Es sieht so aus, als ob die neueste Plage, die das Leben von Studenten zerstören soll, keine andere ist als unser alter Freund das Internet. Zumindest könnte es das, wenn es nach einer neuen Studie von Dr. Dimitri Christakis vom Seattle Children‘s Research Institute geht. Christakis ließ 224 Studenten an mehreren Universitäten den Internet Addiction Test machen, ein Glanzstück von Prüfung, bei dem die Probanden unter anderem einschätzen müssen, wie sehr das Surfen im Netz ihnen bei täglichen Aufgaben oder beim Sex im Weg steht.Er fand heraus, dass 4% der Befragten im „gelegentlich kritischen oder abhängigen Bereich des IAT" lagen, während 12% laut einer anderen Auswertung unter „mäßiger oder schwerwiegender Depression" litten. Die Zuordnung war statistisch relevant, auch wenn es nicht ganz klar ist, was genau das Internet an sich hat, das jeden so runterzieht.„Kinderärzte und Eltern berichten immer wieder davon, dass ihre Patienten, bzw. Kinder zu viel im Internet surfen", so Christakis in einer Presseerklärung über die Studie. „Da das Internet fest im Leben dieser Generation verankert ist, ist es gerechtfertigt, sich aufgrund des Suchtpotentials Sorgen zu machen. Die heutigen Studenten sind natürlich auch in Gefahr, wenn man bedenkt, wie sehr sie dem Internet ausgesetzt sind."Abgesehen von unschönen Ähnlichkeiten von jungen Kindern und Erwachsenen im Studentenalter, zeigt der Schwerpunkt der Studie auf Internet und Depression wie der immer stärker werdender Gebrauch von Internet und Social Media-Plattformen einen verheerenden Schaden bei jungen Leuten anrichtet - ob es nun Cyberbullying, das Hin- und Herschicken von eigenen Nacktfotos oder sogar World of Warcraft ist, das Studenten dazu bringt, ihr Studium abzubrechen.Christakis‘ Studie unterscheidet sich von anderen in ihrem Umfang. Anstatt ein einzelnes Problem wie die zuvor genannten herauszugreifen, deutet Christakis an, dass die Nutzung des Internets allgemein zu einer sehr großen Gefahr für die akademische Bevölkerung wird, was er mit exzessivem Gebrauch, der nicht den immer größer werdenden Vernetzungsgrad oder die Rolle des Internets im Studium widerspiegelt, begründet. Wenn die Tatsache, dass man hin und wieder den Abwasch vergisst, oder das Gefühl von Müdigkeit ein Zeichen für gefährlichen Umgang mit dem Internet sind, würden dann nicht auch Arbeit oder Schule an sich ein ziemlich großes Problem darstellen?Beziehungen im echten Leben, die durch Massen-Mehrspiel-Online-Rollenspiele entstanden sind (nicht immer positiv), beweisen, dass das Internet einen tatsächlichen sozialen Wert haben kann. Am anderen Ende des Spektrums war Internetsucht schon für einige Zeit offiziell anerkannt. Fast ein Drittel der Studenten zeigt Zeichen von Alkoholabhängigkeit, und Drogenmissbrauch ist gang und gäbe. Christakis‘ Studie zeigt, dass weitaus mehr Studenten an Depression leiden als an Internetsucht. Während also die lebenszerstörenden Eigenschaften des Internets vielleicht gar nicht eingestuft werden können, haben Studenten und Verwaltungen viel weiter verbreitete Probleme, die zu berücksichtigen sind. Es sieht so aus, leider, als wäre das Internet nur eine weitere süchtig machende Droge, die uns verkatert zurück lässt.Um sicher zu sein, könnt ihr den Test selber machen!
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