Armut, Blut und Rage: Venezuela in der Krise

Nach Hugo Chávez' Tod im März 2013 ist Venezuela in eine schwere Krise gestürzt. Die Fotografin Natalie Keyssar dokumentiert Ungleichheit, Gefahr und einen gescheiterten Traum.

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10 September 2016, 4:00am

Ein Mädchen geht aufs Dach, um mit ihren Brüdern Drachen über dem Slum Antímano in Caracas steigen zu lassen.

Aus der Fotoausgabe 2016

Nach Hugo Chávez' Tod im März 2013 ist Venezuela in eine schwere Krise gestürzt. Der neue Präsident Nicolás Maduro kann nur schwer die sozialistische Koalition seines Vorgängers halten. Engpässe in der Versorgung mit Lebensmitteln, Strom und Medizin haben zu Aufständen geführt. Astronomische Inflation, Preiskontrollen und Korruption haben den Kaufpreis einiger essenzieller Produkte extrem in die Höhe schnellen lassen. "In dieser Arbeit geht es um Ungleichheit", sagt die Fotografin Natalie Keyssar, "sowie um die Anspannung und manchmal auch Gefahr, die so deutlich den Alltag beherrscht." Ihre Fotos dokumentieren auch "einen egalitären Traum in einem Land, das die nötigen Ressourcen hatte, um ihn zu verwirklichen, aber das nun zu kollabieren droht".

Keyssars Projekt ist mit der Unterstützung des Pulitzer Center on Crisis Reporting entstanden.

Ein Lichtstrahl trifft Altamira, ein wohlhabendes Viertel in Caracas.

Eine Demonstrantin trägt ein Stück Papier, auf dem „venezolanische Studentin“ steht, in San Cristobál, der Grenzstadt zu Kolumbien, in der es 2014 zu den ersten massiven Protesten kam. Die Aufschrift ist eine Reaktion auf die Behauptung der Regierung, es handle sich bei den Studierenden auf den Demos um bezahlte Infiltranten und Staatsfeinde.

Ein Baum in einem kleinen Park in der Nähe eines Wahllokals in Catia, einem Viertel von Caracas. Am Tag der Aufnahme verlor die Regierung die Parlamentsmehrheit.

Eine Familie in einem Restaurant in Antímano, Caracas

Eine schwangere junge Frau in ihrem Zimmer in El Carpintero, einem Teil des großen Viertels Petare in Caracas

Ein Regenbogen über der Cordillera de la Costa Central, der Bergkette, die Caracas vom Atlantik trennt

Eine Beamtin der Nationalpolizei hinter einem taktischen Schild wird von Demonstranten beim Marsch der Leeren Töpfe 2014 in Caracas zurückgedrängt. Der Marsch fand am Weltfrauentag statt.

Bandenmitglieder aus dem Westen von Caracas posieren in einem der Häuser, die ihnen als Drogenlager dienen.

Eine Frau nimmt einen Sack Laub, der bei einer Demonstration um den Jahrestag der Aufstände von 2014 als Barrikade verwendet wurde, und wirft ihn unter wütendem Geschrei zu Boden.

Ein Sanitäterteam birgt eine verletzte Demonstrantin von der Plaza Francia in Altamira, Caracas.

Menschen spielen am Tag der Parlamentswahlen in einem Park in der Nähe eines Wahllokals in Caracas.

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