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Musik

Ich war mit meinem Papa bei Pink Floyds „The Wall“

Pink Floyd im Olympiastadion. Doch wie verhältst du dich auf einem Konzert zwischen lauter Mittfünzigern? Ein Selbstversuch zwischen Halbglatzen und müden Beinen.

von Pia Harlaß
05 September 2013, 4:06pm

Ihr ihr kennt euch bestimmt alle aus in der Musikszene. Kennt den geilsten HipHop, die neuesten Electro Beats und die Singer-Songwriter mit der abgefucktesten Stimme. Aber wart ihr mal bei eine Live-Performance von Pink Floyds „The Wall“?

Wenn ihr jünger seid als 50 Jahre, ist die Wahrscheinlichkeit gering. Pink Floyd ist eine Band, die ihr natürlich vom Namen kennt, ein, zwei Songs kriegt ihr auch noch zusammen, wenn ihr gut seid, fällt euch der Albumtitel von Dark Side Of The Moon ein. Aber sonst? Pink Floyd live? 90 Euro auf den Tisch blättern? Ist nicht drin. Im Grunde geht's mir exakt wie euch. Allerdings mit dem Unterschied, dass ich einen generösen Vater habe, der mich mit zur Gerüchten zufolge letzten Aufführung von „The Wall“ ever ins Berliner Olympiastadion nahm. Na gut, wer weiß. Vielleicht stehen Richard Wright und Syd Barrett auch vom Tod auf, kriegen noch mal richtig Bock auf Musik machen, gründen eine Band mit Amy Winehouse, Michael Jackson und Tupac und es kommt „The Wall No. 2“ raus. Falls nicht, seid ihr jetzt eben auf mich und das Internet angewiesen. 

Dazu sollte man wissen, dass ich weder in den 70ern groß geworden bin, noch ein Groupie von Roger Waters—der ist nämlich 69. Ich dagegen zarte 21 Jahre alt und auf dem Konzert mit meinem Herrn Vater und dessen Kumpels gewesen. Einer fröhlichen Gruppe Mittfünziger. Unter ihnen echte Rocker, Revoluzzer und Kritiker. Alfred, Rechtsanwalt (der Kritiker), der vor dem Konzert Angst hatte, seine hohen Erwartungen könnten vielleicht enttäuscht werden. Herwig, der in der IT-Branche tätig ist und eigentlich geschäftlich in Berlin, unter seinem Sakko ein Puma T-Shirt trug und erzählte wie sie damals als 1979 „The Wall“ rauskam in der Schule den Rektor als Voodoo Puppe an die Wand gehangen haben. „We don’t need no Education“ und so. Und Manfred, mein Vater, Software-Entwickler. Selbsternannter Musikexperte und total technikbegeistert. Da er selbst, seit er denken kann, Musik macht und zusammenmischt, freute er sich besonders auf die Soundperfektion, die er von Pink Floyd kennt und liebt. Naja und ich. Es war sozusagen ein Selbstversuch.

Um die fünf DOs&DON'Ts zu erfahren, die man bei so einem Konzert beachten sollte, klickt hier oder auf die ganzen Halbglatzen, grauen Haare und Vollbärte: