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Hangover-News, 12. Oktober 2015

Die AfD will wissen, wie viele Homosexuelle in Thüringen leben, für die Elite-Uni Stanford eignet sich Ursula von der Leyen nicht als Werbeträgerin und Kim Jong-un ist bereit, mit Fake-Raketen gegen die US-Imperialisten jede Art von Krieg zu führen.

von Paul Garbulski
12 Oktober 2015, 3:16am

Die AfD will wissen, wie viele Homosexuelle in Thüringen leben

Die statistisch interessierte AfD-Fraktion des Thüringer Landtags. Foto: Imago | Karina Hessland

„Die Zeiten, in denen sich Homosexuelle registrieren lassen mussten, sind zum Glück vorbei." So die aktuelle Reaktion von Henry Worm, CDU-Abgeordneter im Thüringischen Landtag, wo seitens der AfD eine skurrile Anfrage eingegangen ist. In ihrer „Kleinen Anfrage" trachtet die Abgeordnete Corinna Herold nach einer statistischen Erhebung, die auflisten soll, wie viele Homo-, Bi- und Transsexuelle in dem Freistaat leben. Die Zahnärztin will zudem von der Regierung erklärt bekommen, warum ausgerechnet diese Gruppe von Menschen in Thüringen als „besonders schutzbedürftig" angesehen wird und „in welcher Höhe (...) Mittel für die Entwicklung eines Landesprogramms für Akzeptanz und Vielfalt benötigt" werden. Es scheint so, als wenn sich die AfD Sorgen um unnötig verschwendete Steuergelder macht. Thüringens SPD-Fraktionschef Matthias Hey entgegnete ihnen, sie selbst mögen bitte nicht mit ihren „unsinnigen Anfragen" Zeit und Geld verschwenden. Dabei erinnert die AfD an die Politgrößen von der Partei Die Rechte, die vor einem knappen Jahr im Dortmunder Stadtrat die Anfrage stellte, alle Juden in Dortmund zählen zu lassen und sie noch darüber hinaus nach Stadtbezirken aufzugliedern. Man benötigte die Info für die eigene „politische Arbeit".

Unbekannte brechen in Polizeirevier ein und klauen anstatt Geld und Waffen lieber Gartengeräte

Foto: Imago | Volker Preußer

„Warum?" Gleich mehrere Male fragt man sich das aktuell im kleinen Coppenbrügge. Warum geht dort jemand das Risiko ein und verübt einen Einbruch in ein Polizeirevier? Warum klaut dieser jemand keine Computer, keine Akten, kein Geld oder bricht die Waffenschränke auf, sondern klaut Gartengeräte? Warum geht dieser jemand nicht zum nächstgelegenen Hagebaumarkt und warum besitzt die Polizei eigentlich Gartengeräte?

Für die Elite-Uni Stanford eignet sich Ursula von der Leyen nicht als würdige Werbeträgerin

Foto: Imago | Chai von der Laage

Normalerweise brüsten sich Universitäten mit berühmten Persönlichkeiten, die einst ihre Institution besuchten—insbesondere wenn es sich um ehrwürdige Weltpolitikerinnen handelt, wie beispielsweise Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen. Nicht so die amerikanische Elite-Uni Stanford. Nach Recherchen der Welt am Sonntag wirft die Hochschule der Ministerin Namensmissbrauch vor, weil von der Leyen in ihrem Lebenslauf zwei Stationen der Institution aufgeführt habe, ohne dort jemals an einem offiziellen Programm eingeschrieben worden zu sein. Ohne einen akademischen Abschluss oder zumindest einen belegten Schein dürfe man Stanford nicht derart aufführen, erklärte eine Universitätssprecherin. Von der Leyen wehrt sich: Zwar war sie nur Gasthörerin und arbeitete ehrenamtlich in der dortigen Krankenhausverwaltung, aber dies habe sie auch aufgeführt. Und sie erklärt weiter: „Ich habe stets herausgestrichen, dass der Hauptgrund meines Aufenthaltes in Stanford der Forschungsaufenthalt meines Mannes gewesen ist, so nachzulesen auch in Dutzenden älteren Presseveröffentlichungen."

In Berlin gingen Rekordmassen gegen TTIP auf die Straßen

Foto: Imago | Gerhard Leber

100.000 Teilnehmer waren angemeldet, die Polizei spricht von 150.000 Menschen, die Veranstalter sogar von 250.000 Demonstranten, die am Samstag in Berlin ihrem Unmut gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA Luft verschafften. „Nie zuvor sind in Europa mehr Menschen zu diesem Thema auf die Straße gegangen", hieß es vom Veranstalterbündnis. Die Massen liefen unter dem Motto „Für einen gerechten Welthandel!" und die schiere Menge an Menschen war so enorm, dass der Kopf des Zuges bereits am Zielort, der Siegessäule, angekommen war, ohne dass sich Zehntausende am Hauptbahnhof überhaupt vom Fleck wegbewegt hätten.

In Ankara sterben bei einem Anschlag mindestens 97 Menschen

Foto: Imago | ZUMA Press

Zwei Sprengsätze detonierten am Samstag bei einer Friedensdemonstration am Hauptbahnhof in Ankara und führten so zu einem der verheerendsten Anschläge in der jüngeren Geschichte der Türkischen Republik. Ebenso wie die Opferzahlen variieren (128 Tote laut prokurdischer Oppositionspartei HDP beziehungsweise 97 Tote laut Regierung), so variieren auch die Theorien über die Verantwortlichen der Tat. Nicht nur die HDP, die ein Mitorganisator der Friedensdemonstration war, vermutet die von der AKP geführte Regierung rund um Staatspräsident Recep Erdogan dahinter, wohingegen die Regierung die PKK oder den IS als erste Verdächtige benennt. Auch über Linksextremisten als potenzielle Täter wird spekuliert. Was bleibt, sind Wut und Trauer der Bürger, die sich in etlichen Protesten entladen.

Kim Jong-un ist bereit, mit Fake-Raketen gegen die US-Imperialisten „jede Art von Krieg zu führen"

Eine Militärparade im Jahr 2013 | Foto: Imago | Xinhua

Tausende im Stechschritt marschierende Soldaten, gefolgt von LKW-Korsos beladen mit atomaren Interkontinentalraketen: So ließ Kim Jong-un sich selbst und den 70. Geburtstag der Kommunistischen Partei feiern. „Unsere revolutionäre Streitmacht ist bereit, jede Art von Krieg zu führen, der von den US-Imperialisten angezettelt wird", verkündete er bei dieser Gelegenheit. Zum Glück dürfen seine Soldaten das Land nicht verlassen und die Raketen sind Attrappen, wie Experten bestätigen. Aber dafür hat Kim Jong-un erst kürzlich eine eigene Zeitzone für Nordkorea eingeführt. Die Uhren wurden um eine halbe Stunde zurückgestellt, so hat er 30 Minuten gut auf seine Gegner.

Auf Twitter schreibt Paul leidenschaftlich gern Trecker-Rezensionen.