Hanna und Justine | Hanna: "Die Menschen schauen einfach, da kann man nicht viel tun. Ich fühle mich nie frei. Es ist schon paar Mal vorgekommen, dass plötzlich Fremde im Kreis um mich und meine Freundin standen. Aber ich denke dann: jetzt erst recht. Ich mache, was ich will."
Lisa: "Als ich im Portugalurlaub meine Ex-Freundin küsste, stand da plötzlich ein masturbierender Mann. Aber ich lasse mich nicht verunsichern. Was ist das für eine Liebe, die nur in vier Wänden stattfindet? Für jeden heimlichen Kuss will ich zwei auf der Straße."
Vivien und Krizzy | Vivien: "Wir sind auf der Straße genauso zärtlich wie zu Hause. Die Leute müssen damit konfrontiert werden, damit es endlich nichts mehr Ungewöhnliches ist." Krizzy: "Dass Frauen sich auf der Straße küssen, muss normaler werden, für jeden."
Marlène und Friederike | Friederike: "Wenn ich so etwas höre wie 'Oh, ihr seid so geil!' oder 'Können wir mitmachen?', zeige ich auch schonmal den Mittelfinger. Ich diskutiere es aus, sage, dass wir uns genug sind. Auch die gut gemeinten Kommentare wie 'Yay!' oder 'Ihr seid so schön' sind für mich ein Eingriff in die Privatsphäre. Das erkläre ich auch. Es ist anstrengend, wenn jeder Kuss gleich politisch ist. Aber ich lasse mich nicht im öffentlichen Raum zensieren." Marlène: "Manchmal würde ich ganz gern einfach mein Ding machen. Aber wenn Typen in der U-Bahn uns anstarren, schlage ich nicht die Augen nieder."
Ploy und Ana-Maria | Ploy: Ob ich öffentlich zärtlich bin, kommt total auf das Viertel an. Mitte und Friedrichshain sind OK, im Rest von Berlin achte ich genauer auf die Reaktionen der Umgebung. Man kassiert auch böse Blicke. Als ich einmal mit einer Ex-Freundin unterwegs war, wurden wir auch angespuckt.
Danielle: "Auch in den ach-so-progessiven Clubs kommen Männer und fragen, ob sie 'helfen' können. Ich fühle mich dann sofort unangenehm beobachtet und werde sauer. Wir sind doch keine Wichsvorlage! Sondern zwei Menschen, die sich füreinander interessieren. Sollten zwei Frauen Bock auf einen Kerl haben, melden sie sich schon. Die Chancen, dass zwei Frauen "Klar, mach mit" sagen, sind unfassbar dünn. Aber die Kerle kommen immer wieder. Ich glaube, es ist der Sieg der Hoffnung über den Verstand."
Frieda und Greta | Frieda: "Klar nervt es mich, wenn Leute uns anstarren. Oder wenn man so etwas hört wie: 'Hui!' Ich versuche, nichts drauf zu geben. Aber wenn die Leute direkt gaffen, lasse ich es auch mal sein." Greta: "Ja, es ist schwer. Man steht ständig im Zentrum der Aufmerksamkeit. Aber dann denke ich: 'Das ist meine Sexualität, meine Liebe.' Das ist meins und nicht deins. Ich lasse es mir nicht verbieten."