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Heulsuse der Woche

Die Abgeordneten des europäischen Parlaments starten wegen ein paar Cent eine Salatrevolution und ein 14-jähriger Computer-Nerd rastet völlig aus und greift seine Eltern an.
2.5.14

Heulsuse #1:Die Abgeordneten des europäischen Parlaments

Der Vorfall: Die Kantinen des EU-Parlaments wollen die Preise für einen Teller Salat jetzt nicht mehr nach Größe, sondern nach Gewicht berechnen.

Die angemessene Reaktion: Die Parlamentarier akzeptieren die höheren Preise oder hauen sich einfach die Teller nicht mehr so voll.

Die tatsächliche Reaktion: Sie starten eine Salatrevolution. Bisher waren die Kantinen des EU-Parlaments in Brüssel ein Paradies für Salatliebhaber. Besonders für die Sparfüchse unter ihnen: einen kleinen Teller bekamen sie zum Spottpreis von etwas mehr als 2 Euro, egal wie viel Grünzeug mit Dressing sie darauf angehäuft und wie viele Eier oder andere luxuriöse Extras sie unter den Blättern versteckt hatten. Doch jetzt ist Schluss damit. Die allgemeine Knappheit natürlicher Ressourcen ist nicht nur ein häufiges Thema in Parlamentssitzungen, auch die Kantinenverwaltung macht sich neuerdings Sorgen darum und wirbt mit Plakaten für ihr Vorhaben, die Verschwendung von Lebensmitteln von nun an um 20 Prozent reduzieren zu wollen. Mit der neuen Preisregelung soll also vor allem die Verschwendung eingedämmt werden. Der Preis für einen Teller Salat wird deshalb nicht mehr nach der Größe, sondern ausschließlich nach Gewicht berechnet. Doch die Parlamentarier sind alles andere als begeistert von der Idee der Kantinenleitung: empört starten sie eine Email-Lawine und rufen auf Twitter die #saladrevolution aus. In einem offiziellen Schreiben heißt es: „Liebe Kollegen, heute, wie fast jeden Tag in der Woche, ging ich zum Mittagessen in unsere schöne Kantine und musste zu meiner großen Überraschung feststellen, dass mein Salat auf einmal dreimal soviel kosten sollte wie noch vor Ostern. Ich wiederhole, dreimal soviel! (vorher waren es 2, 10 Euro und jetzt sind es über 6).“ Man mag nun Verständnis für den Parlamentarier haben, der sein Durchschnittsgehalt von 7956 Euro brutto pro Monat lieber in eine neue Armbanduhr oder ein neues Home-Entertainment-System investieren würde, anstatt damit seinen täglichen Salatkonsum zu finanzieren. Dabei ist die Lösung so einfach. Wie wäre es zum Beispiel damit, eine Tupperdose mit dem Abendessen vom Vortag mit ins Büro zu nehmen? Oder damit, den verdammten Teller einfach nicht mit so vielen schweren Zutaten vollzuknallen und literweise Dressing drüberzukippen? Oder, liebe Parlamentarier, ihr nehmt euch ein Beispiel an diesem wohlerzogenen Schwein:

Heulsuse #2: Ein 14-jähriger Computer-Nerd

Der Vorfall: Ein Vater kappt die Internetverbindung seines Sohnes, weil der den ganzen Tag nur vor dem Computer rumhängt.

Die angemessene Reaktion: Der Sohn schmollt ein bisschen und macht dann etwas in der richtigen Welt. Die tatsächliche Reaktion: Er rastet völlig aus und greift seine Eltern an. Ein 14-Jähriger in Baden-Württemberg weiß mit seinem jungen Leben nichts anzufangen und verbringt deshalb bis zu 18 Stunden am Tag damit, in seinem Zimmer zu hocken und Online-Computerspiele zu spielen. Der Vater des Jungen macht sich Sorgen um die Computersucht seines Nerd-Sprößlings und schließt kurzerhand dessen Internet-Router weg. Daraufhin rastet der Sohn völlig aus, schlägt seine Mutter und bedroht sie mit einer Spielzeugpistole. Dann geht er auf den Vater los, der sich nicht mehr anders zu helfen weiß, und schließlich die Polizei ins Haus bestellt. Einer der Polizisten schafft es, den aufgebrachten Computerfreak zu beruhigen und bezeichnet dessen Verhalten als „symbolischen Angriff“. Die Spielsucht des Jungen sei offensichtlich schon so weit fortgeschritten, dass er an Realitätsverlust leide und zwischen den Figuren auf dem Bildschirm und seinen eigenen Eltern keinen Unterschied mehr erkenne. „Man sollte es nicht soweit kommen lassen, dass ein Junge 18 Stunden am PC spielt.“
Wer ist die größere Heulsuse?

Letzte Woche: Eine homophobe Journalistin, der die evangelische Kirche zu schwulenfreundlich ist gegen einen Mann, der nicht damit umgehen kann, dass er nicht Arnold Schwarzenegger ist.

Der Gewinner: Die Journalistin!