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Musik

Wild Nothing

9.8.10

Wild Nothing ist ein Bedroom-Recording-Projekt. Wenn es etwas gibt, woran es uns momentan nicht mangelt, dann sind das Bedroom-Recording-Projekte. Aber im Gegensatz zu allen anderen klingt das von Jack Tatum als würde er in einem Planetarium schlafen. Es ist tatsächlich fast schon spektakulär, wie ein einzelner Mensch seine Lieder mit jeder Spur weiter verfeinern kann, so dass sie am Ende so klingen wie sich ein Morgennebel-umwölkter Handjob einer Waldelfe anfühlen muss. Tatum scheint in seiner Freizeit nichts anderes zu tun als den Backkatalog von 4AD und Factory Records zu studieren. Er geht da ähnlich vor, wie es vor gut zehn Jahren schon Antarctica gemacht haben, nur kann sich an die vermutlich niemand erinnern. Um selber nicht allzu schnell aus dem kollektiven Indiebewusstsein zu verschwinden, hat Tatum ein Album namens Gemini auf dem Hype-Katalysator Captured Tracks veröffentlicht und spielt momentan eine kleine Europa-Tour – auf der Bühne übrigens als Band. Wie es der Zufall will, sind sie genau heute im Berliner Bang Bang Club zu sehen