Reisen

Strand, Alkohol und Party – Groß-Möllen an der Ostsee ist ein Paradies

Es wird getrunken, gesungen, geraucht und in Wikingerverkleidung am Strand getanzt—das erhöht den Puls und macht glücklich.

von Julian Slagman
09 März 2016, 5:00am

Das ehemals deutsche Ostseebad Groß-Möllen, das heute in Polen liegt, ist seit Jahren Treffpunkt für rund 2.000 selbsternannte „Walrösser", die sich im eiskalten Wasser, nicht selten unter Einfluss von Alkohol, vergnügen. Das „Zlot Morsow", im deutschen „Rallye der Walrösser" zieht jeden Februar eine große Menge an Eisbadern aus Polen, Deutschland, Russland und Dänemark in die 5 Grad kalte Brandung der Ostsee. Kaum fröstelnd und gerade erst abgetrocknet finden sich die Teilnehmer auf der Hüpfburg wieder und von hier aus geht es ohne Umweg in die Karaoke-Disco. Dort wird zu günstigsten Preisen getrunken. Bier und Vodka abwechselnd. Mielno ist ein Paradies für Männer mit Bauch und Trinklust. Während der Sommermonate mausert sich Mielno zum Timmendorfer Strand der westpommerschen Ostseeküste: eine touristische Hochburg für polnische Badegäste. Dünen, die an Sylt erinnern, Promenaden, an jeder Ecke die typischen polnischen Eiswaffeln „Lody Goffrys", ein Jahrmarkt und unzählige Souvenirläden.

Im Februar deuten nur die leeren Werbetafeln und herumliegende Plakate auf eine wohltuendere Zeit im Sommer hin. Es ist sicherlich auch diese winterliche Tristesse, der die „Walrösser" mit ihrem Zusammenkommen die Stirn bieten wollen. Es wird getrunken, gesungen, geraucht und in Wikingerverkleidung am Strand getanzt—das erhöht den Puls und macht glücklich. Vier Tage dauert das Festival, welches vergangenes Jahr einen Guiness-Rekord aufgestellt hat. Dieses Jahr war ich zum ersten Mal dort, um das Winterbaden, die karge Landschaft und die Alkoholexzesse fotografisch festzuhalten.