Nachspeise

Diese essbaren Gelatine-Babys sind faszinierend und gruselig zugleich

Was genau steckt hinter den Desserts, die Konditorin Yoly Navarro bei sich zu Hause in Mexiko herstellt?

von Anna Marks
09 April 2018, 7:21am

Alle Fotos: bereitgestellt von Yoly Navarro

Kaffee und Kuchen sind eine wunderbare und beliebte Kombination. Babys und Kuchen hingegen hatte niemand wirklich auf dem Schirm, bis sich die mexikanische Konditorin Yoly Navarro an dieses Unterfangen gewagt hat. Navarros Spezialität sind unglaublich realistische Desserts – und jetzt hat sie auch mit wabbeliger Gelatine überzogene Säuglinge im Angebot. Solche Gelatine-Nachspeisen haben in Mexiko eine lange Tradition und in dortigen Süßigkeitenläden findet man eigentlich immer wackelige, dreidimensionale Blumen. Navarros Babykuchen heben dieses Konzept aber noch mal auf ein ganz neues Level.

2015 rief Navarro ihr Dessert-Unternehmen Gelatinas Artisticas Yoly ins Leben. Sie stellt all ihre Nachspeisen zu Hause bei ihrer Familie im mexikanischen Guadalajara her. "Anfangs waren die Säuglingskuchen nur für die Babypartys von Freunden gedacht. Aber dann kamen auch Online-Bestellungen rein", erzählt die Konditorin. Neben den großen Exemplaren mit mehreren Babys stellt Navarro auch individuelle Gelatine-Halbkugeln her, die nur einen einzelnen Säugling mit Engelsflügeln oder flauschigen Kopfbedeckungen enthalten.

Die meisten Lebensmittelkreationen, die wie Körperteile oder Menschen aussehen (zum Beispiel diese Torten oder diese Brote), wirken schnell makaber. Navarros Desserts scheinen jedoch die Geburt eines neuen Lebens zu zelebrieren: Durch die klare Gelatine denkt man fast, die Babys schlafen noch friedlich im Mutterleib.

Für jeden Babykuchen braucht die Konditorin um die sechs Stunden. Dabei muss sie mehrere Schritte beachten: "Die Säuglinge entstehen durch Formen, die ich zuerst aus Ton anfertige", erklärt sie. "Durch die verschiedenen Kundenwünsche haben sich schon eine ganze Reihe an Babyformen angesammelt, beispielsweise nackt, in Windeln oder bekleidet. Die Größe variiert dabei von kleinen Babys bis hin zu größeren mit einem Gewicht von bis zu 6 Kilogramm."

Wie genau die essbaren Babys dann entstehen, ist ein relativ gut gehütetes Geheimnis. "Bei der Zubereitung verwende ich Milch, Joghurt, Aromastoffe, Frischkäse und eine weitere leckere Geheimzutat", sagt Navarro. Diese Mischung gießt sie in die Tonform. Wenn alles fest ist, kommt nur noch die Gelatine-Hülle darüber. Geschmacklich sind die realistischen Kuchen vielseitig, am geläufigsten seien laut Navarro dabei Walnuss, Eierlikör, Vanille, Erdbeere und Kaffee. Dann fügt sie noch hinzu: "Die Babydesserts entsprechen jetzt nicht der Tradition, aber ich will mit meinen außergewöhnlichen Kuchen ja auch Aufmerksamkeit erregen."

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