin mit Selfies zu Tode

Der Mensch und Mutter Natur sind ein Arschloch.
19.2.16

Unbelievable '— Joey Horta (@JoeyHorta)18. Februar 2016

Mutternatur ist ein Arschloch. So hat sie zum Beispiel den männlichen Papierbooten—ein Tier aus der Familie der Kraken—um eins der schönsten Erlebnisse überhaupt beraubt: den Beischlaf. Sobald es zur Sache kommt und das Männchen ein paarungswilliges Weibchen wittert, löst sich sein Gemächt von ihm ab, greift vorher noch ein Sammenpaket und schwimmt von alleine zur Dame der Wahl rüber. Der Papierboote kann dann abschieben. Delphine haben auch eine Arschkarte gezogen. Egal ob sie gerade von einem Weißen Hai in zwei Stücke gerissen werden oder am Strand in der senkenden Sonne vertrocknen, weil ein Idiot sie in die Luft hält, während eine Horde von Badegästen das Tier abfotografieren muss: In allen Fällen grinsen die Meeressäuger glücklich wie Hindu-Götter. Happy-Face im Todeskampf, dieses bittere Schicksal musste ein Baby-Delfin am argentinischen Strand von Santa Teresita tatsächlich erleiden. Ein Urlauber entdeckte den Säuger im seichten Wasser und zog ihn heraus.

Die selfiewütige Meute ließ das Tier solange durch die eigenen Reihen wandern, bis es erbärmlich vertrocknete. Dieser Prozess dauert schneller als gedacht, denn Delfine verfügen über eine dicke Fetthaut, die im Wasser ganz wunderbar die Körpertemperatur regelt, außerhalb aber zügig an Feuchtigkeit verliert. Hernan Coria, einer der Menschen vor Ort, versuchte angeblich, das Tier zu retten, konnte aber durch die Menschenmassen nicht zum Meeressäuger durchstoßen. Dann machte er selbst Fotos. Wir glauben ihm das mal.

Glücklicherweise sorgt Mutter Natur wenigsten teilweise für ausgleichende Gerechtigkeit. Sie hat uns immerhin dumm genug macht, dass wir uns bei unseren Versuchen, das eigene Ich digital ins Handy zu zwängen, selbst umbringen. Wie etwa der Indien-Tourist, der letztes Jahr von den Treppen des Taj Mahal in den Tod fiel. Überhaupt starben im Vorjahr mehr Menschen an Selfies als an Hai-Attacken. Den Delfin holt das natürlich trotzdem nicht zurück.